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Eine Augenuntersuchung ist eine medizinische Untersuchung, die regelmäßig durchgeführt werden sollte, um die Sehgesundheit zu schützen und mögliche Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Sehschärfe, Augeninnendruck und die inneren Strukturen des Auges werden detailliert beurteilt. Die Untersuchung ist sowohl für die Diagnose als auch für die Verlaufskontrolle wichtig.
Zu den bei einer Augenuntersuchung eingesetzten Methoden gehören Sehprüfungen, Biomikroskopie, Fundusuntersuchung und optische Kohärenztomografie. Mit diesen Untersuchungen können Strukturen wie Netzhaut, Sehnerv und Hornhaut ausführlich beurteilt werden. Der Umfang kann je nach Altersgruppe variieren.
Augenuntersuchungen bei Kindern sind für die frühzeitige Erkennung von Sehstörungen von entscheidender Bedeutung. Schielen, Amblyopie und Fehlsichtigkeiten können früh erkannt und behandelt werden. Deshalb sollte bereits im Vorschulalter unbedingt eine Augenkontrolle erfolgen.
Regelmäßige Augenuntersuchungen bei Erwachsenen ermöglichen die frühzeitige Erkennung altersbedingter Augenerkrankungen wie Katarakt, Glaukom und Makuladegeneration. Insbesondere Menschen mit Diabetes oder Bluthochdruck wird empfohlen, sich häufiger untersuchen zu lassen.
| Ziele |
|---|
- Erkennung von Sehstörungen.
- Frühzeitige Diagnose von Augenerkrankungen.
- Beurteilung der allgemeinen Augengesundheit.
| Durchgeführte Tests |
|---|
- Sehschärfetest: Misst die Sehschärfe in der Ferne oder Nähe.
- Messung des Augeninnendrucks: Wird zur Beurteilung des Glaukomrisikos durchgeführt.
- Biomikroskopie: Detaillierte Untersuchung des vorderen Augenabschnitts.
- Fundoskopie: Untersuchung des Augenhintergrunds mit Netzhaut und Sehnerv.
- Gesichtsfelduntersuchung: Beurteilt das periphere Sehen.
| Untersuchungsdauer | In der Regel dauert die Untersuchung 15-30 Minuten. Bei umfangreicheren Tests kann sie länger dauern. |
|---|---|
| Wann sollte sie durchgeführt werden? |
- Wenn Anzeichen einer Sehstörung vorhanden sind.
- Regelmäßige Kontrollen während der Wachstumsphase bei Kindern.
- Ab dem 40. Lebensjahr einmal jährlich zur Kontrolle auf Glaukom und andere altersbedingte Erkrankungen.
| Diagnostizierte Erkrankungen |
|---|
- Myopie, Hyperopie und Astigmatismus.
- Katarakt.
- Glaukom.
- Diabetische Retinopathie.
- Makuladegeneration.
- Infektionen und Entzündungen.
| Vorbereitung |
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- Kontaktlinsenträger müssen ihre Linsen möglicherweise vor der Untersuchung herausnehmen.
- Wenn die Pupillen mit Augentropfen erweitert werden, kann die Sicht nach der Untersuchung für einige Stunden verschwommen sein.
| Auswertung der Ergebnisse | Werden Sehfehler oder Erkrankungen diagnostiziert, wird ein Behandlungsplan erstellt, beispielsweise eine Brillenverordnung oder die Empfehlung eines chirurgischen Eingriffs. |
|---|---|
| Empfehlungen |
- Regelmäßige Augenuntersuchungen wahrnehmen.
- Die 20-20-20-Regel anwenden, um Augenermüdung vorzubeugen.
- Bei der Bildschirmnutzung auf eine geeignete Körperhaltung und Beleuchtung achten.
Viele Menschen gehen davon aus, dass vor einem Besuch beim Augenarzt keine besondere Vorbereitung erforderlich ist. Obwohl kein umfangreicher Vorbereitungsprozess notwendig ist, können einige Punkte die Qualität und Genauigkeit der Untersuchung verbessern:
- Aktuelle Brillen- oder Kontaktlinsenverordnung
Wenn Sie bereits eine Brille oder Kontaktlinsen getragen haben, ist es hilfreich, vorhandene Verordnungen mitzubringen. So können frühere Messwerte mit den aktuellen Ergebnissen verglichen und notwendige Veränderungen besser verfolgt werden.
