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Welche Arten von Katarakt gibt es?

Ein Katarakt ist eine Erkrankung, bei der die natürliche Augenlinse ihre Transparenz verliert. Er kann in verschiedene Formen eingeteilt werden. Nukleare, kortikale und subkapsuläre Katarakte gehören zu den häufigsten Kataraktarten. Jede Form wirkt sich unterschiedlich auf die Sehqualität aus und kann verschieden schnell fortschreiten. Eine nukleare Katarakt entsteht im Zentrum der Augenlinse und beeinträchtigt besonders […]

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Welche Arten von Katarakt gibt es?

Ein Katarakt ist eine Erkrankung, bei der die natürliche Augenlinse ihre Transparenz verliert. Er kann in verschiedene Formen eingeteilt werden. Nukleare, kortikale und subkapsuläre Katarakte gehören zu den häufigsten Kataraktarten. Jede Form wirkt sich unterschiedlich auf die Sehqualität aus und kann verschieden schnell fortschreiten.

Eine nukleare Katarakt entsteht im Zentrum der Augenlinse und beeinträchtigt besonders das Sehen in der Ferne. Eine kortikale Katarakt entwickelt sich in der äußeren Schicht der Linse und verursacht weiße, keilförmige Trübungen. Eine subkapsuläre Katarakt kann schneller fortschreiten und die Lichtempfindlichkeit erhöhen.

Eine angeborene Katarakt ist eine besondere Form, die bei Säuglingen auftritt und sich aufgrund genetischer Faktoren oder Infektionen entwickeln kann. Eine traumatische Katarakt kann nach einer Augenverletzung entstehen. Durch eine frühzeitige Diagnose lassen sich diese Formen wirksamer behandeln.

Die genaue Bestimmung der Kataraktform ist für die Planung der Behandlung sehr wichtig. Eine augenärztliche Untersuchung und ausführliche Beurteilung ermöglichen eine geeignete zeitliche Planung der Operation und die richtige Auswahl der Linse.

Grundsätzlich gibt es mehrere Hauptformen der Katarakt: die nuklearsklerotische, die kortikale und die hintere subkapsuläre Katarakt. Diese Formen unterscheiden sich danach, in welchem Bereich der natürlichen Augenlinse sie entstehen. Die Linse ist eine kleine, aber äußerst wichtige Struktur im Auge. Ähnlich wie das Objektiv einer Kamera bricht sie das Licht und hilft dabei, es auf der Netzhaut zu fokussieren. Ein Transparenzverlust in einem beliebigen Bereich der Linse kann das Sehvermögen auf unterschiedliche Weise und in unterschiedlichem Ausmaß beeinträchtigen.

  • Eine nuklearsklerotische Katarakt entsteht genau im Zentrum der Linse, in dem als Kern oder Nukleus bezeichneten Bereich. Mit der Zeit führt sie zu einer Verhärtung und Gelbfärbung.
  • Eine kortikale Katarakt beginnt an den äußeren Rändern der Linse im Bereich des Kortex. Sie bildet meist weißliche Linien, die sich in Richtung Zentrum erstrecken und an Keile oder die Zähne eines Zahnrads erinnern.
  • Eine hintere subkapsuläre Katarakt entsteht im hinteren Bereich der Linse nahe der Kapsel. Sie kommt besonders bei jüngeren Patienten, bei der Anwendung von Steroiden oder bei bestimmten systemischen Erkrankungen vor und schreitet meist schnell fort.

Diese Unterschiede beeinflussen sowohl die Art und Geschwindigkeit des Fortschreitens als auch die auftretenden Beschwerden. Eine nuklearsklerotische Katarakt kann beispielsweise altersbedingt über mehrere Jahre langsam fortschreiten, während eine hintere subkapsuläre Katarakt innerhalb deutlich kürzerer Zeit einen ausgeprägten Sehverlust verursachen kann. Eine kortikale Katarakt breitet sich gewöhnlich vom Rand in Richtung Zentrum aus. Aufgrund dieser unterschiedlichen Positionen kann auch die Art der im Alltag wahrgenommenen Sehprobleme variieren.

