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Augengesundheit

Was ist Strabismus (Schielen)? Ursachen und Behandlung

Strabismus ist eine Augenerkrankung, die in jedem Alter auftreten kann und entsteht, wenn die Augen ihre parallele Ausrichtung verlieren. Die Augen können nicht denselben Punkt fokussieren. Dies führt sowohl zu kosmetischen als auch zu funktionellen Sehproblemen. Zu den Symptomen des Strabismus gehören Doppelbilder, eine Neigung des Kopfes, eine sichtbare Fehlstellung der Augen und eine Beeinträchtigung […]

19 Min. Lesezeit
Was ist Strabismus (Schielen)? Ursachen und Behandlung

Strabismus ist eine Augenerkrankung, die in jedem Alter auftreten kann und entsteht, wenn die Augen ihre parallele Ausrichtung verlieren. Die Augen können nicht denselben Punkt fokussieren. Dies führt sowohl zu kosmetischen als auch zu funktionellen Sehproblemen.

Zu den Symptomen des Strabismus gehören Doppelbilder, eine Neigung des Kopfes, eine sichtbare Fehlstellung der Augen und eine Beeinträchtigung des räumlichen Sehens. Eine frühzeitige Diagnose ist besonders im Kindesalter für die Entwicklung des Sehvermögens wichtig.

Strabismus kann angeboren sein. Auch ein Ungleichgewicht der Augenmuskeln, Fehlsichtigkeiten und neurologische Erkrankungen können zu seiner Entstehung beitragen. Durch eine ausführliche Untersuchung wird die Art der Abweichung bestimmt und die Behandlung entsprechend geplant.

Zur Behandlung werden Brillen, Okklusionsbehandlungen, Prismengläser und chirurgische Verfahren eingesetzt. Ziel ist sowohl eine kosmetische Verbesserung als auch die Unterstützung des Zusammenspiels beider Augen, um die langfristige Sehfunktion zu erhalten.

Definition Fehlstellung eines Auges aufgrund einer gestörten Koordination der Augenmuskeln. Während ein Auge geradeaus blickt, weicht das andere in eine andere Richtung ab.
Formen
  • Esotropie: Einwärtsdrehung eines Auges.
  • Exotropie: Auswärtsdrehung eines Auges.
  • Hypertropie: Abweichung eines Auges nach oben.
  • Hypotropie: Abweichung eines Auges nach unten.
Ursachen
  • Angeboren: Seit der Geburt bestehende Probleme bei der Steuerung der Augenmuskeln.
  • Nervenerkrankungen: Lähmungen und neurologische Erkrankungen.
  • Verletzungen: Schäden an den Augenmuskeln oder Nerven.
  • Fehlsichtigkeiten: Unbehandelte Myopie, Hyperopie oder Astigmatismus.
  • Genetische Veranlagung: Strabismus in der Familiengeschichte.
Symptome
  • Fehlende Ausrichtung beider Augen.
  • Doppelbilder (Diplopie).
  • Kopfschmerzen.
  • Augenermüdung.
  • Schwierigkeiten mit dem räumlichen Sehen.
Diagnosemethoden
  • Augenuntersuchung.
  • Sehschärfetest.
  • Beurteilung der Augenbewegungen und Augenstellung.
  • Bildgebung des Gehirns bei Verdacht auf neurologische Ursachen.
Behandlungsmethoden
  • Brille oder Kontaktlinsen: Zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten.
  • Prismengläser: Zur Vermeidung von Doppelbildern.
  • Augenübungen: Zur Stärkung der Augenmuskeln.
  • Chirurgische Behandlung: Zur Korrektur der Ausrichtung der Augenmuskeln.
  • Botulinumtoxin (Botox): Zur vorübergehenden Entspannung der Augenmuskeln in bestimmten Fällen.
Komplikationen
  • Amblyopie (Schwachsichtigkeit).
  • Dauerhafte Doppelbilder.
  • Soziale und psychologische Auswirkungen, besonders bei Kindern.
Vorbeugende Maßnahmen
  • Regelmäßige Augenuntersuchungen im Kindesalter.
  • Vermeidung von Augenverletzungen.
  • Frühzeitige Behandlung von Fehlsichtigkeiten.
Risikofaktoren
  • Strabismus in der Familiengeschichte.
  • Frühgeburt.
  • Erkrankungen des Nervensystems wie Zerebralparese.

Strabismus bezeichnet die Unfähigkeit der Augen, gleichzeitig denselben Punkt zu fokussieren. Während ein Auge geradeaus blickt, kann das andere nach innen, außen, oben oder unten abweichen. Die Erkrankung tritt meistens im Kindesalter auf, kann aber auch Erwachsene betreffen. Mögliche Ursachen sind ein Ungleichgewicht der Augenmuskeln, Nervenprobleme und Fehlsichtigkeiten. Die Behandlung kann mit einer Brille, Augenübungen, Prismengläsern oder einer Operation erfolgen.

