Ein Augen-Check-up ist eine umfassende Untersuchung zur Beurteilung der Augengesundheit und frühzeitigen Erkennung möglicher Erkrankungen. Regelmäßig durchgeführte Untersuchungen spielen eine entscheidende Rolle bei der Vermeidung eines Sehverlusts.
Die Untersuchung umfasst Schritte wie die Messung der Sehschärfe, die Prüfung des Augeninnendrucks, eine Biomikroskopie und eine Augenhintergrunduntersuchung. Mit diesen Untersuchungen können sämtliche Strukturen des Auges kontrolliert werden.
Personen aus Risikogruppen, insbesondere Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck oder einer entsprechenden Familiengeschichte, sollten häufiger einen Augen-Check-up durchführen lassen. Eine frühzeitige Diagnose hilft, einen dauerhaften Sehverlust zu verhindern.
Die beim Check-up erhobenen Befunde ermöglichen die Erstellung eines individuellen Behandlungs- und Kontrollplans. Dieser Ansatz trägt sowohl zum Schutz der Augengesundheit als auch zur Verbesserung der Lebensqualität bei.
Die erste Frage zum Augen-Check-up betrifft meistens seine Bedeutung. Stellen Sie sich eine Kamera vor. Wenn Linse, Blende, Film oder digitaler Sensor und Hintergrund dieser Kamera nicht einwandfrei funktionieren, ist das erzeugte Bild nicht klar. Das Auge besitzt einen sehr ähnlichen Aufbau. Strukturen wie Hornhaut, Linse, Netzhaut und Sehnerv müssen wie die Teile einer Kamera perfekt zusammenarbeiten.
- Frühzeitige Diagnose kann Leben retten: Viele Augenerkrankungen verursachen in frühen Stadien möglicherweise keine deutlichen Beschwerden. Das Glaukom wird beispielsweise häufig als „stiller Dieb" bezeichnet, weil Patienten die Erkrankung manchmal erst in einem späten Stadium bemerken.
- Sie verbessert die Lebensqualität: Wenn Fehlsichtigkeiten wie Myopie, Hyperopie, Astigmatismus und Presbyopie richtig korrigiert werden, werden Alltag, Arbeit, Lesen und soziale Aktivitäten wesentlich angenehmer.
- Sie hilft bei der Erkennung systemischer Erkrankungen: Die ersten Anzeichen von Diabetes, Bluthochdruck, Autoimmunerkrankungen und sogar einigen neurologischen Erkrankungen können sich am Auge zeigen. Von Veränderungen der Blutgefäße bis zu bestimmten Einzelheiten am Sehnerv kann das Auge wie ein Spiegel des Körpers wirken.
Ein Augen-Check-up beschränkt sich daher nicht auf die Aussage: „Meine Brillenwerte wurden gemessen, damit ist alles erledigt." Die Antwort auf die Frage „Warum sollte ich einen Augen-Check-up durchführen lassen?" lautet, dass er sowohl für Ihre Augengesundheit als auch für Ihren allgemeinen Gesundheitszustand von entscheidender Bedeutung ist.
Die Krankengeschichte eines Patienten wird in der medizinischen Literatur als Anamnese bezeichnet und ist sehr wertvoll. So wie ein Automechaniker vor Beginn seiner Arbeit die früheren Defekte und die Wartungsgeschichte eines Fahrzeugs kennen möchte, benötigt auch der Augenarzt Informationen über Ihre gesundheitliche Vorgeschichte und aktuellen Beschwerden.
- Familiengeschichte und genetische Veranlagung: Erkrankungen wie Glaukom, Katarakt, Makuladegeneration oder Diabetes bei Familienmitgliedern können das Risiko ähnlicher Augenprobleme erhöhen.
- Bestehende Erkrankungen und verwendete Medikamente: Systemische Erkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck stehen in engem Zusammenhang mit der Augengesundheit. Bestimmte Medikamente können außerdem als Nebenwirkung Augenprobleme verursachen.
- Augenbeschwerden: Symptome wie Brennen, Stechen, verschwommenes Sehen, Lichtblitze oder Schmerzen unterstützen den Diagnoseprozess.
- Frühere Augenoperationen oder Behandlungen: LASIK, Kataraktoperationen und Netzhautbehandlungen liefern wichtige Hinweise für die Interpretation der aktuellen Untersuchungsergebnisse.
