Augentropfen werden nach einer Kataraktoperation angewendet, um das Infektionsrisiko zu verringern, Entzündungen zu kontrollieren und die Heilung zu fördern. Eine regelmäßige und korrekte Anwendung ist für den Erfolg der Operation von entscheidender Bedeutung.
In der Regel werden antibiotische, kortisonhaltige und befeuchtende Augentropfen verschrieben. Die Anwendung in der vom Arzt empfohlenen Häufigkeit und Dosierung bildet die Grundlage der Behandlung.
Bei der Anwendung der Tropfen sind die Hygieneregeln zu beachten. Saubere Hände, das Vermeiden eines Kontakts zwischen Tropferspitze und Auge sowie die Einhaltung der empfohlenen Zeitabstände helfen, Infektionen zu verhindern.
Während der Behandlung sollten keine Anwendungen ausgelassen werden. Bei einer Zunahme der Beschwerden oder dem Auftreten einer allergischen Reaktion muss ein Arzt aufgesucht werden. Die regelmäßige Anwendung trägt zum Schutz des Sehvermögens bei.
Eine Kataraktoperation wird durchgeführt, wenn sich die natürliche Augenlinse eintrübt. Dabei wird die getrübte Linse entfernt und durch eine künstliche Intraokularlinse ersetzt. Für diesen Eingriff sind mikroskopisch kleine Schnitte und Manipulationen am Augengewebe erforderlich. Obwohl diese Schnitte bei modernen Techniken sehr klein sind, handelt es sich dennoch um einen Eingriff in das Körpergewebe. Folgende Faktoren erklären die Bedeutung der Behandlung mit Augentropfen:
- Kontrolle der Entzündung: Es ist normal, dass das Gewebe des Auges auf den chirurgischen Eingriff reagiert. Nach jedem operativen Trauma leitet der Körper die Wundheilung durch eine Entzündungsreaktion ein. Fällt diese Reaktion stärker als notwendig aus oder verläuft sie unkontrolliert, können unerwünschte Komplikationen wie ein zystoides Makulaödem auftreten. Entzündungshemmende Tropfen, darunter Kortikosteroide und nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAR), reduzieren dieses Risiko.
- Verringerung des Infektionsrisikos: Jeder Eingriff, bei dem das Innere des Auges eröffnet wird, ist unabhängig von den sterilen Bedingungen mit einem Infektionsrisiko verbunden. Dieses Risiko ist zwar sehr gering, schwere Infektionen wie eine Endophthalmitis können jedoch Folgen bis hin zum dauerhaften Sehverlust haben. Nach der Operation werden antibiotische Augentropfen verschrieben, um dieser mikrobiellen Gefahr entgegenzuwirken.
- Befeuchtung der Augenoberfläche: Wie bei jedem chirurgischen Eingriff kommt es auch am Auge zu vorübergehenden Veränderungen an der Oberfläche von Hornhaut und Bindehaut. Dadurch kann das Gleichgewicht des Tränenfilms gestört werden und es können Trockenheit oder ein Fremdkörpergefühl entstehen. Künstliche Tränen oder ähnliche befeuchtende Tropfen werden verschrieben, um den Komfort des Patienten zu verbessern und eine gesunde Heilung der Hornhautoberfläche zu unterstützen.
- Regulierung des Augeninnendrucks: Bei manchen Patienten können nach der Operation Schwankungen des Augeninnendrucks auftreten. Ein erhöhter Augeninnendruck, der sich nicht medikamentös kontrollieren lässt, kann den Sehnerv dauerhaft schädigen. Daher können Ärzte bei Bedarf drucksenkende Augentropfen verschreiben, um eine zusätzliche Belastung des Auges zu vermeiden.
Unter Berücksichtigung all dieser Faktoren ist die Anwendung von Augentropfen nach der Operation ebenso wichtig wie das regelmäßige Bewässern neu ausgesäter Samen in einem empfindlichen Garten. So wie sich Samen ohne die richtige Bewässerung nicht entwickeln können, kann auch das operierte Auge ohne angemessene Pflege Schwierigkeiten haben, das gewünschte Ergebnis zu erreichen.