Strabismus gefährdet in erster Linie das dreidimensionale oder binokulare Sehen. Normalerweise werden die Informationen des rechten und linken Auges an das Gehirn übermittelt. Das Gehirn verbindet anschließend die beiden leicht unterschiedlichen Perspektiven und erzeugt dadurch räumliches Sehen, die sogenannte Stereopsis. Dieses räumliche Sehen ermöglicht die genaue Einschätzung von Entfernungen, die beispielsweise beim Treppensteigen oder Einparken erforderlich ist.

Wenn ein Auge in eine andere Richtung abweicht, erhält das Gehirn jedoch ständig zwei unterschiedliche Bilder. Bei manchen Menschen verursacht dies Doppelbilder, die auch als Diplopie bezeichnet werden und sehr störend sein können. Es ist vergleichbar mit zwei verschiedenen Scheinwerfern auf einer Bühne, bei denen die Person nicht erkennen kann, welches Licht das „wirkliche" Ziel darstellt.

Besonders bei Kindern kann das Gehirn damit beginnen, das Bild des fehlgestellten Auges zu unterdrücken, um Doppelbilder zu vermeiden. Dadurch kann eine Amblyopie, die sogenannte „Schwachsichtigkeit", entstehen. Dabei werden die Nervenbahnen des fehlgestellten Auges geschwächt, weil sie nicht ausreichend genutzt werden. Mit anderen Worten ignoriert das Gehirn ständig den „Musiker, der die falschen Töne spielt". Je länger diese Unterdrückung anhält, desto stärker wird die Sehentwicklung des betroffenen Auges beeinträchtigt.

Strabismus lässt sich auf verschiedene grundlegende Arten einteilen. Diese Klassifizierungen sind für die Behandlungsplanung besonders wichtig.

  • Einteilung nach Richtung der Abweichung

Esotropie (Einwärtsabweichung): Das Auge weicht in Richtung Nase ab. Diese Form tritt besonders bei Kindern häufig auf und wird als Einwärtsschielen bezeichnet.

Exotropie (Auswärtsabweichung): Das Auge weicht in Richtung Ohr ab. Eine intermittierende Exotropie kann zeitweise auftreten und wieder verschwinden.

Hypertropie (Aufwärtsabweichung): Ein Auge befindet sich im Vergleich zum anderen in einer höheren Position.

Hypotropie (Abwärtsabweichung): Ein Auge befindet sich im Vergleich zum anderen in einer niedrigeren Position.

  • Einteilung nach Häufigkeit

Intermittierender Strabismus: Die Abweichung ist manchmal vorhanden und verschwindet zu anderen Zeiten. Sie kann deutlicher werden, wenn der Patient müde ist.

Konstanter Strabismus: Die Abweichung ist ständig sichtbar. Eine frühzeitige Behandlung ist bei dieser Form besonders wichtig, da eine länger anhaltende Fehlstellung eine Amblyopie begünstigt.

  • Einteilung nach Alter oder Zeitpunkt des Auftretens

Angeborener oder im Säuglingsalter beginnender Strabismus: Er wird normalerweise innerhalb der ersten sechs Lebensmonate deutlich. Bei diesen Kindern entsteht die gestörte Koordination zwischen Gehirn und Augenmuskeln bereits früh.

Erworbener Strabismus: Diese Form tritt nach den ersten sechs Lebensmonaten auf und kann sogar erst im Erwachsenenalter beginnen. Mögliche Ursachen sind Nervenschäden, Verletzungen und Fehlsichtigkeiten.

  • Einteilung nach Ursache

Akkommodativer Strabismus: Diese Form entsteht durch eine übermäßige Fokussierungsanstrengung, besonders bei Kindern mit Hyperopie, die in der Ferne klar und in der Nähe verschwommen sehen. Um scharf zu sehen, arbeiten die Augenmuskeln besonders stark und ziehen das Auge nach innen.

Nicht akkommodativer Strabismus: Diese Form entsteht unabhängig von Fehlsichtigkeiten, beispielsweise durch neurologische Ursachen, Muskel-Skelett-Anomalien oder genetische Faktoren. Sie erfordert häufig eine Operation.

Paralytischer Strabismus: Diese Abweichung entsteht durch Schäden an den Nerven, die die Augenmuskeln steuern, beispielsweise bei Hirnnervenlähmungen.

Diese Klassifizierungen unterstützen die Auswahl der für die klinische Situation des Patienten am besten geeigneten Behandlung. Eine akkommodative Esotropie kann häufig mit einer korrekt angepassten Brille behandelt werden. Bei einem paralytischen Strabismus können dagegen die Behandlung des zugrunde liegenden Nervenschadens und bei Bedarf eine Operation notwendig sein.