Patienten sagen manchmal: „Ich habe derzeit überhaupt keine Beschwerden", und halten die Untersuchung deshalb für einfach. Viele Augenerkrankungen können jedoch ohne Symptome fortschreiten. Beim Augenarzt selbst kleinste Einzelheiten mitzuteilen, ist daher für richtige Ergebnisse und eine zuverlässige Verlaufskontrolle entscheidend.
Ein Augen-Check-up ist ein mehrstufiger Prozess. Patienten können manchmal den Eindruck gewinnen: „Der Arzt hat nur meine Augen angesehen, meine Brillenwerte gemessen und dann war die Untersuchung beendet." Im Hintergrund werden jedoch zahlreiche technische Untersuchungen durchgeführt.
Beurteilung der Sehschärfe
- Verwendet werden Methoden wie Snellen-Tafeln, LogMAR-Tafeln, LEA-Symbole oder Teller-Karten.
- So wie ein Künstler bei unklarer Wahrnehmung von Einzelheiten Fehler in seinem Werk machen kann, versuchen wir selbst geringfügige Verluste der Sehschärfe zu erkennen und festzustellen, ob der Patient nicht ausreichend klar sieht.
Refraktionstest
- Die Untersuchung beginnt mit objektiven Tests wie dem Autorefraktometer zur computergestützten Augenmessung und der Retinoskopie. Anschließend folgen subjektive Tests, bei denen der Patient aktiv mitwirkt.
- Dieser Test ist für die Bestimmung der Brillenwerte entscheidend. Er kann außerdem feine Anpassungen erfassen, die das eigentliche Problem vollständig erkennen lassen.
Beurteilung der Augenmuskelfunktion
- Mit Methoden wie dem Abdecktest, der EOM-Untersuchung der äußeren Augenmuskeln und dem Parks-Bielschowsky-Dreischritttest können Strabismus, Muskellähmungen oder Koordinationsstörungen erkannt werden.
- Stellen Sie sich ein Orchester vor. Die Augenmuskeln sind wie die Instrumente dieses Orchesters. Erfüllt nicht jeder Muskel seine Aufgabe zum richtigen Zeitpunkt, können sich die Augen nicht synchron bewegen und die Sehqualität verschlechtert sich.
Untersuchung der Pupillen
- Untersucht werden die Reaktionen der Pupillen auf Licht und nahe Ziele, einschließlich Lichtreflex und Nahreflex.
- Eine einseitige Störung des Lichtreflexes kann beispielsweise auf ein Problem des Sehnervs oder eine mögliche Erkrankung des Gehirns hinweisen. Ein relativer afferenter Pupillendefekt, die sogenannte Marcus-Gunn-Pupille, ermöglicht Augenärzten, Hinweise auf Erkrankungen des Gehirns zu erkennen.
Messung des Augeninnendrucks
- Verschiedene Methoden stehen zur Verfügung, darunter die Goldmann-Applanationstonometrie, die Luftstoß- oder berührungslose Tonometrie und das Schiøtz-Tonometer.
- Die Messung ist für die Glaukomdiagnose von entscheidender Bedeutung. Ein erhöhter Druck sollte nicht unterschätzt werden. Ein hoher Augeninnendruck kann den Sehnerv dauerhaft schädigen und bis zur Erblindung führen.
Biomikroskopische Untersuchung (Spaltlampe)
- Mit einem leistungsstarken Mikroskop und einem schmalen Lichtstrahl wird das Auge vom vorderen bis zum hinteren Augenabschnitt detailliert untersucht.
- Dies ähnelt der Untersuchung feiner Verzierungen eines antiken Kunstwerks mit einer Lupe vor seiner Restaurierung. Feine Strukturen des Auges wie Hornhaut, Iris und Linse können dadurch problemlos beurteilt werden.
Beurteilung der Netzhaut (Ophthalmoskopie und Augenhintergrunduntersuchung)
- Mit direkter oder indirekter Ophthalmoskopie sowie Funduskameras werden Netzhaut, Makula und Sehnervenkopf untersucht.
- Die Netzhaut ähnelt einem Filmstreifen an der hinteren Wand des Auges. Bereits die Schädigung eines kleinen Bereichs dieses Streifens kann das Sehvermögen erheblich beeinträchtigen.