Die nach der Operation verwendeten Augentropfen lassen sich im Allgemeinen in mehrere Gruppen einteilen. Der Arzt verschreibt sie entsprechend dem Infektionsrisiko, dem Ausmaß der Entzündung und dem allgemeinen Zustand des Auges. Die wichtigsten Gruppen lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:
- Antibiotische Augentropfen
Fluorchinolone wie Moxifloxacin und Gatifloxacin: Dabei handelt es sich um Breitbandantibiotika. Sie werden häufig nach Augenoperationen verschrieben und ihre Wirksamkeit wird durch klinische Untersuchungen gestützt.
Tropfen mit einer Kombination aus Levofloxacin und Dexamethason: Sie können sowohl antibakteriell als auch entzündungshemmend wirken. Sie werden insbesondere eingesetzt, um das Infektionsrisiko im Operationsbereich zu minimieren und lokale Entzündungen zu reduzieren.
- Steroidhaltige Augentropfen (Kortikosteroide)
Prednisolonacetat, Loteprednoletabonat und Dexamethason: Diese Wirkstoffe sind sehr wirksam bei der Bekämpfung von Entzündungen. Kortikosteroide können jedoch bei langfristiger oder hoch dosierter Anwendung den Augeninnendruck erhöhen oder bei manchen Patienten die Wundheilung verzögern.
Einige Tropfen, beispielsweise Loteprednol, sind so formuliert, dass sie die Steroidwirkung kontrollierter und mit einem geringeren Nebenwirkungsprofil entfalten.
- Nichtsteroidale entzündungshemmende Augentropfen (NSAR)
Ketorolac, Bromfenac und Nepafenac: Diese lindern postoperative Schmerzen, Schwellungen und Entzündungsprozesse. Ihre Wirksamkeit kann sich bei kombinierter Anwendung mit Kortikosteroiden erhöhen.
Sie werden häufig bei Patienten eingesetzt, die keine Kortikosteroide verwenden sollten oder neben Steroidtropfen eine zusätzliche Unterstützung benötigen.
- Künstliche Tränen und befeuchtende Präparate
Künstliche Tränenflüssigkeit: Sie erhält die Feuchtigkeit auf der Augenoberfläche und lindert Stechen, Brennen und das Gefühl, Sand im Auge zu haben.
Präparate mit wenigen oder keinen Konservierungsmitteln: Bei langfristiger Anwendung können sie dazu beitragen, das Risiko von Reizungen und toxischen Wirkungen auf die Augenoberfläche zu verringern.
- Augentropfen zur Regulierung des Augeninnendrucks
Prostaglandinanaloga, Betablocker, Carboanhydrasehemmer und Alpha-Agonisten: Bei Bedarf regulieren sie das Gleichgewicht zwischen der Produktion und dem Abfluss der Flüssigkeit im Auge und helfen dadurch, den Augeninnendruck unter Kontrolle zu halten.
Nicht alle diese Gruppen müssen jedem Patienten verschrieben werden. Der Arzt wählt die geeignete Kombination entsprechend der Operationsart, bestehenden Erkrankungen wie Diabetes oder Glaukom, dem Schwierigkeitsgrad des Eingriffs und der Gewebereaktion des Auges aus. So wie verschiedene Pflanzen unterschiedliche Dünge- und Bewässerungspläne benötigen, ist auch jedes Auge anders und erfordert einen individuellen Pflegeplan.
Viele Patienten befürchten, dass die Tropfen aus dem Auge herauslaufen oder die vorgesehene Dosis nicht vollständig in das Auge gelangt. Dies kann besonders bei älteren Menschen oder bei zusätzlichen Schwierigkeiten wie einem Handtremor oder einer Sehbeeinträchtigung auffallen. Werden bestimmte Schritte beachtet, lassen sich diese Schwierigkeiten jedoch meist problemlos überwinden:
- Saubere Hände: Vor der Anwendung von Augentropfen müssen die Hände mit Wasser und Seife gewaschen werden. Dies ist der erste wichtige Schritt, um das Eindringen unerwünschter Mikroorganismen in das Auge zu verhindern.