Eine nuklearsklerotische Katarakt kann mit einem Eigelb verglichen werden, das hart wird und seine Farbe verändert. Der Begriff „nuklear" bezeichnet den Kern im Zentrum der Linse. Mit der Zeit wird dieser Kern gelb und hart. Dadurch werden der Durchtritt und die Brechung des Lichts zunehmend komplizierter.

Diese Kataraktform schreitet gewöhnlich langsam fort. Zu Beginn können deshalb leichte Sehtrübungen und eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber entgegenkommenden Scheinwerfern, besonders beim nächtlichen Autofahren, auffallen. Die Verhärtung der Linse kann anfangs manchmal zu einer Verbesserung des Nahsehens führen. Dies wird umgangssprachlich als „zweites Sehen" bezeichnet. Betroffene können vorübergehend glauben, weniger auf eine Brille angewiesen zu sein. Dieser Zustand ist jedoch nicht dauerhaft. Wenn die Linse weiter verhärtet und sich gelb verfärbt, nehmen die Schwierigkeiten beim Nah- und Fernsehen allmählich deutlich zu. Farben können mit der Zeit blasser oder gelblich erscheinen.

Eine nukleare Katarakt kann sich anfühlen wie der Blick auf verblasste, vergilbte Bilder in einem alten Fotoalbum. Obwohl die Beschaffenheit und die Erinnerungen des Albums wertvoll bleiben, wird es unvermeidlich schwieriger, neue und lebendige Farben zu sehen. Die nuklearsklerotische Katarakt ist die häufigste Form im höheren Lebensalter. Da sie langsam fortschreitet, kann sie durch regelmäßige Augenuntersuchungen gut überwacht werden. Bei einer erheblichen Beeinträchtigung des Sehvermögens wird eine Operation in Betracht gezogen.

Die kortikale Katarakt ist nach der äußeren Linsenschicht benannt, die als Kortex bezeichnet wird. Dieser Bereich umgibt den Linsenkern ähnlich wie eine Schale. Eine Störung des Wasser- und Eiweißgleichgewichts in der kortikalen Schicht führt zu weißen, undurchsichtigen Linien oder keilförmigen Bereichen in der Linse. Das Erscheinungsbild dieser Linien kann an die Schnittflächen eines Kuchenstücks erinnern. Anfangs treten die Trübungen klein und am Rand auf. Mit zunehmendem Fortschreiten erstrecken sie sich jedoch zum Zentrum und reduzieren die Sehqualität.

Im Alltag äußert sich eine kortikale Katarakt meist durch Lichtreflexe und Blendung. Besonders beim nächtlichen Autofahren zählen Lichtstrahlen, Blendung oder Lichtstreuung um entgegenkommende Scheinwerfer zu den häufigen Beschwerden. Auch eine starke Blendung in sehr hellen Umgebungen ist ein verbreitetes Symptom. Eine kortikale Katarakt kann als natürlicher Teil des Alterungsprozesses entstehen, bei Menschen mit Diabetes oder langfristiger UV-Belastung aber auch früher auftreten.

Eine kortikale Katarakt verursacht eine Trübung, die sich zum Zentrum hin ausbreitet, als wären die Ränder einer Glasscheibe mit Klebstoff bestrichen worden. Zu Beginn kann sie wie ein unbedeutender Fleck oder eine dünne Linie aussehen und leicht übersehen werden. Im Laufe der Zeit wird sie jedoch deutlicher und kann erhebliche Sehbeeinträchtigungen verursachen. Durch regelmäßige Augenuntersuchungen lässt sich dieser Prozess engmaschig überwachen und bei Bedarf operativ korrigieren.

Eine hintere subkapsuläre Katarakt (PSC) entsteht im hinteren Bereich der Linse nahe der Kapsel. Manchmal kann der wichtigste Punkt eines Raums die hinterste Wand sein. Damit das Licht klar auf die Netzhaut fallen kann, muss auch diese hintere Wand sauber und glatt sein. Bei einer PSC geht die Transparenz genau an dieser Stelle verloren.

