Inhalt:
- Wie entsteht ein Hornhautgeschwür?
- Ursachen eines Hornhautgeschwürs
- Bakterielles Hornhautgeschwür
- Kontaktlinsen und Infektionsrisiko
- Pilz- und Acanthamoeba-Infektionen
- Herpesbedingte und virale Hornhautgeschwüre
- Nichtinfektiöse Hornhautgeschwüre
- Trockene Augen und Hornhautschäden
- Welche Symptome verursacht ein Hornhautgeschwür?
- Wie wird ein Hornhautgeschwür diagnostiziert?
- Hornhautabschabung und Kulturuntersuchungen
- Wie wird ein Hornhautgeschwür behandelt?
- Fortifizierte antibiotische Augentropfen
- Chirurgische Behandlung bei einer Hornhautperforation
- Amnionmembrananwendungen
- Hornhautnarbe und Sehqualität
- Mögliche Komplikationen eines Hornhautgeschwürs
- Vorbeugung von Hornhautgeschwüren
- Wann ist eine dringende Untersuchung erforderlich?
Ein Hornhautgeschwür ist eine offene Wunde in der transparenten Hornhaut im vorderen Bereich des Auges. Die Wunde entsteht meistens infektionsbedingt, bei manchen Patienten können jedoch auch Verletzungen, stark trockene Augen oder Erkrankungen des Immunsystems eine Rolle spielen. Wenn sich die Schädigung der Hornhautoberfläche vertieft, kann sich die Sehqualität verschlechtern. Augenschmerzen, Rötungen, Tränenfluss und Lichtempfindlichkeit gehören zu den häufigen Symptomen. Eine verzögerte Behandlung kann zu dauerhaften Narben, einer Ausdünnung der Hornhaut oder schwerwiegenderen Problemen im Augeninneren führen. Patienten mit Verdacht auf ein Hornhautgeschwür müssen daher unverzüglich untersucht werden.
Wie entsteht ein Hornhautgeschwür?
Die Hornhaut ist ein transparentes Gewebe ohne Blutgefäße, durch das Licht in das Auge gelangt. Der Tränenfilm und die äußerste Epithelschicht der Hornhaut schützen die Augenoberfläche vor äußeren Einflüssen. Wenn die Epithelbarriere beschädigt ist, können Bakterien, Pilze, Viren oder andere Mikroorganismen in das Hornhautgewebe eindringen. In manchen Fällen können mit dem Immunsystem verbundene Prozesse auch ohne Infektion einen Gewebeverlust in der Hornhaut verursachen. Wenn die Wunde fortschreitet, kann die regelmäßige Struktur der Hornhaut beeinträchtigt werden und ihre Transparenz abnehmen. Lage und Tiefe der Schädigung bestimmen ihre Auswirkungen auf das Sehvermögen.
Ein Hornhautgeschwür schreitet nicht bei jedem Patienten mit derselben Geschwindigkeit oder auf dieselbe Weise fort. Manche Infektionen können sich innerhalb kurzer Zeit vertiefen, während andere langsamer verlaufen. Der offene Bereich auf der Hornhautoberfläche kann bis in das darunterliegende Stützgewebe reichen. Bei zunehmender Entzündung kann ein weißer oder grauer Herd in der Hornhaut sichtbar werden. In fortgeschrittenen Fällen können sich die Hornhaut ausdünnen und ein Perforationsrisiko entstehen. Der Behandlungsplan richtet sich nach Größe, Lage und möglicher Ursache der Wunde.
Ursachen eines Hornhautgeschwürs
Die Ursachen eines Hornhautgeschwürs lassen sich in zwei Hauptgruppen einteilen, infektiöse und nichtinfektiöse Faktoren. Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze, Herpesviren und Acanthamoeba können infektiöse Geschwüre verursachen. Die unsachgemäße Verwendung von Kontaktlinsen kann die Augenoberfläche anfälliger für Infektionen machen. Augenverletzungen, Kontakt mit Chemikalien und Verletzungen durch pflanzliches Material können das Risiko ebenfalls erhöhen. Stark trockene Augen, ein unvollständiger Lidschluss und bestimmte rheumatische Erkrankungen können an der Entwicklung nichtinfektiöser Geschwüre beteiligt sein. Für die Auswahl der geeigneten Behandlung ist es wichtig, die zugrunde liegende Ursache zu bestimmen.