- Richtige Position: Idealerweise wird der Kopf leicht nach hinten geneigt, das Unterlid nach unten gezogen, sodass eine kleine Tasche entsteht, und der Tropfen in diese Tasche gegeben. Manche Patienten bevorzugen es, dabei vor einem Spiegel zu sitzen oder zu liegen.
- Kontakt zwischen Auge und Flasche: Die Spitze der Tropfflasche darf keinesfalls das Auge oder die Wimpern berühren. Bei einer Berührung kann die Tropferspitze durch Mikroorganismen verunreinigt werden und ein zusätzliches Infektionsrisiko entstehen.
- Wartezeit: Hat der Arzt mehrere Arten von Tropfen verschrieben, ist ein Abstand von mindestens 5 Minuten zwischen den einzelnen Präparaten sinnvoll. Dadurch kann der erste Tropfen ausreichend aufgenommen werden und die Medikamente vermischen oder verdünnen sich nicht gegenseitig.
- Druck auf den Tränen-Nasen-Kanal: Nach dem Einträufeln kann mit einem Finger sanfter Druck auf den inneren Augenwinkel neben der Nase ausgeübt werden. Dadurch fließt weniger Medikament über den Tränenkanal in den Rachen. Das Medikament bleibt länger an seinem Wirkort und die Aufnahme in den systemischen Kreislauf wird begrenzt.
- Allgemeine Empfehlungen: Nach der Anwendung können kurzzeitig Stechen, Brennen oder leicht verschwommenes Sehen auftreten. Halten diese Wirkungen länger an oder verstärken sie sich, sollte unverzüglich der Arzt kontaktiert werden.
Die Anwendungstechnik lässt sich damit vergleichen, wie ein Musiker sein Instrument richtig stimmt. Von einem falsch gestimmten Instrument kann kein schöner Klang erwartet werden. Ebenso wird es schwieriger, die gewünschten Behandlungsziele zu erreichen, wenn Augentropfen nicht richtig angewendet werden.
Die Verordnung der Augentropfen nach der Operation richtet sich nach dem Allgemeinzustand des Patienten und der chirurgischen Technik. Häufig angewandte Standardprotokolle sehen jedoch in der Regel folgendermaßen aus:
- Antibiotische Tropfen: Sie werden in den ersten ein oder zwei Wochen nach der Operation häufig angewendet, teilweise bis zu viermal täglich. Damit soll auf der Augenoberfläche ein kontinuierlicher Schutz vor Bakterien geschaffen werden.
- Steroidhaltige Tropfen: Sie können während der ersten Tage oder Wochen mehrmals täglich angewendet werden. Anschließend wird die Dosis schrittweise reduziert. Ein Ausschleichschema kann beispielsweise vier Anwendungen täglich in der ersten Woche, drei in der zweiten, zwei in der dritten und eine in der vierten Woche vorsehen. Ziel ist es, den Entzündungsprozess zu kontrollieren und eine vollständige Heilung des Auges zu ermöglichen.
- NSAR-Tropfen: Zur Verringerung postoperativer Schmerzen und Schwellungen können sie mehrere Wochen lang ein- bis zweimal täglich empfohlen werden.
- Befeuchtende Tropfen: Die Anwendungshäufigkeit richtet sich nach dem Komfort des Patienten und dem Ausmaß der Augentrockenheit. Manche Patienten kommen mit mehreren Anwendungen täglich aus, während andere eine häufigere Anwendung benötigen.
- Drucksenkende Augentropfen: Sie können Patienten mit einer Neigung zu erhöhtem Augeninnendruck oder einem bereits bestehenden Glaukom verschrieben werden. Die Häufigkeit richtet sich nach dem jeweiligen Wirkstoff.