Jeder Fall von Strabismus kann eine andere Vorgeschichte haben. Die häufigsten Ursachen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Neurologische Faktoren

Die Augenmuskeln werden durch fünf verschiedene Hirnnerven gesteuert. Eine Schädigung eines dieser Nerven kann die Augenbewegungen einschränken. Eine Lähmung des sechsten Hirnnervs, des Nervus abducens, verhindert beispielsweise die Funktion des Muskels, der das Auge nach außen bewegt. Das betroffene Auge kann dadurch dauerhaft nach innen gerichtet bleiben.

  • Genetische Veranlagung

Strabismus in der Familiengeschichte erhöht das Risiko bei Kindern. Manchmal kann eine entsprechende Veranlagung eines Großelternteils eine Generation überspringen und beim Kind auftreten. Die Genetik ist nicht allein entscheidend, stellt aber einen wichtigen auslösenden Faktor dar.

  • Fehlsichtigkeiten

Besonders Hyperopie kann zu einer typischen Form führen, die als akkommodative Esotropie bezeichnet wird. Bei starker Hyperopie kann das Kind übermäßig nach innen fokussieren, um scharf zu sehen. Die Abweichung kann dadurch mit der Zeit dauerhaft werden.

  • Frühgeburt und niedriges Geburtsgewicht

Besonders sehr früh geborene Babys haben ein höheres Risiko für Augenprobleme wie Retinopathie. Das Stoffwechselsystem des Babys, das mit der frühen Entwicklung von Atmung, Herz und Gehirn beschäftigt ist, kann die Augenkoordination in den Hintergrund stellen. Dadurch erhöht sich das Strabismusrisiko.

  • Verletzungen

Schläge auf das Auge oder die Augenregion können Muskeln oder Nerven schädigen und Strabismus verursachen. Bei Kopfverletzungen besteht ein ähnliches Risiko.

  • Systemische und neurologische Erkrankungen

Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und Multiple Sklerose können die Gefäße, die die Augenmuskeln versorgen, oder die Hüllen der Nerven schädigen. Einige neurologische Erkrankungen können außerdem die Zentren im Hirnstamm beeinträchtigen, die die Augenbewegungen steuern, und dadurch Strabismus verursachen.

Strabismus ist somit zu komplex, um auf eine einzige Ursache zurückgeführt zu werden. Bei jedem Patienten sind eine ausführliche Untersuchung und bei Bedarf weiterführende Tests erforderlich.

Die Diagnose wird normalerweise durch eine ausführliche Augenuntersuchung und spezielle Tests gestellt. Diese Untersuchungen lassen sich als Methoden betrachten, die analysieren, wie synchron die Augen wie Mitglieder eines Orchesters zusammenspielen.

  • Messung der Sehschärfe

Es wird für jedes Auge getrennt bestimmt, wie scharf es sieht. Sieht ein Auge deutlich schlechter als das andere, besteht der Verdacht auf eine Amblyopie.

  • Abdecktests

Einseitiger Abdecktest: Während der Patient einen bestimmten Punkt betrachtet, wird ein Auge abgedeckt und die Bewegung des anderen Auges beobachtet. Führt das nicht abgedeckte Auge eine Einstellbewegung aus, weist dies auf eine manifeste Abweichung hin.

Alternierender Abdecktest: Die Augen werden abwechselnd abgedeckt. Dadurch lässt sich das Ausmaß einer latenten oder manifesten Abweichung, also einer Phorie oder Tropie, an beiden Augen bestimmen.

  • Prismen-Abdecktest

Zur Messung des Abweichungswinkels wird die Stärke eines vor das Auge gehaltenen Prismas erhöht, bis die Fehlstellung vollständig neutralisiert ist. Dadurch wird das Ausmaß des Strabismus in Prismendioptrien bestimmt.

  • Hirschberg- und Krimsky-Test

Anhand der Position des Lichtreflexes auf der Hornhaut im Verhältnis zur Pupille wird grob beurteilt, ob eine Abweichung vorliegt. Beim Krimsky-Test werden die Reflexe mithilfe von Prismen ausgerichtet, um den Abweichungsgrad zu bestimmen.

  • Zusätzliche Sehtests

Maddox-Stab-Test: Dient zur Feststellung latenter Abweichungen.

Bagolini-Streifengläsertest: Die von beiden Augen wahrgenommenen Linienbilder zeigen, wie das Gehirn die Bilder miteinander verbindet. Der Test liefert Informationen über Doppelbilder und den Grad der Unterdrückung.

Parks-Bielschowsky-Dreischritttest: Wird besonders bei vertikalem Strabismus eingesetzt, um festzustellen, welcher Muskel oder Nerv geschädigt ist.

  • Zusätzliche Untersuchungen

In manchen Fällen können bildgebende Verfahren wie MRT oder CT eingesetzt werden, um zugrunde liegende neurologische oder den Bewegungsapparat betreffende Veränderungen zu untersuchen.

Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, um spätere schwere Sehbeeinträchtigungen zu verhindern. Regelmäßige Augenuntersuchungen im Kindesalter sind hierbei besonders wichtig.