Zu den Faktoren, die ein Hornhautgeschwür begünstigen können, gehören:
- Bakterielle Infektionen.
- Pilzinfektionen.
- Herpesvirusinfektionen.
- Acanthamoeba-Infektion.
- Unsachgemäße Verwendung von Kontaktlinsen.
- Augenverletzungen und Kontakt mit Chemikalien.
- Stark trockene Augen.
- Unvollständiger Lidschluss.
- Autoimmune oder rheumatische Erkrankungen.
Bakterielles Hornhautgeschwür
Bakterien gehören zu den häufigen Ursachen von Hornhautgeschwüren. Eine gesunde Hornhautoberfläche bildet eine Schutzbarriere gegen das Eindringen von Mikroorganismen. Wenn ein Kratzer oder Epitheldefekt auf der Oberfläche entsteht, können Bakterien in tiefere Hornhautschichten gelangen. Bakterien wie Staphylococcus-Arten und Pseudomonas können unterschiedliche Krankheitsbilder verursachen. Besonders bei Kontaktlinsenträgern können manche bakteriellen Infektionen schneller fortschreiten. Starke Augenschmerzen, Rötungen, Ausfluss und ein weißer Herd in der Hornhaut müssen auf eine bakterielle Infektion untersucht werden.
Der Schweregrad eines bakteriellen Geschwürs hängt von der Art des Mikroorganismus und der Tiefe der Wunde ab. Bei manchen Patienten können sich Entzündungszellen im vorderen Bereich des Auges ansammeln. Große Geschwüre oder solche in der Nähe des Sehzentrums müssen engmaschiger kontrolliert werden. Die Behandlung wird meistens mit geeigneten antibiotischen Augentropfen begonnen. In schweren Fällen können eine intensivere Tropfenbehandlung oder eine stationäre Überwachung erforderlich sein. Die Medikamentenauswahl erfolgt anhand der klinischen Befunde und bei Bedarf der Kulturergebnisse.
Kontaktlinsen und Infektionsrisiko
Das Tragen von Kontaktlinsen kann das Risiko eines Hornhautgeschwürs erhöhen, insbesondere wenn die Hygieneregeln nicht eingehalten werden. Das Schlafen mit Kontaktlinsen, eine längere als empfohlene Tragedauer und eine unzureichende Reinigung des Aufbewahrungsbehälters sind wichtige Risikofaktoren. Auch der Kontakt der Linsen mit Leitungswasser kann die Infektionswahrscheinlichkeit erhöhen. Das Tragen von Kontaktlinsen beim Duschen, im Schwimmbad oder im Meer kann bestimmten Mikroorganismen den Zugang zum Auge erleichtern. Kleine Oberflächenschäden, die beim Tragen von Kontaktlinsen entstehen, können Infektionen begünstigen. Wenn Schmerzen oder Rötungen auftreten, müssen die Linsen entfernt und das Auge noch am selben Tag untersucht werden.
Zu den Verhaltensweisen, die das Risiko einer kontaktlinsenbedingten Infektion erhöhen, gehören:
- Schlafen mit Kontaktlinsen.
- Abspülen der Linsen mit Leitungswasser.
- Unregelmäßiger Austausch des Linsenbehälters.
- Wiederverwendung alter Kontaktlinsenlösung.
- Duschen mit Kontaktlinsen.
- Tragen von Kontaktlinsen im Schwimmbad oder Meer.
- Weiterverwendung von Linsen nach Ablauf ihrer Tragedauer.