- Medizinische Vorgeschichte und Familienanamnese
Es ist sehr wichtig, chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck, regelmäßig eingenommene Medikamente und schwere Augenerkrankungen in der Familie, beispielsweise Glaukom, Katarakt oder Makuladegeneration, eindeutig anzugeben. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass genetische Faktoren für die Augengesundheit eine wichtige Rolle spielen. Wenn beispielsweise in der Familie häufig Glaukomfälle vorkommen, müssen Augenuntersuchungen bereits in einem deutlich jüngeren Alter und in kürzeren Abständen erfolgen.
- Empfehlungen für Kontaktlinsenträger
Wenn Sie vor der Untersuchung über längere Zeit Kontaktlinsen getragen haben, können vorübergehende Veränderungen der Augenoberfläche auftreten. Manchmal kann es erforderlich sein, mehrere Tage lang auf die Linsen zu verzichten. Deshalb sollten Sie vor Ihrem Termin Ihren Augenarzt fragen, wie lange vor der Untersuchung Sie die Kontaktlinsen herausnehmen sollten.
- Pupillenerweiternde Augentropfen
Für die Untersuchung des Augenhintergrunds werden Augentropfen angewendet, um die Pupillen zu erweitern. Danach können vorübergehend verschwommenes Sehen, Lichtempfindlichkeit und manchmal leichte Kopfschmerzen auftreten. Deshalb ist es sinnvoll, die Anfahrt so zu planen, dass Sie nicht selbst fahren müssen, oder sich von einer Begleitperson abholen zu lassen.
Eine Augenuntersuchung umfasst deutlich mehr Schritte als allgemein angenommen, wobei jeder Schritt einem anderen Zweck dient. Das gesamte visuelle System wird mithilfe detaillierter Verfahren beurteilt.
Wie wird die Sehschärfe gemessen?
Zu den grundlegenden Untersuchungen gehört der Sehschärfetest, mit dem gemessen wird, wie deutlich wir entfernte oder nahe Objekte erkennen können. Manche Menschen geben an, in der Ferne nicht scharf sehen oder in der Nähe nicht lesen zu können. Um das Ausmaß dieser Probleme festzustellen, werden sie gebeten, aus einer bestimmten Entfernung Buchstaben auf einer Snellen-Tafel oder LogMAR-Tafel vorzulesen.
- Snellen-Tafel: Eine standardisierte Tafel, die aus 6 Metern oder 20 Fuß Entfernung betrachtet wird und Buchstaben enthält, die zunehmend kleiner werden. In Türkiye wird üblicherweise aus einer Entfernung von 5 oder 6 Metern gemessen. Die kleinste gelesene Zeile bestimmt die Sehschärfe.
- Nahsehkarten: Werden eingesetzt, um die Sehleistung im Nahbereich zu messen, beispielsweise im üblichen Leseabstand.
Vereinfacht ausgedrückt ähnelt dieser Test der Kontrolle des Tachometers eines Autos. Die Sehschärfe liefert zwar einen grundlegenden Hinweis auf die Augengesundheit, zusätzliche Untersuchungen sind jedoch erforderlich, um zugrunde liegende mechanische oder krankheitsbedingte Probleme zu verstehen.
Was ist eine Refraktionsbestimmung und warum wird sie durchgeführt?
Wenn Probleme wie Myopie mit unscharfem Sehen in der Ferne, Hyperopie mit Schwierigkeiten beim Nahsehen, Astigmatismus mit Unschärfe entlang unterschiedlicher Achsen des Gesichtsfelds oder Presbyopie mit altersbedingter Beeinträchtigung des Nahsehens vorliegen, kann deren Ausmaß durch eine Refraktionsbestimmung ermittelt werden.
- Automatisches Refraktometer: Sie schauen in ein Gerät, das automatisch misst, wie Ihr Auge das Licht bricht.
- Manuelle Reflexprüfung (Skiaskopie): In einem abgedunkelten Untersuchungsraum richtet der Arzt Licht auf das Auge und beobachtet die Reflexion, den sogenannten Netzhautreflex. Dieses Verfahren ist besonders bei Kindern oder Menschen wertvoll, mit denen die Kommunikation schwierig ist.
- Subjektive Refraktion mit Phoropter oder Messbrille: Der Arzt bietet unterschiedliche Linsen an und fragt wiederholt: „Welche ist schärfer?" Auf diese Weise wird schrittweise die Linsenkombination ermittelt, mit der die betroffene Person am angenehmsten und schärfsten sieht.
