Das Hornhaut-Crosslinking ist eine moderne Behandlungsmethode, mit der die Hornhaut bei Keratokonus gestärkt wird. Durch das Einträufeln von Riboflavin und die Anwendung eines speziellen Lichts werden die Verbindungen zwischen den Kollagenfasern der Hornhaut verstärkt. Dieses Verfahren verlangsamt den Sehverlust.
In den ersten Tagen nach der Behandlung können Stechen, Brennen und verschwommenes Sehen auftreten. Diese Beschwerden sind vorübergehend und bessern sich innerhalb weniger Tage. Mit einer geeigneten Tropfenbehandlung und ärztlichen Kontrollen schreitet die Heilung schnell voran und die Hornhaut stabilisiert sich.
Das Hornhaut-Crosslinking kann die Notwendigkeit einer Hornhauttransplantation verringern, indem es das Fortschreiten der Erkrankung stoppt. Besonders bei Keratokonuspatienten, die bereits in jungen Jahren diagnostiziert werden, kann diese Methode wirksame Ergebnisse erzielen. Wird die Behandlung frühzeitig durchgeführt, steigt die Erfolgsrate.
Langfristig kann die Stärkung der Hornhautstruktur zu einer Verbesserung der Sehqualität führen. Das Verfahren bewirkt jedoch nicht immer eine vollständige Korrektur. Das Ziel besteht darin, das Fortschreiten zu verlangsamen. Regelmäßige Kontrollen und zusätzliche Behandlungsmethoden spielen bei der Behandlung der Erkrankung eine wichtige Rolle.
| Definition | Stärkung des Hornhautgewebes mit Riboflavin-Tropfen (Vitamin B2) und UV-A-Licht |
|---|---|
| Anwendungsgebiete | Keratokonus, Hornhautektasie und bestimmte fortschreitende Schwächezustände der Hornhaut |
| Durchführung | Entfernung der Hornhautoberfläche nach lokaler Betäubung mit Tropfen, Anwendung von Riboflavin-Tropfen und anschließende Bestrahlung mit UV-A-Licht (etwa 30-60 Minuten) |
| Vorbereitung | Eine besondere Vorbereitung ist normalerweise nicht erforderlich. Je nach ärztlicher Empfehlung dürfen am Tag des Eingriffs keine Kontaktlinsen getragen werden |
| Nebenwirkungen | Vorübergehendes Stechen, Schmerzen, Lichtempfindlichkeit, vorübergehende Hornhauttrübung sowie selten Infektionen oder Geschwüre |
| Vorteile | Kann das Fortschreiten des Keratokonus stoppen oder verlangsamen und möglicherweise einen weitergehenden chirurgischen Eingriff vermeiden |
| Nachteile | Vorübergehend verschwommenes Sehen, eine möglicherweise mehrere Wochen dauernde Heilungsphase und ein seltenes Infektionsrisiko |
| Nicht geeignet für | Personen mit dünner Hornhaut (unter 400 Mikrometer), einer aktiven Augeninfektion oder einem schweren Hornhautgeschwür |
| Häufigere Anwendung bei | Jungen Patienten mit fortschreitendem Keratokonus und früh diagnostizierten Patienten |
| Heilungsdauer | Rückkehr in den Alltag normalerweise innerhalb von 1-4 Wochen. Das endgültige Sehvermögen kann sich innerhalb von 2-6 Monaten stabilisieren |
| Komplikationen | Vorübergehende Hornhauttrübung, Infektion, Geschwür und Sehverlust (sehr selten) |
| Wann ärztliche Hilfe erforderlich ist | Bei starken Schmerzen, plötzlicher Sehverschlechterung, Ausfluss, Rötung oder Lichtempfindlichkeit |
Das Hornhaut-Crosslinking ist eine Behandlungsmethode, die bei fortschreitenden Hornhauterkrankungen wie Keratokonus eingesetzt wird, um die strukturelle Festigkeit der Hornhaut zu erhöhen. Nachdem Riboflavin-Tropfen (Vitamin B2) auf die Hornhaut gegeben wurden, wird UV-A-Licht angewendet, um neue Verbindungen zwischen den Kollagenfasern zu bilden. Dadurch wird die Hornhaut fester und stabiler. Das Verfahren verbessert das Sehvermögen nicht, sondern soll das Fortschreiten der Erkrankung stoppen.