Die Kontaktlinsenlösung muss korrekt verwendet und der Aufbewahrungsbehälter regelmäßig gereinigt werden. Vor dem Einsetzen der Linsen müssen die Hände gewaschen und getrocknet werden. Die Tragedauer von Tages- oder Monatslinsen muss entsprechend den Herstellerempfehlungen eingehalten werden. Bei Stechen, verschwommenem Sehen oder Lichtempfindlichkeit sollte das Tragen von Kontaktlinsen unterbrochen werden. Auch wenn die Beschwerden verschwinden, sollten dieselben Linsen nicht ohne vorherige Untersuchung erneut verwendet werden. Bei Patienten mit Verdacht auf eine Infektion können die Linsen und der Aufbewahrungsbehälter bei Bedarf untersucht werden.
Pilz- und Acanthamoeba-Infektionen
Pilzbedingte Hornhautgeschwüre können insbesondere nach Augenverletzungen durch pflanzliches Material auftreten. Der Kontakt mit einem Ast, Dorn oder Blatt kann ein entsprechendes Risiko darstellen. Manche Pilzinfektionen können in tiefere Bereiche der Hornhaut vordringen. Die Behandlung kann länger dauern und andere Medikamente als bei bakteriellen Infektionen erfordern. Acanthamoeba ist ein mikroskopischer Organismus, der in Wasser und in der Umwelt vorkommen kann. Besonders der Kontakt von Kontaktlinsen mit Leitungswasser oder das Schwimmen mit Kontaktlinsen kann das Infektionsrisiko erhöhen.
Bei einer Acanthamoeba-Infektion können die Augenschmerzen manchmal stärker ausgeprägt sein als die bei der Untersuchung sichtbaren Befunde. Allerdings treten nicht bei jedem Patienten gleich starke Schmerzen auf. Eine verspätete Diagnose kann die Behandlung erschweren. Herkömmliche antibiotische Augentropfen allein reichen bei Pilz- und Acanthamoeba-Infektionen nicht aus. Es sind spezielle Medikamente gegen den jeweiligen Erreger und regelmäßige Kontrollen erforderlich. Die Behandlung wird anhand des Ausmaßes der Hornhautschädigung und der Laborbefunde geplant.
Herpesbedingte und virale Hornhautgeschwüre
Das Herpes-simplex-Virus kann wiederkehrende Infektionen der Hornhautoberfläche verursachen. Bei manchen Patienten entstehen verzweigte oberflächliche Wunden auf der Hornhaut. Stress, fieberhafte Erkrankungen und das Immunsystem beeinflussende Zustände können zum Auftreten neuer Schübe beitragen. Wiederkehrende Infektionen können die Hornhautempfindlichkeit im Laufe der Zeit verringern. Dadurch kann die Fähigkeit der Augenoberfläche beeinträchtigt werden, sich selbst zu schützen und zu heilen. Auch das Varizella-Zoster-Virus kann bei manchen Patienten erhebliche Probleme rund um das Auge und an der Hornhaut verursachen.
Zur Behandlung viraler Hornhautgeschwüre werden antivirale Medikamente erwogen. Ob die Behandlung in Form von Augentropfen, Salben oder einzunehmenden Medikamenten erfolgt, hängt vom klinischen Zustand ab. Die unkontrollierte Anwendung kortisonhaltiger Augentropfen bei einem Auge mit Herpesinfektion kann die Erkrankung in manchen Fällen verschlimmern. Bei bestimmten herpesbedingten Krankheitsbildern können kortisonhaltige Behandlungen jedoch ausschließlich mit geeignetem antiviralen Schutz und unter engmaschiger Kontrolle erwogen werden. Die Medikamentenauswahl muss daher anhand der Art der Infektion erfolgen. Bei wiederkehrenden Erkrankungen werden die Kontrollabstände und die Notwendigkeit einer vorbeugenden Behandlung gesondert beurteilt.