Der Arzt plant Häufigkeit und Dauer der Anwendung individuell, indem er den Zustand der Augen und die systemische Gesundheit jedes Patienten überwacht. Die im Behandlungsplan angegebenen Häufigkeiten lassen sich mit der Route einer Reise vergleichen. Je nach den Bedingungen auf dem Weg kann es erforderlich sein, das Tempo zu erhöhen oder zu verringern. Entscheidend ist, den Anweisungen des Arztes sorgfältig zu folgen.
Die Anwendungsdauer der Augentropfen kann abhängig von der Operationsart, der Heilungsgeschwindigkeit und dem Risiko möglicher Komplikationen variieren. Allgemein sollten folgende Angaben berücksichtigt werden:
- Antibiotika: Sie werden normalerweise höchstens 2 Wochen angewendet. In der ersten Woche erfolgt die Anwendung häufiger, in der zweiten Woche wird die Häufigkeit reduziert und das Präparat anschließend abgesetzt.
- Steroide (Kortikosteroide): Sie werden durchschnittlich 4-6 Wochen angewendet und entsprechend dem Behandlungsverlauf durch eine schrittweise Dosisreduzierung abgesetzt. Bei manchen Patienten können Entzündungsreaktionen länger anhalten. In diesem Fall kann die Anwendung mit Zustimmung des Arztes verlängert werden.
- NSAR-Augentropfen: Die Anwendung kann ungefähr 4 Wochen, manchmal bis zu 6 Wochen fortgesetzt werden. Besonders bei Patienten mit einem erhöhten Risiko für ein zystoides Makulaödem kann eine längere Anwendung erforderlich sein.
- Befeuchtende Tropfen: Für ihre postoperative Anwendung besteht keine feste zeitliche Begrenzung. Sie können verwendet werden, solange Beschwerden durch trockene Augen bestehen. Auch lange nach der Operation können Patienten mit trockenen Augen nach Rücksprache mit ihrem Arzt weiterhin künstliche Tränen anwenden.
Bei manchen Patienten kann sich die Behandlungsdauer aufgrund bereits vor der Operation bestehender chronischer Augenerkrankungen wie Glaukom oder Uveitis unterscheiden. So wie die benötigte Zementmenge und Reparaturdauer bei einem Gebäude von dessen Struktur abhängen, verläuft auch jeder Heilungsprozess am Auge individuell.
Wie alle Medikamente können Augentropfen Nebenwirkungen verursachen. Diese treten jedoch nicht bei jedem Menschen auf und sind meist leicht. Zu den wichtigsten möglichen Nebenwirkungen gehören:
- Brennen oder Stechen im Auge: Besonders unmittelbar nach dem Einträufeln kann kurzzeitig ein brennendes oder stechendes Gefühl auftreten. Dies ist meist vorübergehend und leicht.
- Rötung der Augenlider und der Augenpartie: Antibiotische oder steroidhaltige Tropfen können selten allergische Reaktionen auslösen. Bei Rötung, Schwellung oder starkem Tränen sollte ein Arzt konsultiert werden.
- Wirkungen von Kortikosteroiden: Bei langfristiger Anwendung können sie den Augeninnendruck erhöhen und in seltenen Fällen das Fortschreiten eines Katarakts fördern. Deshalb ist es wichtig, dass der Arzt den Augeninnendruck kontrolliert.
- Auswirkungen von NSAR auf die Hornhaut: In sehr seltenen Fällen können Hornhauterosionen oder ulzerative Veränderungen auftreten. Wenn Beschwerden wie starke Augenschmerzen oder verschwommenes Sehen ausgeprägter als erwartet sind, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
- Systemische Wirkungen: Wird auf den Tränen-Nasen-Kanal am inneren Augenwinkel kein Druck ausgeübt, kann das Medikament in den Rachen und von dort in den systemischen Kreislauf gelangen. Besondere Vorsicht ist bei betablockerhaltigen Tropfen geboten, da sie den Herzrhythmus beeinflussen können. Die nach einer Kataraktoperation am häufigsten verschriebenen Tropfen verursachen jedoch üblicherweise keine schweren systemischen Nebenwirkungen.