Das Hornhaut-Crosslinking wird insbesondere bei fortschreitenden Hornhautektasien wie Keratokonus oder einer Ektasie nach LASIK empfohlen. Wie wird dieses Fortschreiten festgestellt? Beobachtet werden Parameter wie eine schnelle Zunahme der Brillen- oder Kontaktlinsenstärke sowie Tendenzen zur Ausdünnung und Versteilung der Hornhaut in der Hornhauttopografie. Eine Zunahme der stärksten Hornhautkrümmung (Kmax) um mehr als 1 Dioptrie innerhalb eines Jahres oder eine deutliche Veränderung der Brillenwerte kann im Allgemeinen als Zeichen einer „Progression" gewertet werden. Das größte Problem bei Keratokonus besteht darin, dass die Erkrankung in jungen Jahren schnell fortschreiten und die Sehqualität erheblich beeinträchtigen kann.
- Altersfaktor: Die meisten Studien zeigen, dass das Hornhaut-Crosslinking in jungen Jahren wirksamer sein kann. Dies hängt damit zusammen, dass Keratokonus besonders während der Pubertät und zu Beginn des dritten Lebensjahrzehnts schnell fortschreiten kann. In den Dreißigern und Vierzigern kann sich der natürliche Verlauf des Keratokonus vergleichsweise verlangsamen. Dennoch kann die Behandlung auch bei Erwachsenen mit nachgewiesener Progression durchgeführt werden.
- Hornhautdicke: Eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Eingriff ist normalerweise eine Hornhautdicke von mindestens 400 Mikrometern. UV-A-Licht kann das Hornhautendothel, die innerste Schicht der Hornhaut, schädigen. Ist die Hornhaut zu dünn, kann das Licht bis zum Endothel gelangen und irreversible Schäden verursachen. Für dünne Hornhäute wurden verschiedene Modifikationen entwickelt, etwa die Verwendung von hypoosmolarem Riboflavin oder kontaktlinsengestützte Verfahren. Diese werden jedoch ebenfalls nur unter bestimmten Voraussetzungen angewendet.
- Hornhauttransparenz und Narbenbildung: Während des Verfahrens müssen die Riboflavin-Tropfen wirksam in das Hornhautstroma eindringen. Bei einer stark vernarbten oder getrübten Hornhaut kann das Eindringen des Medikaments und des Lichts erschwert sein. Deshalb können die Ergebnisse bei Patienten mit ausgeprägtem Narbengewebe weniger gut ausfallen als erwartet.
- Autoimmunerkrankungen: Erkrankungen des Immunsystems können die Gewebeheilung beeinträchtigen. Einige Ärzte empfehlen bei Personen mit Bindegewebserkrankungen wie rheumatoider Arthritis eine sorgfältige Untersuchung vor dem CXL. Bei diesen Patienten kann die Regenerationsfähigkeit des Augengewebes verändert und das Risiko für Infektionen oder Entzündungen erhöht sein.
- Herpetische Augenerkrankungen in der Vorgeschichte: Bei Patienten, die bereits eine Herpesinfektion des Auges hatten, beispielsweise eine Herpeskeratitis, kann das Virus inaktiv im Körper verbleiben. Das Hornhaut-Crosslinking oder die danach angewendeten Medikamente können das Virus erneut aktivieren. Deshalb wird diesen Patienten die Behandlung normalerweise nicht empfohlen, oder es werden besonders strenge Vorsichtsmaßnahmen ergriffen.
Neben all diesen Kriterien hängt die endgültige Entscheidung über ein Hornhaut-Crosslinking vom klinischen Gesamtbild des Patienten und von der Erfahrung des Augenarztes ab. Ziel ist es, bei Fällen mit dem höchsten Progressionsrisiko möglichst früh einzugreifen und einen dauerhaften Sehverlust zu verhindern.