Gesichtsfeld- und periphere Sehtests (Perimetrie)
- Zu den Methoden gehören die automatisierte statische Perimetrie, die kinetische Goldmann-Perimetrie, die Frequency-Doubling-Technology-Perimetrie (FDT) und die automatisierte Kurzwellenperimetrie (SWAP).
- Stellen Sie sich einen Fahrer vor, der Gefahren in seiner Umgebung nicht sehen kann und über die Seitenspiegel keine Informationen zu seinen toten Winkeln erhält. Gesichtsfeldtests übernehmen die Funktion dieser Seitenspiegel und ermöglichen die Beurteilung des peripheren sowie des zentralen Sehens.
Zusätzliche Methoden zur Beurteilung der Augenblutgefäße
- Mit speziellen bildgebenden Verfahren wie der Fundus-Fluoreszein-Angiografie (FFA) und der OCT-Angiografie (OCTA) können Veränderungen der Netzhautgefäße, Leckagen und Verschlüsse erkannt werden.
- Diabetes, Bluthochdruck und sogar einige Autoimmunerkrankungen können ihre ersten Anzeichen an den Blutgefäßen des Auges zeigen. Diese Methoden erstellen eine Übersicht vaskulärer Veränderungen und können Hinweise auf systemische Erkrankungen liefern.
Weitere spezielle Untersuchungen
- Methoden wie Elektroretinografie (ERG), visuell evozierte Potenziale (VEP) und Mikroperimetrie messen die funktionelle Leistungsfähigkeit der Netzhautzellen und des Sehnervs.
- Diese Tests können bei unerklärlichem Sehverlust oder bestimmten angeborenen Netzhauterkrankungen die Ursache aufdecken.
Wie Sie sehen, umfasst die Frage, wie ein Augen-Check-up durchgeführt wird und welche Tests dazugehören, eine lange Liste. Jeder Untersuchungsschritt beleuchtet einen anderen Aspekt der Augengesundheit. Jede Stufe ist mit einem Schritt beim Bau eines Gebäudes vergleichbar. Von der Grundlage bis zum Dach sollte nichts ausgelassen werden.
Patienten sagen manchmal: „Doktor, ich habe überhaupt keine Augenprobleme, aber ich habe Diabetes und möchte meine Augen untersuchen lassen." Nicht nur Diabetes, sondern auch Bluthochdruck, rheumatische Erkrankungen, neurologische Störungen und sogar bestimmte Bluterkrankungen können verschiedene Hinweise am Auge hinterlassen.
- Netzhautbefunde bei Diabetes: Veränderungen wie Mikroaneurysmen, Blutungen und harte Exsudate können auf eine diabetische Retinopathie hinweisen. Die frühzeitige Erkennung ist für die Vermeidung eines diabetesbedingten Sehverlusts entscheidend.
- Gefäßverengungen bei Bluthochdruck: Bei Menschen mit hohem Blutdruck können sich die Netzhautgefäße verengen. Zudem können Veränderungen an den Kreuzungsstellen von Arterien und Venen, das sogenannte AV-Nicking, sowie gelegentlich eine Schwellung des Sehnervenkopfes auftreten.
- Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis und SLE: Entzündliche Erkrankungen wie Skleritis, Uveitis und Keratitis können sich am Auge zeigen. Rote Augen, anhaltende Schmerzen und Lichtempfindlichkeit können manchmal die ersten Hinweise auf eine rheumatische Erkrankung und nicht auf ein primäres Augenproblem sein.
- Augenbefunde bei neurologischen Erkrankungen: Bei Erkrankungen wie Multipler Sklerose kann sich eine Optikusneuritis entwickeln. Zunächst können lediglich leicht verschwommenes Sehen oder Schmerzen hinter dem Auge auftreten. Eine ausführliche Untersuchung kann jedoch Veränderungen am Sehnerv feststellen.
Ein Augen-Check-up ist daher ein Fenster, das indirekt nicht nur die Gesundheit der Augen, sondern auch den allgemeinen Zustand des Körpers widerspiegelt. Häufig wird das erste Anzeichen eines noch nicht diagnostizierten Diabetes oder Bluthochdrucks am Auge erkannt und der Patient anschließend an die Innere Medizin oder Endokrinologie überwiesen.
Katarakt und Glaukom sind in der Bevölkerung weit verbreitet und werden häufig mit zunehmendem Alter in Verbindung gebracht. Sie können jedoch auch bei jüngeren Menschen auftreten.