Nichtinfektiöse Hornhautgeschwüre
Hornhautgeschwüre werden nicht immer durch eine Infektion mit Mikroorganismen verursacht. Rheumatoide Arthritis und bestimmte andere Autoimmunerkrankungen können Entzündungen und Ausdünnungen am Rand der Hornhaut verursachen. In diesem Fall steht die vom Immunsystem verursachte Gewebeschädigung im Vordergrund. Ein unvollständiger Lidschluss kann ebenfalls dazu führen, dass die Hornhaut über längere Zeit der äußeren Umgebung ausgesetzt ist. Wenn die Augenoberfläche aufgrund einer Gesichtslähmung oder struktureller Lidfehlstellungen ungeschützt bleibt, kann eine ausgeprägte Trockenheit entstehen. In fortgeschrittenen Fällen können nicht heilende Oberflächenschäden und Hornhautgeschwüre auftreten.
Der Behandlungsansatz bei nichtinfektiösen Geschwüren unterscheidet sich von dem bei infektiösen Fällen. Zunächst muss geklärt werden, ob die Hornhautwunde tatsächlich durch eine Infektion verursacht wurde. Bei mit rheumatischen Erkrankungen verbundenen Fällen kann eine gemeinsame Nachsorge mit den entsprechenden Fachbereichen erforderlich sein. Wenn Probleme beim Lidschluss bestehen, können schützende Augentropfen, Salben oder chirurgische Möglichkeiten erwogen werden. Manche Patienten können Medikamente zur Regulierung des Immunsystems benötigen. Der Umfang der Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der Hornhautverdünnung und der zugrunde liegenden Erkrankung.
Trockene Augen und Hornhautschäden
Der Tränenfilm trägt dazu bei, die Hornhautoberfläche feucht zu halten und vor äußeren Einflüssen zu schützen. Bei stark trockenen Augen können die Zellen der Hornhautoberfläche leichter geschädigt werden. Diese Schädigung kann anfangs in Form kleiner Oberflächenstörungen auftreten. Wenn der Tränenmangel fortbesteht, kann die Heilung des Hornhautepithels erschwert werden. Bei manchen Patienten kann dies auch die Entstehung einer Infektion begünstigen. Schwere Trockenheit im Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen muss besonders sorgfältig beurteilt werden.
Nicht jeder Fall trockener Augen entwickelt sich zu einem Hornhautgeschwür. Ausgeprägte Trockenheit, ein gestörter Lidschluss oder eine verringerte Hornhautempfindlichkeit können das Risiko jedoch erhöhen. Künstliche Tränen, schützende Gele und geeignete Behandlungen der Augenoberfläche können unterstützend wirken. Auch die Behandlung einer zugrunde liegenden Lid- oder Immunsystemerkrankung ist wichtig. Deutliche Augenschmerzen, Lichtempfindlichkeit oder eine Abnahme des Sehvermögens erfordern eine zusätzliche Untersuchung. Die Behandlung wird anhand des Ausmaßes der Schädigung der Hornhautoberfläche angepasst.
Welche Symptome verursacht ein Hornhautgeschwür?
Die Symptome eines Hornhautgeschwürs können je nach Lage und Tiefe der Wunde sowie nach der Ursache der Infektion variieren. Starke Augenschmerzen und ein Fremdkörpergefühl gehören zu den häufigen Beschwerden. Rötungen, starker Tränenfluss und Lichtempfindlichkeit können ebenfalls auftreten. Bei manchen Patienten entstehen entzündlicher Ausfluss und eine Schwellung der Augenlider. Auf der Hornhaut kann ein weißer oder grauer Herd sichtbar sein. Wenn sich die Wunde in der Nähe des Sehzentrums befindet, kann verschwommenes Sehen stärker ausgeprägt sein.
Zu den wichtigsten möglichen Symptomen eines Hornhautgeschwürs gehören:
- Starke Augenschmerzen.
- Stechen und Fremdkörpergefühl.
- Ausgeprägte Rötung.
- Lichtempfindlichkeit.
- Starker Tränenfluss.
- Entzündlicher Ausfluss.
- Verschwommenes Sehen.
- Schwellung des Augenlids.
- Weißer oder grauer Fleck auf der Hornhaut.