Diese Untersuchung lässt sich mit der Fokuseinstellung einer Kamera vergleichen. Ist das Objektiv richtig eingestellt, können scharfe Fotos aufgenommen werden. Bereits eine geringfügige Fehlstellung kann die Bildschärfe jedoch vollständig beeinträchtigen. Ebenso viel Präzision ist erforderlich, um einen Brechungsfehler des Auges korrekt zu bestimmen.
Wie wird der Augeninnendruck gemessen?
Eine weitere wichtige Untersuchung ist die als Tonometrie bezeichnete Messung des Augeninnendrucks. Sie ist für die frühzeitige Diagnose eines Glaukoms von entscheidender Bedeutung.
- Berührungslose Tonometrie: Wird auch als Luftstoßtest bezeichnet. Sie legen das Kinn auf das Gerät, ein kurzer Luftstoß trifft auf das Auge und das Gerät misst die Reaktion des Auges, um den Druckwert zu berechnen.
- Applanationstonometrie: Wird an einem Biomikroskop, der sogenannten Spaltlampe, mithilfe eines Messkopfs durchgeführt, der das Auge leicht berührt. Das Verfahren ist präziser und zuverlässiger, erfordert jedoch betäubende Augentropfen für die Hornhautoberfläche.
Die Druckmessung kann mit der Kontrolle eines Druckmessers in der Wasserleitung eines Hauses verglichen werden. So wie ein zu hoher Druck ernste Probleme wie einen Rohrbruch verursachen kann, kann ein erhöhter Augeninnendruck langfristig den Sehnerv dauerhaft schädigen.
Wie wird der vordere Augenabschnitt beurteilt?
Die Spaltlampenuntersuchung ist ein mikroskopisches Verfahren, mit dem Augenärzte Strukturen des vorderen Augenabschnitts wie Hornhaut, Iris, Augenlider und Linse detailliert untersuchen können.
- Hornhautuntersuchung: Die Hornhaut wird auf Kratzer, Verletzungen, Infektionen oder Formveränderungen untersucht.
- Linsenbeurteilung: Trübungen als Anzeichen eines Katarakts oder andere strukturelle Veränderungen können erkannt werden.
- Augenlider und Wimpern: Infektionen und Fehlstellungen der Augenlider wie Entropium oder Ektropium können festgestellt werden.
Dies kann mit einem Juwelier verglichen werden, der einen wertvollen Edelstein mit einer Lupe untersucht. Bestimmte Einzelheiten sind möglicherweise mit bloßem Auge nicht sichtbar. Durch eine spezielle Vergrößerung und Lichtquelle lassen sich jedoch selbst sehr kleine Schäden oder Veränderungen erkennen.
Wie wird der Augenhintergrund untersucht?
Zur ausführlichen Untersuchung der Netzhaut und des Sehnervenkopfs werden die Pupillen mit speziellen Augentropfen erweitert. Anschließend wird der Augenhintergrund mit Geräten wie einem Ophthalmoskop oder einem binokularen indirekten Ophthalmoskop betrachtet.
- Direktes Ophthalmoskop: Ein kleines Handgerät, mit dem der Arzt durch die Pupille hindurch die Netzhaut untersuchen kann.
- Indirektes Ophthalmoskop: Eine am Kopf getragene Linse und eine starke Lichtquelle ermöglichen die Betrachtung eines größeren Netzhautbereichs einschließlich der Randbereiche.
- Funduskamera: Nimmt Bilder der Netzhaut auf und ermöglicht eine dauerhafte Dokumentation.
Diese Untersuchung bietet einen ähnlichen Vorteil wie die Kontrolle elektrischer Leitungen hinter einer Wand, ohne die Wand aufschneiden zu müssen. Durch die direkte Betrachtung der Netzhautgefäße und Nervenschicht kann der Augenarzt zahlreiche Erkrankungen diagnostizieren. Diabetische Retinopathie, hypertensive Retinopathie, Makuladegeneration und intraokulare Tumoren können auf diese Weise erkannt werden.
- Wie ernst ist ein Glaukom?