Das Grundprinzip des Verfahrens besteht darin, dass Riboflavin (Vitamin B2) und UV-A-Licht eine chemische Reaktion auslösen. Riboflavin reichert sich im Hornhautstroma an und wird lichtempfindlich. Wird anschließend UV-A-Licht mit einer Wellenlänge von etwa 365-370 nm angewendet, entstehen sogenannte „reaktive Sauerstoffspezies". Diese reaktiven Sauerstoffspezies bilden zusätzliche Verbindungen, sogenannte Crosslinks, zwischen den Kollagenfasern und führen dadurch zu einer Festigung des Gewebes.
Dieser Vorgang lässt sich mit dem Einsetzen zusätzlicher Stahlstäbe zwischen den Säulen eines Gebäudes vergleichen, um die Festigkeit des Betons zu erhöhen. Je stabiler die Verbindungen zwischen den Säulen sind, desto widerstandsfähiger wird das Gebäude gegen äußere Kräfte. Auch in der Hornhaut trägt eine Zunahme der Querverbindungen dazu bei, dass das Gewebe äußeren Kräften und dem Augeninnendruck besser standhält.
- Wichtiger Punkt: Das Hornhaut-Crosslinking stärkt die vorhandene Gewebestruktur. Verlorene oder stark ausgedünnte Bereiche werden dadurch nicht im Sinne einer „Behandlung" verdickt. In fortgeschrittenen Fällen kann deshalb eine Hornhauttransplantation erforderlich sein. CXL kann jedoch häufig als vorbeugende Maßnahme betrachtet werden, die vor dem Erreichen dieses Stadiums durchgeführt wird.
- Rolle des Epithels: Die Hornhaut ist mit einer Zellschicht bedeckt, die als Epithel bezeichnet wird. Diese Schicht schützt das Auge vor der äußeren Umgebung, kann jedoch die Aufnahme von Riboflavin teilweise verhindern. Beim klassischen Epi-off-Verfahren wird das Epithel entfernt. Dadurch kann Riboflavin leichter in das Hornhautstroma eindringen und die Behandlung wirksamer durchgeführt werden. Die Entfernung des Epithels verringert jedoch den Patientenkomfort nach dem Eingriff und erhöht das Infektionsrisiko geringfügig. Deshalb wurden in jüngerer Zeit Verfahren entwickelt, bei denen das Epithel nicht entfernt (Epi-on) oder teilweise durchlässig gemacht wird.
- Zellschutz: Ist die Hornhaut ausreichend dick, entfaltet das UV-A-Licht seine Wirkung im Stroma, ohne das Endothel, die innerste Hornhautschicht, oder die dahinterliegenden Augenstrukturen zu gefährden. Deshalb ist die Messung der Hornhautdicke vor dem Eingriff besonders wichtig.
Damit dieser Mechanismus korrekt funktioniert, werden Lichtintensität, Anwendungsdauer und Riboflavinkonzentration während des Eingriffs sehr genau eingestellt. So kann die gewünschte biochemische Wirkung erzielt werden, während die anderen Schichten des Auges geschützt bleiben.
Das Hornhaut-Crosslinking wird hauptsächlich in zwei Methoden unterteilt: die Entfernung des Epithels (Epi-off) und der Erhalt des Epithels (Epi-on). In den vergangenen Jahren haben außerdem beschleunigte Protokolle, auch als A-CXL bezeichnet, sowie verschiedene Modifikationen an Bedeutung gewonnen.
Epithelium-Off-Methode (Epi-off)
- Dies ist das klassische Protokoll mit der stärksten wissenschaftlichen Evidenz.
- Zunächst wird die Augenoberfläche mit lokal betäubenden Tropfen behandelt.
- Das Epithel im zentralen Bereich der Hornhaut von 8-10 mm wird vorsichtig entfernt.
Anschließend wird etwa 30 Minuten lang eine 0,1%ige Riboflavinlösung aufgetropft, normalerweise alle 2-5 Minuten, damit das Hornhautstroma vollständig mit der Lösung gesättigt wird.
Nachdem die Hornhaut ausreichend mit Riboflavin gesättigt ist, wird für einen festgelegten Zeitraum, normalerweise 30 Minuten, UV-A-Licht mit einer Wellenlänge von 365-370 nm und einer bestimmten Intensität von 3 mW/cm² auf die Hornhautoberfläche angewendet.