Die Stärke der Schmerzen ist nicht bei jedem Patienten gleich. Bei Menschen mit verringerter Hornhautempfindlichkeit kann trotz einer bedeutenden Wunde nur ein begrenztes Schmerzempfinden vorhanden sein. Neu auftretende Schmerzen und Rötungen bei Kontaktlinsenträgern müssen besonders sorgfältig beurteilt werden. Ein weißer Fleck auf dem Auge oder eine rasche Abnahme des Sehvermögens erfordern eine dringende Untersuchung. Unkontrolliert zu Hause angewendete Augentropfen können die richtige Behandlung verzögern. Wenn diese Symptome auftreten, muss noch am selben Tag eine Augenuntersuchung erfolgen.
Wie wird ein Hornhautgeschwür diagnostiziert?
Während der Diagnose wird das Auge mit einem speziellen Untersuchungsgerät, der sogenannten Spaltlampe, ausführlich untersucht. Größe und Tiefe der Hornhautwunde sowie ihre Nähe zum zentralen Sehbereich werden beurteilt. Ein auf die Augenoberfläche aufgetragener Fluoreszeinfarbstoff kann dabei helfen, Bereiche mit Epithelverlust sichtbar zu machen. Auch Entzündungen rund um die Hornhaut und Zellreaktionen im vorderen Augenabschnitt werden untersucht. Die Lidstruktur, das Tragen von Kontaktlinsen und frühere Erkrankungen werden in die Beurteilung einbezogen. Bei schweren oder ungewöhnlich verlaufenden Fällen können zusätzliche Laboruntersuchungen erforderlich sein.
Zu den wichtigsten bei der Diagnose berücksichtigten Faktoren gehören:
- Größe der Hornhautwunde.
- Zentrale oder periphere Lage der Wunde.
- Tiefe der Gewebeschädigung.
- Merkmale der weißen Herde auf der Hornhaut.
- Entzündung im vorderen Augenabschnitt.
- Vorgeschichte des Kontaktlinsentragens.
- Vorgeschichte einer Verletzung oder eines Kontakts mit pflanzlichem Material.
- Begleitende trockene Augen und Lidprobleme.
Die Untersuchungsbefunde können Hinweise auf den möglichen Infektionserreger liefern. Der genaue Typ des Mikroorganismus lässt sich jedoch nicht immer allein anhand des Erscheinungsbildes bestimmen. Besonders bei großen, tiefen oder zentral gelegenen Geschwüren kann eine ausführlichere Untersuchung erforderlich sein. Wiederkehrende Wunden und Fälle, die nicht auf die erste Behandlung ansprechen, werden gesondert beurteilt. Wenn ein Risiko für eine Hornhautperforation besteht, werden Untersuchung und Behandlung dringend geplant. Der Behandlungsbeginn richtet sich nach der Schwere der Wunde und den klinischen Befunden.
Hornhautabschabung und Kulturuntersuchungen
Bei manchen Hornhautgeschwüren kann eine Probe aus dem Wundbereich entnommen werden, um den verursachenden Mikroorganismus zu bestimmen. Dabei wird eine kleine Abschabungsprobe aus einem geeigneten Bereich der Hornhautoberfläche gewonnen. Die Proben können im Labor auf Bakterien, Pilze oder andere Erreger untersucht werden. Kulturergebnisse können Informationen darüber liefern, auf welche Medikamente der Mikroorganismus empfindlich reagieren könnte. Eine Kultur ist jedoch nicht bei jedem Hornhautgeschwür erforderlich. Größe und Lage der Wunde sowie das Ansprechen auf die Behandlung beeinflussen die Entscheidung zur Probenentnahme.
Eine Kultur kann besonders bei zentralen, großen oder tiefen Geschwüren wichtig sein. Auch bei Patienten, die bereits behandelt werden, sich jedoch nicht bessern, kann eine Laboruntersuchung erforderlich sein. Bei Verdacht auf eine Pilz- oder Acanthamoeba-Infektion werden entsprechende Untersuchungen gesondert geplant. Wenn möglich, kann die Probe vor Beginn der Behandlung entnommen werden. Bei schweren Infektionen darf der Beginn der erforderlichen Behandlung jedoch nicht unnötig verzögert werden. Die bestehenden Medikamente können später anhand der Kulturergebnisse angepasst werden.