Die Behandlung aus Angst vor diesen Nebenwirkungen vorzeitig abzubrechen, kann den Operationserfolg gefährden. Der Arzt trifft Maßnahmen gegen mögliche Nebenwirkungen und kann die Behandlung durch einen Wechsel des Medikaments optimieren. So wie es riskant ist, mit einem kleinen Loch im Autoreifen weiterzufahren, ohne es reparieren zu lassen, ist auch bei diesen Beschwerden eine rechtzeitige Reaktion sehr wichtig.
Nach der Operation werden häufig mehrere Augentropfen verschrieben. Es ist durchaus üblich, dass ein Patient am selben Tag antibiotische, steroidhaltige und NSAR-Tropfen verwendet. Bei der aufeinanderfolgenden Anwendung sind folgende Punkte zu beachten:
- Mindestens 5 Minuten zwischen den Tropfen warten: Werden unterschiedliche Wirkstoffe gleichzeitig in das Auge gegeben, können sie sich gegenseitig bei der Aufnahme behindern. Die Wartezeit ermöglicht es dem ersten Tropfen, auf der Augenoberfläche zu verbleiben, und dem zweiten Tropfen, ebenfalls wirksam in das Auge einzudringen.
- Bedeutung der Reihenfolge: Grundsätzlich sollte die vom Arzt empfohlene Reihenfolge eingehalten werden. Als praktische Vorgehensweise können zunächst das Antibiotikum, danach das Steroid und zuletzt die NSAR-Tropfen angewendet werden. Diese Reihenfolge kann jedoch je nach Medikament variieren. Der Arzt kann entsprechend dem Zustand des Patienten eine andere Reihenfolge empfehlen.
- Zeitpunkt befeuchtender Tropfen: Werden befeuchtende Präparate 5-10 Minuten nach den übrigen Tropfen angewendet, sinkt das Risiko einer Verdünnung der therapeutischen Medikamente. Insbesondere bei künstlichen Tränen sollte ein Abstand eingehalten werden, damit sie die anderen Medikamente nicht verdünnen.
- Verwendung von Kontaktlinsen: Nach der Operation wird üblicherweise empfohlen, für eine bestimmte Zeit keine Kontaktlinsen zu tragen. Sollen Kontaktlinsen verwendet werden, muss zwischen dem Einträufeln und dem Einsetzen der Linsen ein Abstand von mindestens 15 Minuten liegen.
Augenstruktur, allgemeiner Gesundheitszustand und Schwierigkeitsgrad der Operation unterscheiden sich bei jedem Patienten. Daher kann auch der Behandlungsplan für die Augentropfen individuell variieren. Bei einem Patienten mit Diabetes kann die Wundheilung beispielsweise langsamer verlaufen und zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen können erforderlich sein. Ebenso muss bei Glaukompatienten der Augeninnendruck nach der Operation kontrolliert werden. Der Arzt berücksichtigt dabei folgende Kriterien:
- Alter und systemische Erkrankungen des Patienten: Mit zunehmendem Alter können sich die Heilungsmechanismen im Auge verlangsamen. Systemische Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes und rheumatische Erkrankungen können die Heilung ebenfalls beeinflussen.
- Bereits bestehende Augenerkrankungen: Chronische Erkrankungen wie Glaukom, Uveitis und trockene Augen beeinflussen die postoperative Tropfenplanung unmittelbar.
- Operationstechnik: Nach einer Kataraktentfernung mit modernen Verfahren wie der Phakoemulsifikation kann die Heilung schneller erfolgen. Bei älteren Methoden mit Nähten oder längeren Schnitten kann der Verlauf anders sein.