Das Glaukom ist eine schleichende Erkrankung, bei der der Augeninnendruck ein Niveau erreicht, das den Sehnerv schädigt. Meist verursacht die Erkrankung keine deutlichen Symptome. Sie gilt weltweit als eine der Ursachen irreversibler Erblindung. Wird bei einer Routinekontrolle ein erhöhter Augeninnendruck festgestellt, erfolgen zusätzliche Untersuchungen wie eine Gesichtsfeldprüfung oder eine Messung der Nervenfaserschichtdicke. Dadurch kann geklärt werden, ob ein Glaukom vorliegt. Die frühzeitige Diagnose ist entscheidend, um einen späteren dauerhaften Sehverlust zu verhindern.
- Was genau ist ein Katarakt?
Bei einem Katarakt verliert die natürliche Linse des Auges ihre Transparenz und wird trüb. Dies lässt sich mit dem Blick durch eine beschlagene oder mattierte Glasscheibe vergleichen. Obwohl der häufigste Grund das Altern ist, können auch Diabetes, die Anwendung von Kortison und Verletzungen des Auges einen Katarakt verursachen. Bei der Augenuntersuchung kann er durch die Betrachtung der Linse mit einer Spaltlampe leicht erkannt werden. Kataraktoperationen liefern heute sehr erfolgreiche Ergebnisse. Eine frühzeitige Behandlung stellt die Sehqualität wieder her.
- Wie werden diabetische und hypertensive Retinopathie am Auge erkannt?
Diabetes betrifft am Auge hauptsächlich die Netzhaut. Bei einer diabetischen Retinopathie entstehen Veränderungen wie Blutungsherde, Mikroaneurysmen und neue Blutgefäße am Augenhintergrund. Bluthochdruck kann zu einer Verengung der Netzhautgefäße, einer Verdickung ihrer Wände und manchmal zu Blutungen unterhalb der Nervenfaserschicht führen. In frühen Stadien verursachen diese Veränderungen meist keine Symptome. Ihre Erkennung bei Routineuntersuchungen ist deshalb sowohl für die Überwachung der Augengesundheit als auch für die allgemeine Gesundheitskontrolle sehr wertvoll.
- Mit welchen Symptomen tritt eine Makuladegeneration auf?
Die Makula liegt im Zentrum der Netzhaut und ermöglicht das schärfste Sehen. Die altersbedingte Makuladegeneration führt im Laufe der Zeit zu einer Schädigung dieses Bereichs. Sie tritt besonders häufig nach dem 60. Lebensjahr auf. Betroffene berichten meist, dass gerade Linien gekrümmt erscheinen oder sich ein dunkler Fleck in der Mitte des Sichtfelds bildet. Die Erkrankung kann bei einer Augenuntersuchung mit Verfahren wie der Fundusuntersuchung und der optischen Kohärenztomografie (OCT) festgestellt werden. Eine frühzeitige Diagnose ist äußerst wichtig, um das Fortschreiten zu verlangsamen.
Das Gesichtsfeld ist ein großer Bereich, der auch die seitlichen, peripheren Bilder umfasst, die wir beim Blick geradeaus wahrnehmen. Vereinfacht kann es als Gesamtheit dessen beschrieben werden, was wir aus den Augenwinkeln sehen können, während wir direkt nach vorn blicken.
- Automatische Perimetrie: Die untersuchte Person sitzt vor einer großen Halbkugel und drückt eine Taste, sobald sie Lichtreize an unterschiedlichen Stellen wahrnimmt. Ein Computer analysiert die Antworten und erfasst blinde Flecken, sogenannte Skotome, sowie Einengungen des Gesichtsfelds.
- Kinetische Perimetrie (Goldmann-Perimetrie): Spezielle optische Geräte werden eingesetzt, um hemifunktionelle Gesichtsfeldeinengungen zu erkennen.
Neben einem Glaukom können auch bestimmte neurologische Erkrankungen oder Raumforderungen im Gehirn charakteristische Veränderungen des Gesichtsfelds verursachen. Jeder mit diesem Test festgestellte Defekt zeigt wie eine fehlende Region auf einer Landkarte die Lage und den Schweregrad der zugrunde liegenden Erkrankung an.
Der Zeitplan für regelmäßige Augenuntersuchungen hängt vom Alter und von den Risikofaktoren ab:
- Kinder
0-2 Jahre: Die erste Augenuntersuchung sollte bei der Geburt oder möglichst spätestens im Alter von 6-9 Monaten erfolgen. Die frühzeitige Diagnose von Erkrankungen wie angeborenem Katarakt oder Glaukom ist lebenswichtig.