Diese Kataraktform schreitet meist schneller fort und kann bereits in einem frühen Stadium zu einem deutlichen Sehverlust führen. Schwierigkeiten beim Lesen, Lichtempfindlichkeit, besonders bei hellem Sonnenlicht, und beeinträchtigtes Nachtsehen gehören zu den charakteristischen Beschwerden einer PSC. Manche Betroffene berichten über einen trüben Nebelschleier vor den Augen oder über Lichthöfe um Lichtquellen.

Das schnelle Fortschreiten einer hinteren subkapsulären Katarakt kann die alltäglichen Aktivitäten innerhalb kurzer Zeit einschränken. Treppensteigen, Arbeiten am Computer, Lesen oder nächtliches Autofahren können durch Sehtrübungen und Blendung erschwert werden. Steroideinnahme in jungen Jahren, Diabetes und bestimmte entzündliche Augenerkrankungen können die Entstehung dieser Kataraktform begünstigen. Bei einer frühzeitigen Diagnose kann das klare Sehen durch eine zum geeigneten Zeitpunkt durchgeführte Kataraktoperation wiederhergestellt werden.

Wie der Name bereits erkennen lässt, ist eine angeborene Katarakt bei der Geburt vorhanden und kann erblich oder entwicklungsbedingt sein. Obwohl das Kataraktrisiko für die meisten Säuglinge gering ist, werden manche Kinder mit diesem Problem geboren oder entwickeln es in den ersten Lebensabschnitten. Da sich das Sehvermögen im Säuglings- und Kindesalter schnell entwickelt, ist die frühzeitige Diagnose einer angeborenen Katarakt von entscheidender Bedeutung. Solange ein Säugling nicht klar sehen kann, können die Sehbahnen keine ausreichende Verbindung zum Gehirn aufbauen und es kann sich eine Amblyopie entwickeln.

Eine angeborene Katarakt kann ein oder beide Augen betreffen. Häufig spielen genetische Faktoren, Infektionen während der Schwangerschaft oder andere gesundheitliche Probleme eine Rolle. Wenn beispielsweise Familienmitglieder ähnliche Probleme haben, steigt die Wahrscheinlichkeit einer angeborenen Katarakt beim Säugling. Routinemäßige Augenuntersuchungen während der Neugeborenenperiode sind deshalb lebenswichtig. Dank einer frühzeitigen Diagnose kann in den für die Sehentwicklung besonders wichtigen ersten Lebensjahren durch eine Operation oder andere Behandlungsansätze die Entwicklung eines normalen Sehvermögens unterstützt werden.

Eine traumatische Katarakt entwickelt sich nach einer körperlichen Schädigung des Auges. Diese kann durch einen direkten Schlag, eine Verletzung mit einem scharfen oder eindringenden Gegenstand sowie durch chemische Substanzen oder Strahlung entstehen. Die Augenlinse ist von einer dünnen und empfindlichen Kapsel umgeben. Wird deren Integrität beeinträchtigt, können sich die Eiweiße in der Linse verändern und der Trübungsprozess kann beginnen.

Ein harter Schlag auf das Auge beim Basketball oder ein Glassplitter, der beim Zerbrechen einer Scheibe in das Auge gelangt, kann schwere Schäden verursachen und zu einer traumatischen Katarakt führen. Eine traumatische Katarakt entsteht nicht immer sofort. Die Folgen des Unfalls können erst Wochen oder Monate später sichtbar werden. Nach einem Augentrauma sollte deshalb unbedingt eine Augenuntersuchung erfolgen. Zusätzlich können eine Verlagerung der Linse, die sogenannte Luxation, oder sekundäre Probleme mit erhöhtem Augeninnendruck auftreten. In solchen Fällen ist eine schnelle und geeignete Behandlung für den Schutz der Augengesundheit äußerst wichtig.

Ja, auch Stoffwechselstörungen können zur Entwicklung einer Katarakt beitragen. Bei Menschen mit Diabetes kann ein über längere Zeit unkontrollierter Blutzuckerspiegel beispielsweise das Flüssigkeits- und Eiweißgleichgewicht in der Linse stören und die Entstehung einer kortikalen oder hinteren subkapsulären Katarakt begünstigen. Auch bei seltenen Stoffwechselerkrankungen wie Galaktosämie kann die Linse durch die Ansammlung überschüssiger Zucker und ihrer Abbauprodukte zunehmend trüb werden.