- Ein Katarakt entsteht durch den Verlust der Transparenz der natürlichen Augenlinse.
- Das getrübte Erscheinungsbild der Linse ist bei der biomikroskopischen Untersuchung sofort erkennbar. Patienten berichten meist über Lichtstreuung, beeinträchtigtes Nachtsehen und verblasste Farben.
- Ähnlich wie bei einer beschlagenen Kameralinse wird es schwieriger, ein klares Bild zu erhalten.
Glaukom
- Ein erhöhter Augeninnendruck schädigt den Sehnerv.
- Die Messung des Augeninnendrucks durch Tonometrie gehört zu den wichtigsten Tests. Eine zunehmende Aushöhlung oder Exkavation des Sehnervenkopfes bei der Augenhintergrunduntersuchung kann ebenfalls auf ein Glaukom hinweisen.
- Mit einem Gesichtsfeldtest kann ein Verlust des peripheren Sehens festgestellt werden. In der frühen Phase bemerkt der Patient möglicherweise nicht einmal, dass sich das Gesichtsfeld verengt. Die Veränderung kann jedoch im Test sichtbar sein.
Bei beiden Erkrankungen ist eine frühzeitige Diagnose entscheidend, um einen dauerhaften Sehverlust zu verhindern. Der Gedanke „Ich habe keine Beschwerden, denn mein Auge tut nicht weh" kann irreführend sein. Ein Glaukom verläuft häufig schmerzlos und kann den Sehnerv unbemerkt schädigen.
Die Augengesundheit von Kindern ist für Wachstum und Lernen besonders wichtig. Ein Kind kann Schwierigkeiten haben, die Tafel in der Schule zu sehen, ohne das Problem zu bemerken oder ausdrücken zu können.
- LEA-Symbole und Teller-Karten: Mit diesen speziellen Tests können Sehschärfe und manchmal auch dreidimensionales oder stereoskopisches Sehen bei Kindern beurteilt werden, die noch nicht lesen können.
- Strabismus und Amblyopie (Schwachsichtigkeit): Ohne frühzeitige Diagnose können diese Erkrankungen einen dauerhaften Sehverlust verursachen. Einfache Methoden wie der Abdecktest ermöglichen die Erkennung einer Augenfehlstellung bei Kindern.
- Sehentwicklung: Eine Fehlsichtigkeit, die eine Brille erfordert, kann die Entwicklung der Nervenverbindungen zwischen Augen und Gehirn beeinträchtigen. Regelmäßige Untersuchungen werden deshalb im Alter von 1 und 3 Jahren sowie vor der Einschulung empfohlen.
Ein wichtiger Punkt ist die möglicherweise geringe Kooperationsfähigkeit von Kindern. Ärzte versuchen, ihre Aufmerksamkeit mit Spielen oder bunten Testobjekten zu gewinnen und die Untersuchung unterhaltsam zu gestalten. Die grundlegende Methode bleibt gleich, die verwendeten Testmaterialien und die Vorgehensweise unterscheiden sich jedoch.
Schwankende Hormonspiegel während der Schwangerschaft können auch Veränderungen am Auge verursachen. Die Linse, die Hornhautdicke und die Tränenmenge können sich verändern. Bei Schwangeren mit Diabetes kann eine diabetische Retinopathie schnell fortschreiten, wenn der Blutzucker nicht ausreichend kontrolliert wird. Augenuntersuchungen sollten daher während der Schwangerschaftsvorsorge nicht ausgelassen werden.
- Die Brillenwerte können sich verändern: Bei einigen Schwangeren kann eine leichte Veränderung der bestehenden Brillenwerte auftreten. Nach der Geburt kehren sie meistens zum vorherigen Zustand zurück. In seltenen Fällen kann die Veränderung dauerhaft bleiben.
- Kontrolle des Blutdrucks: Erkrankungen wie Präeklampsie können sich durch Netzhautblutungen oder Schwellungen zeigen.
- Betäubende Tropfen und Medikamente: Viele während eines Augen-Check-ups verwendete Tropfen müssen in der Schwangerschaft mit Vorsicht verabreicht werden. Der Arzt führt die Untersuchung unter Abwägung von Nutzen und Risiken durch.
Auch bei klarem zentralem Sehen kann das periphere Gesichtsfeld eingeschränkt sein, ohne dass die betroffene Person dies über lange Zeit bemerkt. Ein typischer Befund des Glaukoms ist beispielsweise der Verlust des peripheren Sehens, der bis zum Tunnelblick fortschreiten kann.