3-5 Jahre: Im Kindergartenalter sollte unbedingt eine Augenkontrolle stattfinden. Sie spielt insbesondere bei der Erkennung von Schielen oder einer Amblyopie eine entscheidende Rolle.
Schulalter (6-19 Jahre): Sehfehler und die allgemeine Entwicklung der Augen sollten jährlich oder alle zwei Jahre kontrolliert werden. Wenn ein Kind die Tafel nicht deutlich erkennen kann, kann dies sowohl die schulischen Leistungen als auch die soziale Entwicklung beeinträchtigen.
- Erwachsene (20-40 Jahre)
Wenn keine deutlichen Beschwerden bestehen, wird alle 2-3 Jahre eine Augenuntersuchung empfohlen. Menschen, die lange am Computer arbeiten, Kontaktlinsen tragen oder Augenerkrankungen in der Familie haben, können von häufigeren Kontrollen profitieren.
- Mittleres und höheres Lebensalter (über 40 Jahre)
Zwischen dem 40. und 64. Lebensjahr wird alle 1-2 Jahre und ab dem 65. Lebensjahr jährlich eine Augenuntersuchung empfohlen. In diesen Altersgruppen steigt das Risiko für Erkrankungen wie Katarakt, Glaukom und Makuladegeneration.
- Risikopatienten
Menschen mit Diabetes oder Bluthochdruck sollten mindestens einmal jährlich eine Augenuntersuchung durchführen lassen, insbesondere wenn bereits Schäden am Augenhintergrund begonnen haben. Bei Menschen mit Glaukomrisiko erfolgen Messungen des Augeninnendrucks und Gesichtsfelduntersuchungen in den vom Arzt festgelegten Abständen, beispielsweise zweimal jährlich.
Der Begriff „Routineuntersuchung" bezeichnet Kontrollen, die in bestimmten Abständen stattfinden, ähnlich wie die regelmäßige Wartung eines Fahrzeugs. Selbst wenn kein sichtbares Problem besteht, kann dabei eine kleine Veränderung frühzeitig erkannt und behandelt werden, bevor sie fortschreitet.
Dank des rasanten technologischen Fortschritts werden heute auch bei Augenuntersuchungen moderne Bildgebungs- und Messverfahren eingesetzt. Einige davon liefern sehr spezifische Informationen und erleichtern die Diagnose erheblich.
- Optische Kohärenztomografie (OCT)
Mit der OCT kann das Netzhautgewebe Schicht für Schicht untersucht werden. Sie liefert besonders wertvolle quantitative Informationen über Veränderungen im Bereich der Makula, Ödeme bei diabetischer Retinopathie und eine durch Glaukom verursachte Ausdünnung der Nervenfaserschicht.
Dies lässt sich mit einem Architekten vergleichen, der mögliche Risse im Fundament eines Gebäudes untersuchen kann, ohne eine Säule aufzuschneiden. Da die innere Struktur des Auges Schicht für Schicht gescannt wird, können selbst früheste Schäden erkannt werden.
- Pachymetrie (Messung der Hornhautdicke)
Die Hornhautdicke ist sehr wichtig, um den Augeninnendruck korrekt zu beurteilen oder die Eignung für refraktive Eingriffe wie Laserbehandlungen zu prüfen. Mit einer ultraschallgestützten oder optischen Pachymetrie können bei einer dünnen Hornhaut Druckwerte erkannt werden, die fälschlicherweise niedrig erscheinen, tatsächlich aber erhöht sind.
- Gonioskopie
Bei der Gonioskopie wird der Vorderkammerwinkel untersucht, also der Bereich für den Abfluss der Augenflüssigkeit zwischen Iris und Hornhaut. Sie ist für die Beurteilung des Glaukomrisikos und die Erkennung besonderer Formen wie des Engwinkelglaukoms sehr wichtig. Eine spezielle Spiegel- oder Prismenlinse wird auf den vorderen Augenabschnitt gesetzt. Dadurch können die Winkelstrukturen, die bei einer normalen Untersuchung nicht sichtbar sind, direkt betrachtet werden.
- Farbsehtests
Sie dienen insbesondere zur Diagnose einer Farbfehlsichtigkeit und anderer Störungen der Farberkennung. Als Standardverfahren ist der Ishihara-Test bekannt. Auf einer Grafik befinden sich schwach erkennbare Zahlen oder Formen, die von der untersuchten Person identifiziert werden sollen.