Strabismus verursacht häufig Beschwerden, die bereits bei äußerer Betrachtung deutlich erkennbar sind. Bei einigen Unterformen kann die Fehlstellung jedoch sehr gering oder vorübergehend sein. Die Symptome lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Sichtbare Fehlstellung der Augen: Dies ist das häufigste Symptom. Während ein Auge das Ziel betrachtet, kann das andere nach innen, außen, oben oder unten abweichen.
  • Doppelbilder (Diplopie): Sie treten besonders häufig bei Erwachsenen oder plötzlich entstandenem Strabismus auf. Da das Gehirn die beiden unterschiedlichen Bilder nicht verbinden kann, sieht der Patient einen Gegenstand doppelt.
  • Augenermüdung und Kopfschmerzen: Die ständige Anstrengung, die Augen auszurichten, kann Augen- und Kopfschmerzen verursachen.
  • Ungewöhnliche Kopf- oder Nackenhaltung: Die Person kann den Kopf zur Seite neigen oder den Hals drehen, um Doppelbilder zu verringern.
  • Gleichgewichts- und Tiefenwahrnehmungsprobleme: Eine Beeinträchtigung des dreidimensionalen Sehens erschwert alltägliche Tätigkeiten wie Treppensteigen oder das Einschätzen von Entfernungen.
  • Leseschwierigkeiten: Eine gestörte Koordination der Augen kann es Kindern erschweren, beim Lesen einer Zeile zu folgen. Dies kann zu häufigem Blinzeln, Augenreiben oder mangelnder Bereitschaft zum Lesen führen.

Strabismus kann außerdem als leichte visuelle Koordinationsstörung beginnen und mit der Zeit deutlicher werden. Besonders bei Kindern sollte daher bereits beim geringsten Verdacht auf eine Fehlstellung eine augenärztliche Untersuchung erfolgen.

Strabismus ist bei Kindern nicht nur ein Sehproblem, sondern auch eine Gefahr für die Entwicklung. Das visuelle System reift in den ersten Lebensjahren vollständig aus. Wenn während dieser entscheidenden Phase ein Auge funktionell ausgeschaltet wird, kann sich der entsprechende Bereich des Gehirns auf zellulärer Ebene unvollständig entwickeln.

  • Risiko einer Amblyopie: Wenn das Auge eines Kindes nach innen oder außen abweicht, unterdrückt das Gehirn fortlaufend die Informationen dieses Auges, um Doppelbilder zu verhindern. Je länger die Unterdrückung anhält, desto stärker nimmt die Sehfähigkeit des betroffenen Auges ab. Im höheren Alter ist eine Amblyopie schwieriger zu behandeln.
  • Soziale und psychologische Auswirkungen: Eine deutliche Augenfehlstellung bei einem Schulkind kann zu Problemen mit dem Selbstvertrauen und zu Mobbing durch Gleichaltrige führen. Dies kann indirekt auch den Lernprozess beeinträchtigen.
  • Frühzeitige Behandlung: Von Anfang an sollte ein Augenarzt und bei Bedarf ein Kinderneurologe beteiligt werden. Frühzeitig können eine Brille und bei Bedarf eine Okklusionsbehandlung oder spezielle Übungen eingesetzt werden. Wie bei einer akkommodativen Esotropie kann manchmal bereits die richtige Brille die Fehlstellung korrigieren.

Eltern sollten die Augen ihrer Kinder daher regelmäßig untersuchen lassen und beim geringsten Anzeichen einer Fehlstellung einen Arzt konsultieren.

Ein neu auftretender Strabismus im Erwachsenenalter entsteht meistens durch Nervenschäden, Verletzungen, systemische Erkrankungen oder eine Überbeanspruchung der Augen. Ein bereits seit der Kindheit bestehender Strabismus kann im höheren Alter ebenfalls deutlicher werden.

  • Doppelbilder: Die Fähigkeit des erwachsenen Gehirns, das Bild des fehlgestellten Auges zu unterdrücken, ist wesentlich begrenzter als bei Kindern. Doppelbilder können deshalb sehr belastend sein und den Alltag, die Fahrsicherheit und die Arbeitsleistung direkt beeinträchtigen.
  • Berufs- und Sozialleben: Einige Berufe, beispielsweise Pilot oder Chirurg, setzen ein ausgezeichnetes räumliches Sehen voraus. Strabismus kann in diesen Berufen erhebliche Hindernisse verursachen. Betroffene können außerdem in sozialen Situationen an Selbstvertrauen verlieren, weil ihnen normaler Blickkontakt schwerfällt.
  • Behandlungsplanung: Bestehende Fehlsichtigkeiten werden korrigiert. Prismen können eine vorübergehende oder dauerhafte Linderung bieten. Bei neurologisch bedingtem Strabismus hat die Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung Vorrang. Eine Operation kann sowohl aus kosmetischen als auch aus funktionellen Gründen erfolgen.
  • Rehabilitation: Nach einer Operation oder gegebenenfalls auch ohne Operation sollen orthoptische Übungen Doppelbilder reduzieren und das Zusammenspiel der Augen fördern.