Die Gesamtenergiedosis wird auf 5,4 J/cm² eingestellt.
- Am Ende des Eingriffs wird eine schützende Verbandkontaktlinse auf die Hornhaut gesetzt. Der Patient erhält außerdem antibiotische und steroidhaltige Augentropfen. Die Regeneration des Epithels dauert normalerweise einige Tage.
Epithelium-On-Methode (Epi-on)
- Bei diesem Verfahren wird das Hornhautepithel nicht entfernt. Dadurch ist der Komfort nach dem Eingriff vergleichsweise besser und das Infektionsrisiko relativ geringer.
- Da das Epithel das Eindringen von Riboflavin in die Hornhaut teilweise verhindert, kann die erreichte Quervernetzung geringer sein als beim Epi-off-Verfahren.
- Bei einigen Protokollen wird versucht, das Eindringen von Riboflavin durch spezielle Lösungen oder Technologien wie die Iontophorese zu erhöhen. Viele Studien zeigen jedoch, dass das standardmäßige Epi-off-Protokoll beständigere und stärkere Ergebnisse liefert.
Beschleunigte Protokolle
- Ziel ist es, die Behandlungsdauer durch eine Erhöhung der Lichtintensität zu verkürzen, ohne die Gesamtenergiedosis von 5,4 J/cm² zu verändern. Beispielsweise können statt 3 mW/cm² über 30 Minuten etwa 9 mW/cm² über 10 Minuten angewendet werden.
- Mit diesem Verfahren soll die Behandlungsdauer verkürzt werden, während die Wirksamkeit auf einem ähnlichen Niveau bleibt. Einige Untersuchungen weisen jedoch darauf hin, dass sehr kurze Anwendungen mit hoher Intensität möglicherweise nur oberflächlicher in der Hornhaut wirken.
Gepulste Lichtanwendung
- Das UV-A-Licht wird nicht kontinuierlich, sondern in Intervallen angewendet. Dadurch erhält der Sauerstoff im Hornhautgewebe Zeit, sich zu erneuern, wodurch die Crosslinking-Reaktionen wirksamer ablaufen können.
- Obwohl verschiedene Studien keinen signifikanten Unterschied zwischen gepulsten und kontinuierlichen Lichtprotokollen festgestellt haben, wird angenommen, dass die wiederholte Sauerstofferneuerung in bestimmten Fällen die Qualität des Verfahrens verbessern kann.
Personalisiertes (topografiegesteuertes) Crosslinking
- Neue Technologien ermöglichen eine gezielte UV-A-Anwendung an den schwächsten Bereichen der Hornhaut oder eine individuelle Planung anhand der Hornhauttopografie des Patienten.
- Ziel ist eine selektivere Behandlung, die sich auf die schwächeren Bereiche der Hornhaut konzentriert. Diese Verfahren befinden sich jedoch weiterhin in der Forschungs- und Entwicklungsphase.
Spezielle Techniken für dünne Hornhäute
- Da das Risiko einer Endothelschädigung bei Hornhäuten unter 400 Mikrometern erhöht ist, können Verfahren wie hypoosmolares Riboflavin oder kontaktlinsengestütztes CXL bevorzugt werden.
- Beim kontaktlinsengestützten Verfahren wird eine spezielle, mit Riboflavin gesättigte Kontaktlinse eingesetzt. Die Gesamtdicke aus Hornhaut und Kontaktlinse ermöglicht dadurch eine sichere UV-Bestrahlung.
Jede Methode hat Vor- und Nachteile. Faktoren wie die Augenstruktur des Patienten, die Hornhautdicke und die Geschwindigkeit des Krankheitsfortschritts spielen bei der Auswahl des Protokolls eine entscheidende Rolle. Die meisten Daten und wissenschaftlichen Belege liegen jedoch für das Epi-off-Verfahren vor, das als klassisches Dresden-Protokoll bezeichnet wird. Ärzte verwenden dieses Protokoll normalerweise als Grundlage und passen es bei Bedarf an besondere Situationen an.