- Automatisierte statische Perimetrie: Innerhalb eines schalenförmigen Geräts vor dem Patienten erscheinen Lichtreize an unterschiedlichen Stellen. Der Patient drückt jedes Mal eine Taste, wenn ein Licht wahrgenommen wird.
- Kinetische Perimetrie (Goldmann-Perimetrie): Eine Lichtquelle mit gleichbleibender Helligkeit und Größe wird von außen zur Mitte bewegt. Der Patient gibt ein Signal, sobald das Licht sichtbar wird.
- Frequency-Doubling-Technology-Perimetrie (FDT): Dieses Verfahren bietet besondere Vorteile bei der Erkennung eines frühen Glaukoms.
Wenn Sie Auto fahren oder beruflich ein breites Gesichtsfeld benötigen, beispielsweise im Sicherheitsdienst oder in der Verkehrsüberwachung, kann dieser Test für Sie von entscheidender Bedeutung sein. Seine Aufnahme in den Augen-Check-up kann größere spätere Probleme verhindern.
Wie in anderen Bereichen der Medizin entwickelt sich die Technik auch in der Augenheilkunde schnell weiter. Neue Geräte verbessern den Patientenkomfort und ermöglichen Ärzten frühere und genauere Diagnosen.
OCT (Optische Kohärenztomografie)
- Die OCT stellt die Netzhaut auf Mikrometerebene Schicht für Schicht dar.
- Bei Erkrankungen wie Makuladegeneration, Glaukom und diabetischer Retinopathie ermöglicht sie die Untersuchung selbst tiefer Augenstrukturen, ähnlich wie bei der Kontrolle der tragenden Säulen eines Gebäudes.
OCTA (OCT-Angiografie)
- Die OCTA erstellt ohne Farbstoffinjektion eine dreidimensionale Karte der Blutgefäße.
- Die Gefäßstruktur kann nicht invasiv untersucht werden, ohne die bei einer herkömmlichen Angiografie verwendeten Fluoreszein- oder Indocyaninfarbstoffe einzusetzen.
Digitale Funduskameras und Analysen mit künstlicher Intelligenz
- Hochauflösende Fundusaufnahmen dokumentieren die Netzhaut des Patienten.
- Algorithmen mit künstlicher Intelligenz können die Bilder auf frühe Anzeichen einer diabetischen Retinopathie oder Makulaerkrankung untersuchen.
Ultraschallbiomikroskopie (UBM) und weitere Ultraschallverfahren
- Diese Verfahren dienen zur detaillierten Untersuchung des vorderen Augenabschnitts oder zur Darstellung der Netzhaut, wenn undurchsichtige Strukturen wie ein dichter Katarakt die Sicht auf den hinteren Augenabschnitt verhindern.
Dank dieser Innovationen können Befunde, die früher langwierige Verfahren oder besonders erfahrene Untersucher erforderten, systematischer, schneller und zuverlässiger erkannt werden.
Regelmäßige Kontrollen sind für Kontaktlinsenträger wichtiger, als häufig angenommen wird. Eine lang anhaltende oder falsche Anwendung kann Hornhautreizungen, Trockenheit und sogar Geschwüre verursachen.
- Hornhautuntersuchung: Faktoren wie der von der Linse ausgeübte Druck und eine verringerte Sauerstoffdurchlässigkeit können die Gesundheit der Hornhaut beeinflussen. Die Hornhautoberfläche wird mit einem Biomikroskop ausführlich untersucht.
- Prüfung des Linsensitzes: Der Arzt beurteilt, ob Durchmesser und Krümmung der Linse zum Auge passen. Eine falsche Anpassung kann Erschütterungen verursachen, die einem Flugzeug gleichen, das bei der Landung in ein Schlagloch gerät. Dadurch können schwerwiegende Schäden begünstigt werden.
- Reinigung und Pflege der Linsen: Besonders bei weichen Kontaktlinsen ist das Risiko einer Vermehrung von Mikroorganismen höher. Während der Untersuchung beantwortet der Arzt routinemäßig Fragen zur Linsenpflege und empfiehlt bei Bedarf andere Linsentypen.
Kontaktlinsen sollten so verwendet werden, dass sie das „Atmen" des Auges nicht behindern. Ihre Verträglichkeit sollte durch regelmäßige Check-ups kontrolliert werden.