Eigenverantwortung des Patienten: Manche Patienten achten darauf, ihre Medikamente genau zur vorgesehenen Zeit anzuwenden. Andere benötigen möglicherweise Erinnerungs-Apps auf dem Smartphone oder die Unterstützung von Angehörigen.
Die Beachtung der folgenden Punkte bei der Anwendung von Augentropfen nach einer Kataraktoperation trägt zu einem möglichst reibungslosen Heilungsverlauf bei:
- Regelmäßige Kontrolltermine: Die ersten Kontrollen erfolgen meist am Tag nach der Operation, nach einer Woche und nach einem Monat. Der Arzt kann nach der Beurteilung des Auges die Dosierung der Tropfen anpassen.
- Reiben des Auges vermeiden: Nach der Operation können leichter Juckreiz oder ein stechendes Gefühl auftreten. Durch Reiben können die Operationsschnitte belastet, das Infektionsrisiko erhöht oder die Position der Kunstlinse beeinflusst werden.
- Schlafposition und Hygiene: Anfangs sollte eine Schlafposition gewählt werden, bei der kein Druck auf das Auge ausgeübt wird. Der Kontakt des Auges mit benutzten Taschentüchern oder Handtüchern kann ebenfalls ein Infektionsrisiko darstellen.
- Schutz vor Sonnenlicht: Das Auge kann nach der Operation etwas lichtempfindlich sein. Eine Sonnenbrille mit hohem UV-Schutz verringert die Beschwerden und unterstützt die Heilung.
- Kontakt mit Wasser und Staub: Während der ersten Tage sollte darauf geachtet werden, dass keine Seife, kein Shampoo, verunreinigtes Wasser und keine Kosmetikprodukte in das Auge gelangen. Falls eine Reinigung erforderlich ist, sollte die Augenpartie sehr vorsichtig mit dafür geeigneten Reinigungstüchern gesäubert werden.
- Lagerung der Augentropfen: Manche Augentropfen müssen bei Raumtemperatur, andere im Kühlschrank gelagert werden. Die Hinweise auf der Flasche oder in der Packungsbeilage müssen beachtet werden.
Diese Maßnahmen bilden während der empfindlichen Zeit nach der Operation einen Schutzschild für das Auge. So wie eine neu gepflanzte Blume in den ersten Tagen vor starkem Wind und Schlamm geschützt werden sollte, verdient auch das operierte Auge dieselbe Sorgfalt.
Eine unregelmäßige Anwendung der Augentropfen nach der Operation verringert die Wirksamkeit der Behandlung erheblich. Zu den wichtigsten möglichen Folgen gehören:
- Erhöhtes Infektionsrisiko: Werden Antibiotika nicht regelmäßig angewendet, können die Bakterien auf der Augenoberfläche möglicherweise nicht vollständig beseitigt werden. Gleichzeitig kann das Risiko der Entwicklung resistenter Mikroorganismen steigen.
- Unzureichende Kontrolle der Entzündung: Werden Steroid- oder NSAR-Tropfen ausgelassen, können Schwellung und Schmerzen im Auge zunehmen. Eine unvollständig behandelte Entzündung kann später zu unerwünschten Komplikationen führen.
- Verzögerte Verbesserung der Sehqualität: Das Risiko für Erkrankungen wie ein zystoides Makulaödem steigt, wenn die Tropfen nicht korrekt und rechtzeitig angewendet werden. Dadurch kann sich das Erreichen der vollständigen Sehschärfe verzögern.
- Langfristiger Erfolg der Operation: In den ersten Wochen ist das Auge besonders empfindlich. Jeder Fehler in dieser Phase kann den langfristigen Operationserfolg beeinträchtigen.
Nachdem das Fundament eines Gebäudes gegossen wurde, muss der Beton in bestimmten Abständen bewässert werden, damit er richtig aushärtet. Wird dieser Schritt vernachlässigt, können später Risse entstehen und die Struktur schwächen. Ebenso benötigt das Auge nach der Operation eine sorgfältige Pflege und regelmäßige Behandlung.