Wie wird ein Hornhautgeschwür behandelt?
Die Behandlung eines Hornhautgeschwürs wird anhand seiner Ursache und des Ausmaßes der Hornhautbeteiligung geplant. Bei Patienten mit Verdacht auf eine bakterielle Infektion werden geeignete antibiotische Augentropfen eingesetzt. Bei Pilzinfektionen werden antimykotische Medikamente und bei Virusinfektionen antivirale Behandlungen erwogen. Bei anderen Mikroorganismen wie Acanthamoeba können spezielle Medikamente erforderlich sein. Die Intensität der Behandlung richtet sich nach Größe und Tiefe des Geschwürs sowie seiner Nähe zum Sehzentrum. In schweren Fällen können häufigere Tropfenanwendungen oder eine stationäre Überwachung erforderlich sein.
Für die Behandlung ist es wichtig, die Medikamente wie empfohlen und in den angegebenen Abständen anzuwenden. Bei den Kontrolluntersuchungen wird beurteilt, ob die Wunde kleiner wird und die Ausdünnung der Hornhaut fortschreitet. Zusätzliche Behandlungen können erforderlich sein, um die Augenschmerzen zu lindern oder Entzündungen im Augeninneren zu kontrollieren. Kortisonhaltige Augentropfen dürfen nicht verwendet werden, bevor der Infektionserreger bestimmt und die erforderliche Beurteilung vorgenommen wurde. In ausgewählten Fällen können sie jedoch nach Kontrolle der Infektion unter engmaschiger Überwachung erwogen werden. Die Behandlungsdauer hängt vom Mikroorganismus und dem Ansprechen des Auges ab.
Fortifizierte antibiotische Augentropfen
Bei großen, tiefen oder das Sehzentrum bedrohenden bakteriellen Geschwüren reichen handelsübliche Augentropfen möglicherweise nicht immer aus. In diesen Fällen können fortifizierte antibiotische Augentropfen erwogen werden. Diese Medikamente werden unter geeigneten Bedingungen speziell hergestellt. Ziel ist es, eine ausreichende Antibiotikakonzentration an den Infektionsherd zu bringen. Die verwendeten Antibiotika werden anhand der klinischen Befunde und gegebenenfalls der Kulturergebnisse ausgewählt. Die Anwendungshäufigkeit richtet sich nach der Schwere der Infektion.
Fortifizierte Augentropfen sind nicht bei jedem Hornhautgeschwür erforderlich. Bei manchen Patienten können handelsübliche antibiotische Augentropfen ausreichend sein. Da eine intensive medikamentöse Behandlung die Augenoberfläche vorübergehend reizen kann, sind regelmäßige Kontrollen wichtig. Häufigkeit und Zusammensetzung der Medikamente können im Verlauf der Behandlung angepasst werden. Die Herstellungs- und Lagerungsbedingungen der Augentropfen müssen beachtet werden. Das geeignete Medikament wird unter Berücksichtigung der Infektionsart und der klinischen Merkmale der Wunde ausgewählt.
Chirurgische Behandlung bei einer Hornhautperforation
Wenn ein Hornhautgeschwür fortschreitet, kann sich das Gewebe bei manchen Patienten deutlich ausdünnen. Mit zunehmender Ausdünnung besteht das Risiko einer Hornhautperforation und des Austritts von Augeninnenflüssigkeit. Bei kleinen Perforationen können bei geeigneten Patienten Gewebekleber und eine Verbandskontaktlinse verwendet werden. Diese Methode soll die Integrität des Auges vorübergehend schützen. Bei größeren Perforationen oder nicht kontrollierbaren Infektionen kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein. Das anzuwendende Verfahren richtet sich nach der Größe der Schädigung und dem Zustand der Infektion.