- Elektrophysiologische Untersuchungen
Tests wie visuell evozierte Potenziale (VEP) und Elektroretinografie (ERG) messen elektrische Signale, die als Reaktion auf Lichtreize an der Netzhaut oder den Sehbahnen entstehen. Bei Säuglingen, die keine bewusste Rückmeldung geben können, oder bei Patienten mit besonderen Voraussetzungen lässt sich damit objektiv feststellen, wie das Auge reagiert.
Die während der Untersuchung verwendeten Augentropfen haben folgende Hauptzwecke:
- Mydriatika wie Tropicamid
Für eine detaillierte Untersuchung des Augenhintergrunds müssen die Pupillen erweitert werden. Dadurch kann die Netzhaut bis in ihre Randbereiche betrachtet werden. Nachteile sind eine vorübergehende Lichtempfindlichkeit und verschwommenes Nahsehen.
- Alpha-Agonisten oder Betablocker zur vorübergehenden Drucksenkung
Sie können vor oder nach der Tonometrie angewendet werden, um den Augeninnendruck vorübergehend zu regulieren. Dies ist keine Routineanwendung, sondern wird nach klinischer Notwendigkeit entschieden.
- Betäubende Augentropfen
Sie werden verwendet, um die Hornhaut bei berührenden Tonometrieverfahren wie der Applanationstonometrie oder bei kleineren chirurgischen Eingriffen zu betäuben. Sie beseitigen das Schmerzempfinden, beeinflussen die Sehqualität jedoch nicht unmittelbar.
Die Anwendung von Augentropfen kann damit verglichen werden, dass ein Automechaniker vor der Untersuchung des Motors bestimmte Teile ölt oder die Motorhaube öffnet. Jeder Tropfen erfüllt einen anderen Zweck und erhöht die Genauigkeit des jeweiligen Verfahrens.
- Lichtempfindlichkeit: Nach der Pupillenerweiterung fällt mehr Licht in die Augen. Das Tragen einer Sonnenbrille kann deshalb sehr entlastend sein. Auch beim Blick auf einen Computer- oder Smartphone-Bildschirm können vorübergehend Schwierigkeiten auftreten. Dieser Zustand ist vorübergehend.
- Vorübergehend verschwommenes Sehen: Naharbeiten wie Lesen oder die Nutzung eines Smartphones sowie Tätigkeiten, die viele Details erfordern, können mehrere Stunden lang schwierig sein. Wenn möglich, sollte die Augenuntersuchung deshalb zu einem Zeitpunkt stattfinden, an dem Sie kein besonders umfangreiches Arbeitsprogramm haben.
- Autofahren: Besonders nach einer Untersuchung mit pupillenerweiternden Tropfen kann Autofahren gefährlich sein. Es ist daher sinnvoll, alternative Verkehrsmittel einzuplanen oder sich von einer anderen Person fahren zu lassen.
Wird während der Untersuchung ein Problem festgestellt, können zusätzliche Untersuchungen geplant oder eine Behandlung begonnen werden. Die frühzeitige Diagnose ist bei nahezu allen Augenerkrankungen einer der wertvollsten Schritte.
- „Ich trage keine Brille, damit meine Brillenstärke nicht zunimmt"
Dies ist eine weitverbreitete, aber falsche Annahme. Das Tragen einer Brille erhöht die Brillenstärke nicht. Eine Brille verbessert entsprechend dem vorhandenen Brechungsfehler die Sehschärfe.
- „Eine Brille macht die Augen träge"
Im Gegenteil, eine Amblyopie entsteht im Kindesalter, wenn das Auge nicht genügend klare visuelle Reize erhält. Eine Brille erhöht die Klarheit dieser Reize und trägt dazu bei, eine Amblyopie zu verhindern.
- „Nur ältere Menschen bekommen Augenerkrankungen"
Katarakt und Makuladegeneration stehen zwar mit einem höheren Lebensalter in Zusammenhang, Erkrankungen wie Glaukom und Keratokonus können jedoch auch bei jüngeren Menschen auftreten. Regelmäßige Kontrollen sind deshalb in jedem Alter wichtig.












