Die Behandlung von Strabismus im Erwachsenenalter kann komplexer sein. Mit geeigneten Methoden und sorgfältigen Kontrollen lassen sich jedoch sehr zufriedenstellende Ergebnisse erzielen.

Eine gestörte Koordination der Augen kann in fast allen Lebensbereichen kleinere oder größere Schwierigkeiten verursachen.

  • Eingeschränktes räumliches Sehen

Wenn beide Augen nicht gleichzeitig arbeiten, werden grundlegende Fähigkeiten wie das Einschätzen von Entfernungen schwieriger. Beim Treppensteigen, Zielen in Ballsportarten oder Spurwechsel während des Autofahrens ist zusätzliche Aufmerksamkeit erforderlich.

  • Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben

Da sich die Augen nur schwer auf dieselbe Zeile fokussieren, kann das Verfolgen des Textes erschwert sein. Besonders Kinder können sich bei den Hausaufgaben schlechter konzentrieren oder darüber klagen, dass sich die „Wörter bewegen".

  • Berufliche Einschränkungen

Berufe, die ein hohes Maß an Koordination und Stereopsis erfordern, beispielsweise Chirurg, Pilot, Polizist oder Feuerwehrmann, können für Personen mit Strabismus eingeschränkt zugänglich sein. In diesen Berufen können Risiken für Arbeitssicherheit und Leistungsfähigkeit entstehen.

  • Kosmetische und psychologische Aspekte

Die Augen sind ein wichtiger Teil der Kommunikation. Menschen mit Strabismus können aufgrund von Schwierigkeiten beim Blickkontakt soziale Probleme erleben. Dies kann das Selbstwertgefühl und die psychische Gesundheit beeinträchtigen.

  • Sicherheitsprobleme

Eine Person mit starken Doppelbildern kann beim Autofahren oder Bedienen gefährlicher Maschinen erhebliche Schwierigkeiten haben. Auch die Gefahr von Stürzen oder Zusammenstößen im Alltag kann steigen.

Der Schweregrad dieser Schwierigkeiten unterscheidet sich zwischen den Patienten. Manche Menschen fühlen sich durch eine leichte Fehlstellung im sozialen Leben nicht beeinträchtigt, während bei anderen die Lebensqualität erheblich sinkt. Diese persönlichen Faktoren sollten bei der Behandlungsplanung ebenfalls berücksichtigt werden.

Bei bestimmten Formen des Strabismus kann auch ohne Operation eine deutliche Verbesserung oder vollständige Korrektur erreicht werden.

  • Brille oder Kontaktlinsen

Bei einer akkommodativen Esotropie kann eine geeignete Brille zur Korrektur der Hyperopie die Augen ausrichten. Bei Kindern ist dies häufig die zuerst gewählte Methode und kann sehr gute Ergebnisse erzielen.

  • Prismengläser

Zur Verringerung der Doppelbilder oder zum Ausgleich des Abweichungswinkels werden Prismen in die Gläser integriert. Das Prisma verschiebt das Bild an eine Position, an der beide Augen es leichter miteinander verbinden können. Dadurch erhält das Gehirn eine einheitliche Information.

  • Okklusionsbehandlung

Wenn zusätzlich eine Amblyopie besteht, wird bei Kindern das dominante oder besser sehende Auge für festgelegte Zeiträume abgedeckt, damit das schwächere Auge arbeiten muss. Dadurch unterdrückt das Gehirn das Bild des schwächeren Auges nicht mehr, und seine Sehschärfe verbessert sich.

  • Sehübungen (orthoptische Therapie)

Diese Übungen werden nach einem bestimmten Programm durchgeführt und sollen die Augenmuskeln sowie die Koordination zwischen Gehirn und Augen stärken. Nah-Fern-Fokussierungsübungen, Übungen mit einem vor- und zurückbewegten Stift oder computergestützte Programme können das Zusammenspiel der Augen verbessern.

Konvergenzinsuffizienz: Beim Betrachten naher Ziele können sich die Augen nicht ausreichend nach innen ausrichten. Übungen mit einem vor- und zurückbewegten Stift können hierbei sehr hilfreich sein.

  • Botulinumtoxin-Injektionen (Botox)

Bei einigen kleinwinkligen Fehlstellungen kann Botulinumtoxin in den betroffenen Augenmuskel injiziert werden, um ihn vorübergehend zu schwächen. Diese Methode kann eine Alternative für Patienten darstellen, die keine Operation benötigen oder nicht operiert werden können.

  • Bupivacain-Injektionen

Eine weitere, weniger bekannte Methode ist die Injektion des Lokalanästhetikums Bupivacain in den Augenmuskel. Durch die Schädigung und anschließende Umstrukturierung bestimmter Muskelfasern soll der Muskel gestärkt werden. Diese Methode wird jedoch nicht in allen Zentren regelmäßig eingesetzt.