In manchen schweren Fällen kann eine Hornhauttransplantation erwogen werden. Bei diesem als therapeutische Keratoplastik bezeichneten Eingriff wird das geschädigte oder infizierte Hornhautgewebe entfernt und durch geeignetes Spendergewebe ersetzt. Ziel der Operation ist es, die Infektion unter Kontrolle zu bringen und die anatomische Integrität des Auges zu erhalten. Es kann nicht nach jeder Transplantation erwartet werden, dass das Sehvermögen vollständig auf das frühere Niveau zurückkehrt. Nach der Operation sind Kontrollen hinsichtlich Infektion, Gewebeabstoßung und der Notwendigkeit weiterer Behandlungen erforderlich. Die Behandlung wird unter Berücksichtigung des aktuellen Zustands des Auges und der Ausdehnung der Wunde ausgewählt.
Amnionmembrananwendungen
Bei manchen Hornhautgeschwüren kann sich der Verschluss des offenen Oberflächenbereichs verzögern, nachdem die Infektion unter Kontrolle gebracht wurde. In diesem Fall kann eine Amnionmembrananwendung erwogen werden, um die Heilung der Augenoberfläche zu unterstützen. Die Amnionmembran ist ein biologisches Gewebe, das unter geeigneten medizinischen Bedingungen aufbereitet wird. Sie kann zum Schutz der Hornhautoberfläche beitragen und die Heilungsumgebung unterstützen. Die Art der Anwendung richtet sich nach Größe und Tiefe der Wunde. Nicht bei jedem Hornhautgeschwür ist dieses Verfahren erforderlich.
Bei manchen Patienten wird die Amnionmembran chirurgisch eingesetzt. In geeigneten Fällen kann sie auch mit verschiedenen Trägersystemen verwendet werden. Diese Anwendung ersetzt nicht die medikamentöse Behandlung der Infektion. Die Entzündung der Augenoberfläche und die bestehende Infektion müssen gesondert kontrolliert werden. Nach der Behandlung wird der Verschluss der Hornhaut bei regelmäßigen Untersuchungen überwacht. Die erwartete Heilungsdauer unterscheidet sich von Patient zu Patient.
Hornhautnarbe und Sehqualität
Nach der Heilung eines Hornhautgeschwürs kann im Bereich der Wunde Narbengewebe zurückbleiben. Diese Narbe kann die Transparenz der Hornhaut reduzieren und die Sehqualität beeinträchtigen. Die Nähe der Narbe zum Sehzentrum bestimmt den Grad der entstehenden Unschärfe. Bei manchen Patienten kann auch ein unregelmäßiger Astigmatismus entstehen. Bei oberflächlichen Narben mit geeigneten Eigenschaften können Laserverfahren wie die phototherapeutische Keratektomie erwogen werden. Allerdings ist nicht jede Hornhautnarbe für eine Laserbehandlung geeignet.
Bevor eine Laserbehandlung erwogen wird, muss die Infektion vollständig unter Kontrolle sein. Hornhautdicke, Narbentiefe und der allgemeine Zustand der Augenoberfläche werden ausführlich untersucht. Bei tieferen oder ausgedehnteren Narben können andere chirurgische Möglichkeiten erforderlich sein. Spezielle Kontaktlinsen können bei manchen Patienten zur Verbesserung der Sehqualität beitragen. In fortgeschrittenen Fällen kann zu einem späteren Zeitpunkt auch eine Hornhauttransplantation zur Unterstützung des Sehvermögens erwogen werden. Die Behandlungsentscheidung richtet sich nach den Merkmalen der verbleibenden Hornhautschädigung.