Nach dem Hornhaut-Crosslinking erwartet die Patienten ein Heilungsverlauf, der von den ersten Tagen nach dem Eingriff bis zu mehreren Monaten reicht. Die während dieses Zeitraums auftretenden Veränderungen und empfundenen Beschwerden lassen sich unter mehreren Überschriften zusammenfassen:
Erste Tage: Schmerzen, Brennen und Lichtempfindlichkeit
- Da beim Epi-off-Verfahren das Hornhautepithel entfernt wird, können in den ersten 24-48 Stunden nach dem Eingriff deutliche Augenschmerzen, Brennen und Stechen auftreten. Diese Phase lässt sich mit einer abgeschürften Hautstelle vergleichen.
Insbesondere die Lichtempfindlichkeit nimmt zu. Außerdem können Tränenfluss und Rötungen der Augen auftreten.
- Die Verbandkontaktlinse schützt die Hornhaut und lindert gleichzeitig die Schmerzen. Antibiotische Tropfen verringern das Infektionsrisiko, während steroidale oder ähnliche entzündungshemmende Tropfen die Heilung unterstützen.
Erste Woche: Regeneration des Epithels und Sehschwankungen
- Die entfernte Epithelschicht wächst normalerweise innerhalb von 3-5 Tagen nach. Während dieser Zeit nimmt der Patient in den vom Arzt empfohlenen Abständen an Kontrolluntersuchungen teil. Dabei wird entschieden, ob die Verbandkontaktlinse entfernt werden kann.
- Verschwommenes Sehen oder Lichthöfe um Lichtquellen können auftreten. Dies hängt mit der Schwellung der Hornhaut nach dem Eingriff, der Geweberegeneration und der unregelmäßigen Hornhautoberfläche zusammen.
Erste Monate: Schwankungen der Sehschärfe und Heilung
- Nach einigen Wochen wird das Sehvermögen zunehmend stabiler. Bis eine vollständig stabile und klare Sicht erreicht ist, können jedoch mehrere Monate vergehen.
- Während dieses Zeitraums können die topografischen Messungen der Hornhaut eine langsame Verbesserung oder zumindest eine Stabilisierung zeigen. Manche Patienten berichten, dass sie „besser als vorher" sehen. Das Hauptziel besteht jedoch darin, ein weiteres Fortschreiten des Keratokonus zu stoppen.
- Kurzfristige Schwankungen der Sehschärfe, beispielsweise klares Sehen am Morgen und eine leichte Verschlechterung gegen Abend, gelten als normal.
Langfristiger Verlauf: Stabilisierung und mögliche Verbesserung
- Obwohl sich die Crosslinks in der Hornhaut unmittelbar nach dem Eingriff zu bilden beginnen, kann es 6-12 Monate dauern, bis das Gewebe vollständig umgebaut ist und seine maximale Festigkeit erreicht.
- Studien zeigen, dass viele Patienten nach einem Jahr eine gewisse Verbesserung der maximalen Keratometriewerte (Kmax) sowie eine dauerhafte Verbesserung oder Stabilisierung der Sehschärfe aufweisen.
- Klinische Studien zeigen, dass der Keratokonus bei der großen Mehrheit der behandelten Augen nicht weiter fortschreitet. Bei einigen Patienten wurde außerdem eine Verringerung der Keratometriewerte um etwa 1 Dioptrie beobachtet.
- Beispiel für eine Verbesserung des Sehvermögens: Einige Patienten benötigen vor dem Eingriff hochkorrigierende Kontaktlinsen, um klar sehen zu können. Im Verlauf nach dem Crosslinking kann die erforderliche Stärke leicht abnehmen. Als einfaches Beispiel kann sich ein Hornhautkrümmungswert von 5,0 Dioptrien auf 4,0-4,5 Dioptrien reduzieren. Eine derart deutliche Verbesserung tritt selbstverständlich nicht in jedem Fall ein. Bereits das Stoppen der Progression bietet jedoch einen erheblichen Vorteil für den Erhalt des Sehvermögens.
