Alsancak, Izmir Internationale Qualifikationen in der Augenheilkunde, FEBO und FICO +90 547 917 11 37
Augengesundheit

Was ist Diplopie (Doppeltsehen)? Welche Ursachen hat sie?

Diplopie, also Doppeltsehen, bezeichnet die Wahrnehmung eines einzelnen Gegenstands als zwei unterschiedliche Bilder. Sie wird in monokulare und binokulare Diplopie unterteilt. Abhängig von ihrer Ursache kann sie ein ernst zu nehmendes Symptom für die Sehgesundheit darstellen. Monokulare Diplopie hängt meist mit Erkrankungen der Hornhaut oder Linse zusammen. Katarakt, Astigmatismus und Keratokonus können sie verursachen. Binokulare […]

13 Min. Lesezeit
Was ist Diplopie (Doppeltsehen)? Welche Ursachen hat sie?

Diplopie, also Doppeltsehen, bezeichnet die Wahrnehmung eines einzelnen Gegenstands als zwei unterschiedliche Bilder. Sie wird in monokulare und binokulare Diplopie unterteilt. Abhängig von ihrer Ursache kann sie ein ernst zu nehmendes Symptom für die Sehgesundheit darstellen.

Monokulare Diplopie hängt meist mit Erkrankungen der Hornhaut oder Linse zusammen. Katarakt, Astigmatismus und Keratokonus können sie verursachen. Binokulare Diplopie entsteht dagegen durch Probleme der Augenmuskeln, Nerven oder des Gehirns.

Bei der Diagnose einer Diplopie ist die neurologische Beurteilung von großer Bedeutung. Ein Schlaganfall, Tumor oder Gefäßerkrankungen können Doppeltsehen verursachen. Diplopie kann daher ein Befund sein, der eine dringende Untersuchung erfordert.

Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Brillen, Prismengläser, Medikamente oder chirurgische Verfahren können eingesetzt werden. Eine frühzeitige Diagnose ist für den Erhalt der Sehfunktion entscheidend.

Definition Wahrnehmung von zwei Bildern desselben Gegenstands. Es gibt unterschiedliche Formen, die beim Schließen eines Auges verschwinden oder bestehen bleiben (monokular/binokular).
Arten
  • Monokulare Diplopie: Doppeltsehen mit nur einem Auge.
  • Binokulare Diplopie: Doppeltsehen bei geöffneten Augen.
Ursachen
  • Probleme der Augenmuskulatur: Strabismus, Myasthenia gravis.
  • Nervenschädigung: Diabetische Neuropathie, Multiple Sklerose.
  • Erkrankungen des Gehirns: Schlaganfall, Tumor.
Symptome
  • Wahrnehmung von zwei Bildern desselben Gegenstands.
  • Verschwommenes Sehen.
  • Gleichgewichtsstörungen und Schwindel.
Diagnoseverfahren
  • Augenuntersuchung.
  • Beurteilung der Augenmuskelbewegungen.
  • Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT).
Behandlungsmethoden
  • Behandlung der zugrunde liegenden Ursache, beispielsweise medikamentöse Behandlung von Infektionen.
  • Prismenbrillen.
  • Chirurgische Korrektur in bestimmten Fällen.
Komplikationen
  • Dauerhafte Sehprobleme.
  • Gleichgewichtsstörungen.
  • Schwierigkeiten bei alltäglichen Tätigkeiten.
Vorbeugungsmethoden
  • Regelmäßige Kontrolle der Augengesundheit.
  • Grunderkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck unter Kontrolle halten.
Risikofaktoren
  • Diabetes.
  • Höheres Lebensalter.
  • Neurologische Vorerkrankungen.

Diplopie bedeutet, dass eine Person einen einzelnen Gegenstand als zwei getrennte Bilder wahrnimmt. Grundsätzlich kann sie dadurch entstehen, dass das Gehirn die von beiden Augen kommenden Bilder nicht miteinander verbinden kann, was als Fusionsstörung bezeichnet wird, oder dass das optische System des Auges beeinträchtigt ist. Anschaulich betrachtet funktioniert jedes Auge wie eine eigene Kamera. Im Gehirn befindet sich gewissermaßen ein Regisseur, der diese beiden Aufnahmen zu einem einzigen Bild zusammensetzt. Kann dieser Regisseur die Aufnahmen wegen eines technischen Fehlers oder einer fehlerhaften Synchronisierung nicht richtig übereinanderlegen, erscheinen auf dem Bildschirm zwei unterschiedliche Bilder. Dadurch können die Sehqualität und der Alltag erheblich beeinträchtigt werden.

Was ist monokulare Diplopie?