Das metabolische Syndrom umfasst Faktoren wie Adipositas, Bluthochdruck, Störungen der Blutfettwerte und Insulinresistenz. Diese Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Kataraktbildung im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung. Besonders Bluthochdruck kann durch eine Beeinträchtigung der Durchblutung im Auge den Austausch von Sauerstoff und Nährstoffen stören. Eine unausgewogene Ernährung und Rauchen können diesen Prozess ebenfalls fördern und dazu führen, dass eine Katarakt früher entsteht und schneller fortschreitet.

Unabhängig von der zugrunde liegenden Ursache werden allgemein vier Stadien der Katarakt unterschieden: frühes, unreifes, reifes und überreifes Stadium.

  • Frühes Stadium: In dieser Phase zeigen sich die ersten Anzeichen einer Linsentrübung. Eine leichte diesige Sicht, Beschwerden durch Scheinwerferlicht in der Nacht oder ein geringfügiges Verblassen der Farben können auffallen. Der Alltag wird durch diese Beschwerden möglicherweise noch nicht stark beeinträchtigt.
  • Unreifes Stadium: Die getrübten Bereiche werden größer, der Verlust an Sehschärfe nimmt zu und Probleme beim Nachtsehen verstärken sich. Von außen betrachtet kann das Auge bereits leicht matt erscheinen.
  • Reifes Stadium: Die Linse ist nahezu vollständig undurchsichtig geworden. Das Sehvermögen ist stark reduziert. Tätigkeiten wie Lesen und Autofahren werden sehr schwierig oder unmöglich.
  • Überreifes Stadium: In diesem Stadium kann die Linse erheblich härter werden oder umgekehrt durch Flüssigkeitsverlust schrumpfen. Tritt der Linseninhalt aus der Kapsel aus, können unerwünschte Zustände wie Entzündungen im Auge oder ein Glaukom entstehen.

Die verschiedenen Kataraktformen durchlaufen diese Stadien unterschiedlich schnell. Eine hintere subkapsuläre Katarakt schreitet beispielsweise relativ schnell fort, während sich eine nuklearsklerotische Katarakt langsamer entwickeln kann. Eine kortikale Katarakt kann zeitweise stagnieren und später erneut schneller fortschreiten. Diese Stadien können durch regelmäßige Augenuntersuchungen überwacht werden.

Eine Kataraktoperation wird gewöhnlich erwogen, wenn die Sehqualität erheblich abgenommen hat oder alltägliche Aktivitäten beeinträchtigt werden. In bestimmten Situationen kann jedoch eine unverzügliche medizinische Beurteilung erforderlich sein:

  • Traumatische Katarakt: Bei einer schweren Augenverletzung kann die Linse beschädigt oder eingerissen werden oder sich verlagern, was als Luxation bezeichnet wird. Solche Notfälle können zu größeren Problemen wie einem erhöhten Augeninnendruck oder Netzhautschäden führen.
  • Hintere Subkapsuläre Katarakt: Da diese Form schnell fortschreitet, kann innerhalb kurzer Zeit ein deutlicher Sehverlust auftreten. Eine PSC kann die Lebensqualität einer Person, die aktiv Auto fährt oder beruflich ständig auf gutes Nahsehen angewiesen ist, innerhalb kurzer Zeit drastisch einschränken.
  • Angeborene Katarakt bei Säuglingen: Wird eine Linsentrübung während der für die Sehentwicklung kritischen Phase nicht sofort behandelt, kann sich eine Amblyopie entwickeln und zu dauerhaften Sehproblemen führen.

Bei manchen Kataraktformen kann die Linse außerdem das Flüssigkeitsgleichgewicht im Auge beeinflussen und Erkrankungen wie ein Glaukom auslösen, die eine dringende Behandlung erfordern. Bei plötzlich einsetzendem Sehverlust in Verbindung mit starken Schmerzen oder einer Augenrötung sollte unverzüglich ein Augenarzt aufgesucht werden.

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