Bei einigen Patienten kann nach dem Eingriff eine leichte Trübung auftreten, die als „corneal haze" bezeichnet wird. In den meisten Fällen ist diese Trübung vorübergehend und nimmt innerhalb von 3-4 Monaten ab. Länger anhaltender oder dauerhafter Haze ist selten und führt normalerweise nur zu einer geringfügigen Verringerung der Sehqualität, die mit einer Brille oder Kontaktlinsen korrigiert werden kann.
Dank zunehmender Erfahrung und technologischer Entwicklungen gilt das Hornhaut-Crosslinking heute als sehr sicheres Verfahren. Wie bei jedem medizinischen Eingriff bestehen jedoch auch beim CXL bestimmte Risiken und Nebenwirkungen.
Vorübergehende Nebenwirkungen
- Stechen und Brennen: Diese Beschwerden können besonders in den ersten Tagen nach Anwendung der Epi-off-Technik deutlich ausgeprägt sein.
- Lichtempfindlichkeit: Die Augen können helles Licht schlechter vertragen. Das Tragen einer Sonnenbrille kann Linderung verschaffen.
- Trockene Augen: Die Qualität des Tränenfilms kann vorübergehend beeinträchtigt sein. Dieser Zustand lässt sich mit künstlichen Tränen behandeln.
- Verschwommenes oder trübes Sehen: Besonders in den ersten Wochen sind Schwankungen des Sehvermögens und leichte Trübungen normal.
Schwerwiegendere, aber seltene Komplikationen
- Hornhautinfektion: Bei Eingriffen ohne Epithel (Epi-off) ist die Augenoberfläche anfälliger für Mikroorganismen. Deshalb ist die regelmäßige Anwendung der nach dem Eingriff verordneten antibiotischen Tropfen wichtig.
- Länger anhaltender Hornhaut-Haze: Obwohl die Trübung normalerweise innerhalb mehrerer Monate zurückgeht, kann sie in seltenen Fällen dauerhafter werden und die Sehqualität beeinträchtigen.
- Hornhautnarbe: Durch eine übermäßige Reaktion oder eine Infektion kann sich Narbengewebe in der Hornhaut bilden. Da dies zu einer dauerhaften Beeinträchtigung des Sehvermögens führen kann, sind eine frühzeitige Diagnose und Behandlung wichtig.
- Endothelschädigung: Ist die Hornhaut zu dünn oder wird die UV-Dosis nicht korrekt eingestellt, kann das Endothel, die innerste Schicht der Hornhaut, geschädigt werden. Wird dadurch das Flüssigkeitsgleichgewicht im Auge gestört, können ein Hornhautödem und ein schwerer Sehverlust entstehen.
Positive Statistiken
- In einer Studie wurden 117 Augen über 12 Monate beobachtet. Die Komplikationsrate betrug 2,9%. Dieser Wert ist im Vergleich zu vielen chirurgischen Verfahren sehr niedrig.
- In derselben Studie wurde eine „Misserfolgsrate" von 7,6% angegeben. Damit ist gemeint, dass das Fortschreiten nicht gestoppt werden konnte. Obwohl dieser Wert auf den ersten Blick hoch erscheinen kann, sollte berücksichtigt werden, dass mehr als 90% der Patienten von der Behandlung profitierten.
- Auch langfristige Nachbeobachtungen über 5-7 Jahre zeigen, dass schwerwiegende Komplikationen selten sind.
Risikofaktoren:
- Patienten mit sehr dünner Hornhaut,
- Keratokonusfälle mit einem sehr hohen Kmax-Wert (über 58 Dioptrien),
- In jungen Jahren schnell fortschreitender Keratokonus,
- Systemische oder lokale Probleme des Immunsystems,
- Patienten, die Hygieneregeln nicht einhalten oder Kontrolltermine versäumen,
gehören zu den Gruppen mit einem etwas höheren Komplikationsrisiko. Diese Risiken können jedoch durch eine sorgfältige Vorbereitung, eine gewissenhafte Durchführung des Eingriffs und regelmäßige Nachkontrollen erheblich reduziert werden.