Diese nicht invasiven oder minimalinvasiven Methoden können besonders bei früh erkannten oder kleinwinkligen Formen hilfreich sein. Besteht jedoch eine eindeutige Operationsindikation, liefern sie möglicherweise nicht das erwartete Ergebnis.

Bei einer Strabismusoperation werden die Augenmuskeln behandelt, um die Augenstellung zu korrigieren. In welchen Situationen wird dieser Eingriff unvermeidbar?

  • Großwinklige Abweichungen

Eine Operation kann erforderlich sein, wenn der Abweichungswinkel zu groß ist, um mit einer Brille, Prismen oder Übungen korrigiert zu werden. Bei Abweichungen von mehr als 15-20 Prismendioptrien ist die Operation häufig die erste Option.

  • Stark belastende Doppelbilder

Wenn Doppelbilder besonders bei Erwachsenen das Berufs- und Sozialleben erheblich beeinträchtigen, kann eine operative Ausrichtung der Augen erforderlich sein.

  • Veränderungen der Kopfhaltung

Eine dauerhafte Neigung des Halses oder Kopfes in eine Richtung kann chronische Probleme an Wirbelsäule und Muskeln verursachen. Dieser Zustand wird als okulozervikales Syndrom bezeichnet. Durch die Ausrichtung der Augen kann sich die ungewöhnliche Körperhaltung verbessern.

  • Entwicklung des binokularen Sehens bei Kindern

Bei Erkrankungen wie angeborener Esotropie ist eine frühzeitige Operation für die Entwicklung der Stereopsis entscheidend. Ein Eingriff im Säuglingsalter kann eine spätere dauerhafte Amblyopie verhindern.

  • Kosmetische und psychologische Faktoren

Für einige Patienten ist eine gerade Augenstellung kosmetisch sehr wichtig. Ein stark nach innen oder außen abweichendes Auge kann das Selbstvertrauen und die sozialen Beziehungen beeinträchtigen. Eine Operation kann die Lebensqualität deutlich verbessern.

Bei der Entscheidung über eine Operation werden das Alter, der allgemeine Gesundheitszustand, die Art und das Ausmaß des Strabismus sowie begleitende Augenerkrankungen berücksichtigt. Es sollte auch bedacht werden, dass nach der Operation eine erneute Anpassung oder zusätzliche Behandlung erforderlich sein kann.

Strabismusoperationen betreffen normalerweise die äußeren Augenmuskeln. Jedes Auge besitzt sechs extraokulare Muskeln. Verschiedene Techniken beruhen darauf, diese Muskeln zu verkürzen, zu verlängern, neu zu positionieren oder ihre Kräfte wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

  • Rezesssions- und Resektionsverfahren

Rezesssion (Schwächung): Ein zu stark ziehender Muskel wird von seinem Ansatzpunkt am Auge nach hinten versetzt. Dadurch verringert sich seine Zugkraft.

Resektion (Stärkung): Ein unzureichend arbeitender Muskel wird durchtrennt, verkürzt und näher am Augapfel befestigt. Die Verkürzung erhöht die Zugkraft des Muskels.

  • Verfahren mit verstellbaren Nähten

Besonders bei erwachsenen Patienten kann der Chirurg die Augenstellung nach der Operation untersuchen. Besteht eine leichte Abweichung, können die Fäden unter Operationsbedingungen gelockert oder gestrafft werden, um die Stellung unmittelbar zu korrigieren.

  • Minimalinvasive Methoden

Alternativen zur Operation wie Botulinumtoxin-Injektionen können manchmal sogar ambulant durchgeführt werden. Sie werden jedoch meistens bei kleineren Abweichungswinkeln oder zur zusätzlichen Korrektur eingesetzt.

  • Verlauf nach der Operation

Eine leichte Rötung und ein stechendes Gefühl sind nach der Operation normal. Meist werden antibiotische und steroidhaltige Augentropfen verschrieben. Bei Kindern können zusätzliche Anpassungen der Brille oder Augenübungen erforderlich sein, während sich das Gehirn an die neue Position der Augenmuskeln gewöhnt.

Diese Verfahren sind mit einer Umschulung des „Dirigenten des Augenmuskelorchesters" vergleichbar. Die Muskeln sollen mit der richtigen Kraft am richtigen Punkt ziehen und dadurch die Augen ausgerichtet halten. Trotz erfolgreicher Ergebnisse dürfen eine spätere Dehnung der Muskeln und das Risiko eines erneuten Auftretens nicht außer Acht gelassen werden.