Es besteht eine verbreitete Annahme: „Ich trage keine Brille, also habe ich kein Augenproblem." Das ist nicht vollständig richtig. Manche Erkrankungen stehen nicht mit der Brillenstärke in Verbindung und verursachen möglicherweise keine Symptome. Besonders ein Glaukom oder Netzhautrisse können manchmal unbemerkt fortschreiten, ohne das Sehvermögen zu verringern.
- Untersuchungen in bestimmten Abständen: Ab dem dritten Lebensjahrzehnt wird alle 2-3 Jahre eine routinemäßige Augenuntersuchung empfohlen. Nach dem 40. Lebensjahr sollte mindestens einmal jährlich ein Augen-Check-up erfolgen.
- Altersfaktor: Ab dem vierten oder fünften Lebensjahrzehnt kann eine Presbyopie mit Schwierigkeiten beim Nahsehen entstehen. Selbst eine Person, die zuvor nie eine Brille benötigte, kann plötzlich auf eine Lesebrille angewiesen sein.
- Familiengeschichte: Menschen mit schweren Augenerkrankungen in der Familie sollten häufiger untersucht werden.
Auch wenn Sie keine Brille tragen, ist ein regelmäßiger Augen-Check-up für die frühzeitige Erkennung zahlreicher Erkrankungen äußerst wertvoll.
Die Dauer der Untersuchung hängt von Art und Anzahl der Tests, dem Zustand des Patienten und gegebenenfalls erforderlichen zusätzlichen Verfahren ab. Sie kann etwa 20-30 Minuten bis zu einer Stunde dauern. Werden zusätzliche Untersuchungen wie OCT oder Angiografie durchgeführt, kann sich die Dauer weiter verlängern.
- Anwendung von Augentropfen: Nach der Verwendung pupillenerweiternder Tropfen können verschwommenes Nahsehen und Lichtempfindlichkeit mehrere Stunden anhalten. Wenn Sie mit dem Auto fahren möchten, kann es sinnvoller sein, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder einer Begleitperson zur Untersuchung zu kommen.
- Im Bericht enthaltene Befunde: Nach der Untersuchung informiert Sie der Arzt ausführlich über Ihre Augengesundheit, festgestellte Erkrankungen und den erforderlichen Behandlungs- oder Kontrollplan. Empfehlungen zu Brillen, Kontaktlinsen, Medikamenten oder chirurgischen Eingriffen werden ebenfalls in dieser Phase gegeben.
Jeder Patient hat eine andere Ausgangssituation. So wie ein Architekt für jedes Gebäude einen eigenen Plan erstellt, entwickelt auch der Augenarzt für jeden Patienten einen individuellen Untersuchungs- und Behandlungsplan.
Die nach der Untersuchung erteilten Anweisungen genau zu befolgen, ist für die Vermeidung späterer Probleme besonders wichtig.
Regelmäßige Anwendung verordneter Tropfen oder Medikamente
- Tropfen, die bei Erkrankungen wie Glaukom, trockenem Auge oder allergischer Konjunktivitis verschrieben werden, sollten in der angegebenen Häufigkeit und Weise verwendet werden.
Termine für Kontrolluntersuchungen
- Einige Erkrankungen lassen sich nicht sofort beheben und erfordern regelmäßige Verlaufskontrollen. Der Augenarzt teilt Ihnen mit, wann Sie erneut erscheinen sollten. Diese Termine sind keine zufälligen Daten, die Sie selbst festlegen. Es handelt sich um medizinische Intervalle, die entsprechend der Art der Erkrankung bestimmt werden.
Anpassungen des Lebensstils
- Personen mit langer Bildschirmzeit werden regelmäßige Augenpausen empfohlen. Dabei sollte alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf einen entfernten Punkt geschaut werden.
- Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum können die Blutgefäße und Nerven der Augen schädigen.
- Regelmäßiger Schlaf und eine ausgewogene Ernährung tragen zu einer gesünderen Funktion des gesamten Körpers einschließlich der Augen bei.
Schutzmaßnahmen
- Das Tragen einer Sonnenbrille reduziert die Wirkung ultravioletter Strahlung, die die Anfälligkeit für Katarakt und Makuladegeneration erhöhen kann.
- Das Schwimmen mit Kontaktlinsen oder ungeschützte Augen in einer verschmutzten Umgebung können das Infektionsrisiko erhöhen.