Zusammenfassend gilt das Hornhaut-Crosslinking als vergleichsweise sicheres Verfahren. Die Qualität der Ausstattung, die Erfahrung des Arztes und die Einhaltung der postoperativen Pflegeanweisungen durch den Patienten sind die wichtigsten Faktoren für den Erfolg.
Als das Verfahren erstmals eingeführt wurde, bezeichneten einige Forscher es als „revolutionär". Zuvor gab es keine wirksame Behandlungsmethode, mit der das Fortschreiten des Keratokonus gestoppt werden konnte. Welche Statistiken stehen heute zur Verfügung, und was können Patienten langfristig von dieser Behandlung erwarten?
Stoppen des Fortschreitens von Keratokonus
- Zahlreiche klinische Studien zeigen, dass das Hornhaut-Crosslinking die Progression des Keratokonus deutlich verlangsamt oder vollständig stoppt.
- In einer im Journal of Cataract & Refractive Surgery veröffentlichten Studie wurde bei 70% der Patienten eine Abflachung am steilsten Punkt der Hornhaut und bei 65% eine Verbesserung der Sehschärfe berichtet. Dies ist ein Hinweis auf eine tatsächliche strukturelle Verbesserung der Hornhaut.
- In einer weiteren Nachbeobachtungsstudie wurde über einen Beobachtungszeitraum von sieben Jahren bei keinem der behandelten Augen eine deutliche Keratokonusprogression festgestellt. In der Kontrollgruppe wurde während desselben Zeitraums dagegen ein Fortschreiten dokumentiert. Diese Ergebnisse zeigen, dass die Behandlung auch langfristig wirksam sein kann.
Verbesserung der Sehschärfe
- Das Hornhaut-Crosslinking dient in erster Linie dazu, das Fortschreiten zu stoppen. In einigen Fällen kann es jedoch auch zu einer deutlichen Verbesserung der Sehqualität führen.
- In einer Metaanalyse wurde nach dem Eingriff eine durchschnittliche Abnahme des Kmax-Werts um etwa 1 Dioptrie festgestellt. Bei einem Teil der Patienten wurde in den folgenden Monaten eine deutliche Verbesserung der Sehschärfe von bis zu 65% beschrieben.
- Besonders bei Patienten mit sehr hohen Dioptrienwerten oder geringer Sehschärfe vor dem Eingriff können nach der Behandlung deutlichere Verbesserungen beobachtet werden.
Wiederholungsbehandlung
- Bei einigen Patienten kann der Keratokonus mehrere Jahre nach dem ersten Eingriff erneut fortschreiten.
- In einer weiteren Studie mit 15-jährigen Nachbeobachtungsdaten benötigten 14% der Patienten nach durchschnittlich neun Jahren einen erneuten Eingriff. Obwohl dieser Anteil nicht hoch ist, zeigt er, wie wichtig langfristige Kontrollen sind.
Kosten-Wirksamkeits-Analyse
- Da das Hornhaut-Crosslinking häufig einen invasiveren und kostspieligeren Eingriff wie eine Hornhauttransplantation verhindern kann, gilt es langfristig sowohl im Hinblick auf den Patientenkomfort als auch auf die Gesundheitsökonomie als vorteilhaft.
- Eine Kosten-Wirksamkeits-Studie zeigte, dass CXL trotz der zunächst hoch erscheinenden Kosten einen dauerhaften Sehverlust verhindern und dadurch mögliche spätere Operationskosten senken kann. Da gleichzeitig die Lebensqualität der Patienten weitgehend erhalten bleibt, wurde die Methode in vielen Ländern zunehmend in Erstattungssysteme aufgenommen.
Pädiatrische Patienten
- Da Keratokonus in jungen Jahren bekanntermaßen aggressiver verlaufen kann, ist CXL bei Kindern und Jugendlichen besonders wichtig.
- Studien mit Nachbeobachtungszeiten von mehr als 10 Jahren berichten, dass ein frühzeitig bei Kindern durchgeführtes CXL sowohl das Sehvermögen erhält als auch das Fortschreiten des Keratokonus deutlich verlangsamt.












