Viele Eltern fragen: „Wie kann ich verhindern, dass mein Kind eine Augenfehlstellung entwickelt?" Erbliche oder neurologische Ursachen können in einigen Fällen nicht rückgängig gemacht werden. Es gibt jedoch einige allgemeine Vorsichtsmaßnahmen:

  • Frühzeitige Augenuntersuchungen

Wenn Strabismus in der Familie vorkommt, sollten Babys bereits in den ersten Lebensmonaten routinemäßig augenärztlich untersucht werden. Werden Fehlsichtigkeiten früh erkannt und mit einer Brille korrigiert, kann die Entstehung von Strabismus verhindert werden.

  • Regelmäßige Kontrollen

Kinder im Schulalter sollten mindestens einmal jährlich augenärztlich untersucht werden. Unauffällig beginnende leichte Fehlstellungen können dadurch früh erkannt werden.

  • Besondere Kontrolle bei Frühgeborenen

Frühgeborene haben ein höheres Risiko für bestimmte Augenprobleme wie Retinopathie. Ihre regelmäßigen Kontrolluntersuchungen sollten nicht vernachlässigt werden.

  • Genetische Beratung

Wenn ein erhöhtes Strabismusrisiko im Zusammenhang mit bestimmten genetischen Syndromen bekannt ist, kann eine genetische Beratung Familien für die frühzeitige augenärztliche Untersuchung sensibilisieren.

  • Augenhygiene und Verringerung lang anhaltender Naharbeit

Eine lang anhaltende Beanspruchung der Augen im Nahbereich während der Entwicklung, beispielsweise durch dauerhaftes Betrachten kleiner Bildschirme aus kurzer Entfernung, kann Augenermüdung und Fokussierungsprobleme verursachen. Es ist schwierig zu behaupten, dass dies Strabismus direkt auslöst. Eine bestehende Veranlagung kann jedoch verstärkt werden.

Das Strabismusrisiko lässt sich nicht vollständig beseitigen. Eine Minimierung der Risikofaktoren und frühzeitige Behandlung verbessern den allgemeinen Verlauf jedoch deutlich.

Die Behandlung von Strabismus gleicht einem langen Weg. Unabhängig davon, ob eine Operation erfolgt, sind nach der Behandlung einige wichtige Punkte zu beachten:

  • Regelmäßige Kontrollen

Augenärztliche Untersuchungen in bestimmten Abständen nach der Behandlung sind wichtig, um selbst geringfügige Veränderungen rechtzeitig zu erkennen. Nach einer Operation können besonders während der ersten Monate Situationen auftreten, die eine erneute Anpassung erfordern.

  • Zusätzlicher Brillenbedarf

Einige Patienten müssen auch nach der Operation weiterhin eine Brille tragen, um verbleibende Fehlsichtigkeiten zu korrigieren. Bei Kindern mit Amblyopierisiko können Sitzungen zur Abdeckung des besser sehenden Auges oder orthoptische Übungen über einen längeren Zeitraum fortgesetzt werden.

  • Fortsetzung der Sehübungen

Auch nach einer erfolgreichen Operation können zusätzliche Übungen empfohlen werden, damit sich das Gehirn vollständig an die neue Augenstellung anpasst. Wie bei einer Physiotherapie sollten diese Übungen regelmäßig durchgeführt werden, um die Muskeln richtig einzusetzen und die Koordination zu stärken.

  • Anpassungen des Lebensstils

Einfache Maßnahmen wie das Vermeiden lang anhaltender und ununterbrochener Naharbeit, regelmäßige Erholung der Augen und eine geeignete Beleuchtung bei der Bildschirmnutzung sind für den langfristigen Schutz der Augengesundheit wichtig.

  • Aufmerksamkeit gegenüber dem Rückfallrisiko

Nach einer Operation oder anderen Behandlungen besteht ein gewisses Risiko, dass die Fehlstellung erneut auftritt. Dies kommt häufiger bei Kindern in Phasen schnellen Wachstums oder bei Erwachsenen mit systemischen Erkrankungen des Bewegungsapparats vor.

Wenn der Patient alle diese Schritte unter ärztlicher Anleitung befolgt, steigt die Wahrscheinlichkeit eines langfristigen Erfolgs deutlich. In einigen Fällen können eine zweite Operation oder andere Übungsprotokolle erforderlich werden. Geduld und regelmäßige Kontrollen sind während des gesamten Prozesses entscheidend.

Augengesundheit beschränkt sich nicht auf biologische Funktionen. Der kosmetische Aspekt des Strabismus kann für den Blickkontakt in der täglichen Kommunikation sehr wichtig sein. Die Erkrankung kann zu mangelndem Selbstvertrauen, Zurückhaltung bei sozialen Kontakten oder Angststörungen führen.