Die Forschung an Methoden, mit denen sich die Anwendung von Augentropfen nach einer Kataraktoperation erleichtern oder reduzieren lässt, wird fortgesetzt. Beispiele hierfür sind:
- Systeme mit kontinuierlicher Wirkstofffreisetzung: Kleine Implantate oder spezielle Materialien, die in das Auge eingesetzt werden, können Medikamente über längere Zeit freisetzen und den Bedarf an Augentropfen verringern. Die kontinuierliche Freisetzung von Steroiden wie Dexamethason hat in einigen Studien den postoperativen Komfort verbessert.
- Intravitreale oder subkonjunktivale Injektionen: Die Injektion antibiotischer oder steroidhaltiger Medikamente in das Auge oder unter die Bindehaut kann in manchen Fällen die erforderliche Anwendungshäufigkeit der Tropfen deutlich reduzieren. Dieses Verfahren ist jedoch nicht für jeden Patienten geeignet und erfordert eine ärztliche Beurteilung.
- Intelligente Verschlusskappen für Augentropfen: Obwohl sie noch nicht weitverbreitet sind, werden elektronische Verschlusskappen entwickelt, die Patienten an die Anwendung zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Dosierung erinnern.
- Alternative unterstützende Methoden: Warme Kompressen, Massagen der Augenpartie oder spezielle beheizte Augenmasken können trockene Augen lindern. Nach einer Operation sollte jedoch keine Anwendung ohne Zustimmung des Arztes ausprobiert werden.
Eine standardmäßig eingesetzte Methode, die den Bedarf an Augentropfen vollständig beseitigt, gibt es derzeit nicht. Die vorhandenen Daten zeigen weiterhin, dass die Behandlung mit Augentropfen wirksam, sicher und praktisch ist.
Der Augentropfen läuft aus meinem Auge. Wurde trotzdem genügend Medikament aufgenommen?
Das Auge kann nur eine begrenzte Flüssigkeitsmenge aufnehmen. Überschüssige Flüssigkeit läuft von der Augenoberfläche ab. Es ist daher normal, dass der Tropfen aus dem Auge herausläuft. In der Regel verbleibt eine ausreichende Menge des Wirkstoffs im Auge. Es besteht kein Grund zur Sorge. Die nächste Dosis sollte entsprechend der Anweisung angewendet werden.
Sollte ich die nächste Dosis verdoppeln, wenn ich eine Anwendung vergessen habe?
Nein. Sobald die vergessene Anwendung bemerkt wird, sollte möglichst bald eine einfache Dosis angewendet werden. Eine doppelte Dosis wird nicht empfohlen. Die weiteren Anwendungen sollten wieder nach den Anweisungen des Arztes erfolgen.
Wird das verschwommene Sehen durch die Augentropfen verursacht?
Einige Augentropfen können kurzfristig zu einer Unschärfe auf der Hornhautoberfläche führen. Verschwindet diese Wirkung nicht innerhalb weniger Minuten oder verstärkt sich die Sehbeeinträchtigung, sollte ein Arzt konsultiert werden.
Wie lange können Augentropfen aufbewahrt werden?
Die meisten Augentropfen sollten innerhalb von 4 Wochen nach dem Öffnen aufgebraucht werden. Auf der Flasche ist ein Verfallsdatum angegeben, zusätzlich muss jedoch die Verwendungsdauer nach dem Öffnen beachtet werden. Konservierungsmittelfreie Tropfen werden meist in Einzeldosisbehältern angeboten und dürfen nach dem Öffnen nur einmal verwendet werden.
Ich habe Augentropfen verschluckt. Kann das schädlich sein?
Bei versehentlichem Verschlucken sind normalerweise keine schweren systemischen Wirkungen zu erwarten. Bei wiederholtem Verschlucken oder der Aufnahme einer größeren Menge sollte jedoch möglicherweise ein Arzt konsultiert werden.












