Mögliche Komplikationen eines Hornhautgeschwürs
Wenn ein Hornhautgeschwür nicht angemessen behandelt wird, kann es dauerhafte Veränderungen an der Augenoberfläche verursachen. Die Bildung von Narbengewebe in der Hornhaut kann ihre Transparenz verringern. Aufgrund eines unregelmäßigen Astigmatismus kann das Sehvermögen möglicherweise nicht ausreichend mit einer Brille korrigiert werden. Bei manchen Patienten kann der Augeninnendruck ansteigen und ein sekundäres Glaukom entstehen. In fortgeschrittenen Fällen können eine Hornhautperforation oder eine Infektion im Augeninneren auftreten. Das Komplikationsrisiko hängt von der Ursache und Tiefe des Geschwürs sowie vom Zeitpunkt des Behandlungsbeginns ab.
Zu den möglichen Komplikationen gehören:
- Dauerhafte Narbe auf der Hornhaut.
- Unregelmäßiger Astigmatismus.
- Abnahme des Sehvermögens.
- Sekundäres Glaukom.
- Entwicklung eines Katarakts.
- Ausdünnung der Hornhaut.
- Hornhautperforation.
- Infektion im Augeninneren.
- Notwendigkeit einer weiteren Operation.
Nicht jede Hornhautwunde führt zu einem dauerhaften Sehverlust. Kleine, peripher gelegene Geschwüre können bei geeigneter Behandlung eine begrenztere Narbe hinterlassen. Bei tiefen Geschwüren in der Nähe des Sehzentrums besteht dagegen ein höheres Risiko einer dauerhaften Beeinträchtigung. Die Ausbreitung der Infektion in das Augeninnere ist eine ernsthafte Erkrankung, die eine dringende Behandlung erfordert. Regelmäßige Kontrollen ermöglichen die Überwachung des Ansprechens auf die Behandlung und möglicher Komplikationen. Bei einer Zunahme der Beschwerden sollte nicht bis zum vorgesehenen Kontrolltermin gewartet werden.
Vorbeugung von Hornhautgeschwüren
Um das Risiko eines Hornhautgeschwürs zu verringern, sollte auf Faktoren geachtet werden, welche die Augenoberfläche reizen und Infektionen begünstigen. Kontaktlinsenträger müssen die Reinigungs- und Tragedauerregeln einhalten. Der Kontakt der Linsen mit Leitungswasser, Schwimmbadwasser oder Meerwasser sollte vermieden werden. Bei Gartenarbeiten und Tätigkeiten, bei denen Fremdkörper ins Auge gelangen können, sollte eine Schutzbrille getragen werden. Patienten mit stark trockenen Augen oder Problemen beim Lidschluss müssen regelmäßig kontrolliert werden. Augentropfen dürfen nicht ohne eine individuelle Untersuchung verwendet werden.
Zu den vorbeugenden Maßnahmen gehören:
- Kontaktlinsenhygiene beachten.
- Nicht mit Kontaktlinsen schlafen.
- Kontaktlinsen nicht mit Leitungswasser reinigen.
- Nicht mit Kontaktlinsen duschen oder schwimmen.
- Bei riskanten Arbeiten eine Schutzbrille tragen.
- Die Behandlung trockener Augen regelmäßig fortsetzen.
- Augenverletzungen unverzüglich untersuchen lassen.
- Kortisonhaltige Augentropfen nicht unkontrolliert verwenden.
Wann ist eine dringende Untersuchung erforderlich?
Starke Augenschmerzen, ausgeprägte Rötungen und Lichtempfindlichkeit sind Symptome, die auf ein mögliches Hornhautgeschwür untersucht werden müssen. Eine plötzliche Abnahme des Sehvermögens oder ein weißer Fleck auf der Hornhaut erfordern ebenfalls eine dringende Untersuchung. Bei Kontaktlinsenträgern ist das gemeinsame Auftreten von Schmerzen und Rötungen besonders wichtig. In diesem Fall müssen die Linsen entfernt und das Auge noch am selben Tag untersucht werden. Auch Beschwerden nach einem Kontakt mit Chemikalien oder einer Augenverletzung dürfen nicht verzögert abgeklärt werden. Über die Kontaktdaten auf meiner Website können Sie mich für die Planung einer Kontrolle und Untersuchung erreichen.











