  • Mobbing durch Gleichaltrige bei Kindern: Kinder im Schulalter können sich grausam verhalten und Mitschüler mit deutlicher Augenfehlstellung ausgrenzen oder verspotten. Dies kann die psychische Entwicklung des Kindes langfristig beeinträchtigen.
  • Vorstellungsgespräche und soziale Kommunikation bei Erwachsenen: Schwierigkeiten beim Blickkontakt können ungerechtfertigt den Eindruck erwecken, eine Person sei „nicht vertrauenswürdig" oder „unkonzentriert". Dies kann besonders in Bereichen mit wichtiger persönlicher Kommunikation, beispielsweise Kundenbeziehungen oder öffentliche Verwaltung, ein erhebliches Hindernis sein.
  • Unterstützungsmöglichkeiten: Psychologische Beratung, Unterstützung durch Familie und Freunde sowie Gruppentherapie sind für Menschen wichtig, deren Selbstvertrauen durch Strabismus beeinträchtigt wird. Psychosoziale Unterstützung sollte als Teil des Behandlungsplans berücksichtigt werden.

Bei der Behandlung ist der Schutz des emotionalen und sozialen Wohlbefindens ebenso wertvoll wie die medizinische Verbesserung. Die Augen gelten in der Kommunikation als „Fenster zur Seele". Selbst eine geringfügige kosmetische oder funktionelle Beeinträchtigung dieser Fenster kann sich auf das gesamte Leben auswirken.

Die Medizintechnik entwickelt sich ständig weiter, und auch die Strabismusbehandlung profitiert davon. Zu den vielversprechenden Innovationen gehören:

  • KI-gestützte Diagnose: Spezielle Programme zur Erfassung der Augenbewegungen können den Abweichungswinkel und das Muster der Doppelbilder automatisch analysieren. Dies kann die Diagnose und Behandlungsplanung beschleunigen.
  • Robotergestützte Chirurgie: Bei Strabismusoperationen, bei denen Anpassungen im Millimeterbereich wichtig sind, können Roboterarme die Präzision verbessern. Das Verfahren ist noch nicht weitverbreitet, es liegen jedoch Pilotstudien vor.
  • Stammzellforschung: In bestimmten Fällen von paralytischem Strabismus könnten künftig Stammzellbehandlungen zur Reparatur geschädigter Nerven eingesetzt werden.
  • Geräte mit visueller Rückmeldung: Verschiedene Virtual-Reality-Anwendungen ermöglichen eine Rückmeldung zur Funktion der Augenmuskeln in Echtzeit. Patienten können dadurch Übungen sogar zu Hause durchführen.

Bevor diese Methoden allgemein anerkannt werden können, müssen ihre langfristigen Ergebnisse in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen werden. Die Erweiterung des Behandlungsspektrums wird jedoch individuellere Lösungen für jeden Patienten ermöglichen.

Strabismus ist eine umfassende Erkrankung, die in jedem Alter von der Kindheit bis zum Erwachsenenalter auftreten kann und grundsätzlich eine Störung der Augenkoordination bezeichnet. Probleme in jeder Phase des komplexen Zusammenspiels zwischen Augenmuskeln, Nervenbahnen und Gehirn können dazu führen, dass ein Auge nach innen, außen, oben oder unten abweicht.

  • Frühzeitige Diagnose: Besonders im Säuglings- und Kindesalter kann Strabismus erhebliche Folgen für die Gehirnentwicklung haben. Regelmäßige Augenuntersuchungen sollten nicht vernachlässigt werden, um Amblyopie und dauerhaften Sehverlust zu verhindern.
  • Umfassende Beurteilung: Jeder Strabismusfall ist einzigartig. Abdecktests, Prismenmessungen, bei Bedarf neurologische Untersuchungen und bildgebende Verfahren spielen eine entscheidende Rolle bei Diagnose und Behandlungsentscheidung.
  • Individueller Behandlungsplan: Eine akkommodative Esotropie kann sich mit einer einfachen Brille korrigieren lassen. Bei großwinkligen Abweichungen oder paralytischem Strabismus kann eine Operation unvermeidbar sein. Als Alternative oder Ergänzung zur Operation können Botulinumtoxin-Injektionen, Prismen und Augenübungen eingesetzt werden.
  • Kontinuierliche Kontrolle und Rehabilitation: Die Behandlung ist nicht zwangsläufig nach einer Operation abgeschlossen. Die Kontrollen müssen fortgesetzt werden, damit sich die Augen an die neue Situation anpassen und eine bestehende Amblyopie behandelt werden kann. Eine Okklusionsbehandlung bei Kindern und Rehabilitationsübungen bei Erwachsenen sind für ein erfolgreiches Ergebnis unverzichtbar.
  • Psychosoziale Aspekte: Die kosmetischen und psychologischen Auswirkungen sollten bei Kindern und Erwachsenen berücksichtigt werden, da sie Selbstvertrauen, soziale Kommunikation und alltägliche Lebensqualität beeinflussen. Professionelle Unterstützung kann bei Bedarf den langfristigen Erfolg verbessern.
  • Neue Technologien: KI-gestützte Diagnoseverfahren, VR-basierte Übungen und robotergestützte Operationsmethoden können dazu beitragen, die Strabismusbehandlung künftig wirksamer, schneller und besser an individuelle Bedürfnisse anzupassen.
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