Eine häufig gestellte Frage lautet: „Wie oft sollte ich einen Augen-Check-up durchführen lassen?"
- 0-3 Jahre: Empfohlen werden eine erste Untersuchung bei der Geburt und Kontrollen im Alter von etwa 6 Monaten und 3 Jahren.
- Schulalter (6-16 Jahre): Einmal jährlich oder mindestens alle zwei Jahre. Sehfehler wirken sich direkt auf die Lernleistung aus.
- Junge und mittelalte Erwachsene (20-40 Jahre): Eine allgemeine Kontrolle alle 2-3 Jahre.
- Über 40 Jahre: Einmal jährlich, da Katarakt, Glaukom und Makulaerkrankungen in diesem Zeitraum häufiger auftreten.
- Menschen mit systemischen Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck: Entsprechend der ärztlichen Empfehlung häufiger, beispielsweise alle sechs Monate.
Dieser Zeitplan kann sich je nach Person unterscheiden. Familiengeschichte, bestehende Augenerkrankungen und berufliche Risiken beeinflussen die Häufigkeit der Untersuchungen.
Einige Patienten erschweren Diagnose und Behandlung durch ihr Verhalten vor oder nach der Untersuchung:
- Erscheinen mit Kontaktlinsen: Wenn Tests wie Refraktionsmessung oder Hornhauttopografie durchgeführt werden sollen, muss das Tragen von Kontaktlinsen möglicherweise mindestens einen Tag vor der Untersuchung beendet werden. Andernfalls ist die Hornhautoberfläche an die Form der Linse angepasst und die tatsächlichen Werte können nicht gemessen werden.
- Nicht alle Beschwerden mitteilen oder ernst nehmen: Der Gedanke „Ich habe Kopfschmerzen und sie beeinträchtigen auch meine Augen, aber das ist nicht erwähnenswert" ist ein großer Fehler. Einige Kopfschmerzen, beispielsweise durch Migräne, einen Hirntumor oder Bluthochdruck, können bei der Augenuntersuchung Befunde verursachen.
- Augentropfen aus Angst ablehnen: Tropfen, die die Pupille erweitern oder das Auge betäuben, erhöhen die Qualität der Untersuchung. Manche Patienten verhindern eine vollständige Diagnose, indem sie sagen: „Ich möchte keine Tropfen verwenden." Besonders für die Beurteilung der Netzhaut ist eine erweiterte Pupille entscheidend.
- Verordnete Medikamente eigenständig absetzen: Besonders bei der Glaukombehandlung ist die regelmäßige Anwendung der Tropfen unerlässlich. Die Behandlung mit der Begründung „Meine Beschwerden sind verschwunden" abzubrechen, kann zu einem erneuten Aufflammen der Erkrankung führen.
Ein Augen-Check-up ist wesentlich umfassender, als häufig angenommen wird. Er umfasst zahlreiche Schritte, darunter die Messung der Brillenwerte, die Kontrolle des Augeninnendrucks, die Untersuchung von Netzhaut und Nervengewebe, die Beurteilung der Augenmuskeln und sogar die Erkennung von Hinweisen auf systemische Erkrankungen. Jeder Schritt ist wie ein Teil eines Puzzles und muss sorgfältig durchgeführt werden, damit das Gesamtbild richtig interpretiert werden kann.
Das nach der Untersuchung ausgestellte Rezept muss nicht nur eine Brillenverordnung sein. Frühzeichen von Diabetes oder Bluthochdruck, Augenmanifestationen rheumatischer Erkrankungen und frühe Stadien von Augenerkrankungen wie Glaukom oder Katarakt können ebenfalls durch den Check-up erkannt werden. Diese Erkrankungen können auch ohne deutliche Augenbeschwerden bestehen.
„Ein Augen-Check-up kann mitunter eine Tür sein, die sogar Ihr Leben rettet." Zahlreiche Erkrankungen lassen sich an den Augen erkennen. Wenn erforderliche Maßnahmen rechtzeitig ergriffen werden, können sowohl das Sehvermögen als auch die allgemeine Gesundheit geschützt werden. Regelmäßig durchgeführte umfassende Augenuntersuchungen helfen Ihnen und Ihren Angehörigen, klarer in die Zukunft zu blicken.












