Bei einer monokularen Diplopie bleibt das Doppelbild bestehen, wenn nur ein Auge geöffnet und das andere geschlossen ist. Wenn Sie mit dem linken Auge weiterhin doppelt sehen, während das rechte geschlossen ist, oder umgekehrt, kann dies auf eine monokulare Diplopie hinweisen. Die Ursache liegt meistens in strukturellen oder optischen Veränderungen des betroffenen Auges. Bei einer Fehlsichtigkeit wie Astigmatismus können die in das Auge einfallenden Lichtstrahlen beispielsweise mehrere Brennpunkte auf der Netzhaut erzeugen. Dadurch können Doppelbilder entstehen, die als Unschärfe oder Schattenbild beschrieben werden.

Auch bei einem Katarakt, bei dem die Linse ihre Transparenz verliert, oder einem Keratokonus, bei dem die Hornhaut dünner und kegelförmig wird, kann eine fehlerhafte Lichtbrechung zu monokularer Diplopie führen. Dies lässt sich mit einer Kamera vergleichen, deren Objektiv beschädigt ist. Ist die Linse zerkratzt oder verformt, kann bereits das einzelne Objektiv zwei Brennpunkte erzeugen und der fotografierte Gegenstand erscheint doppelt.

Was ist binokulare Diplopie?

Bei einer binokularen Diplopie tritt das Doppeltsehen auf, wenn beide Augen geöffnet sind, und verschwindet, sobald eines der Augen geschlossen wird. Beide Kameras nehmen weiterhin auf, aber das Gehirn kann die Bilder nicht richtig zusammenführen. Ursache ist meist eine Störung der Augenmuskulatur oder der Koordination der Augenbewegungen. Strabismus, also der Verlust der parallelen Ausrichtung beider Augen, gehört zu den bekanntesten Ursachen. Ein Auge kann nach innen, außen, oben oder unten abweichen. Da die Sehachsen nicht mehr parallel verlaufen, entstehen zwei unterschiedliche Blickwinkel, die das Gehirn nicht übereinanderlegen kann.

Auch neurologische Ursachen wie Lähmungen des dritten, vierten oder sechsten Hirnnervs können eine binokulare Diplopie auslösen. Wird einer der Nerven geschädigt, welche die Augenmuskeln steuern, kann sich das betroffene Auge nicht ausreichend bewegen oder korrekt ausrichten. Je nach Blickrichtung können horizontale, vertikale oder schräge Doppelbilder auftreten. Dies ist vergleichbar mit Aufnahmen derselben Szene aus zwei unterschiedlichen Winkeln, die sich nicht deckungsgleich übereinanderlegen lassen.

Faktoren, die zur monokularen Diplopie beitragen, entstehen meist durch eine Störung der optischen Achse des Auges, also des Weges, auf dem das Licht eintritt und die Netzhaut erreicht. Sie lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

Fehlsichtigkeiten:

  • Astigmatismus: Durch eine asymmetrische Krümmung der Hornhaut oder Augenlinse werden die Lichtstrahlen nicht in einem einzigen Punkt gebündelt, sondern auf verschiedene Punkte verteilt.
  • Hohe Myopie oder Hyperopie: Sehr starke Fehlsichtigkeiten können Fokussierungsfehler verursachen und dadurch Schattenbilder oder den Eindruck von Doppelbildern hervorrufen.

Hornhautprobleme:

  • Keratokonus: Die Hornhaut wird dünner, steiler und nimmt eine kegelförmige Gestalt an. Dies verursacht einen ausgeprägten Astigmatismus und kann zu monokularer Diplopie führen.
  • Hornhautnarben: Trübungen oder Unebenheiten der Hornhaut nach Infektionen, Verletzungen oder Operationen verhindern eine korrekte Lichtbrechung.

Linsenerkrankungen:

  • Katarakt: Eine Linse, die ihre Transparenz verloren hat, streut das Licht und kann einen einzelnen Gegenstand doppelt erscheinen lassen.
  • Linsensubluxation: Durch ein Trauma oder Bindegewebserkrankungen kann sich die Linse aus ihrer normalen Position verschieben und eine unregelmäßige Lichtbrechung verursachen.

Netzhaut- und Makulaerkrankungen:

  • Makuladegeneration: Ist die Bildung eines scharfen zentralen Bildes gestört, kann das Gehirn Lichtsignale mitunter als verdoppelt interpretieren.
  • Epiretinale Membran: Dünne Membranen auf der Netzhaut können besonders die Fovea, den für scharfes Sehen verantwortlichen Bereich, beeinträchtigen und verzerrtes Sehen verursachen.

Bei Verdacht auf solche Erkrankungen sollten zunächst alle Bestandteile des optischen Systems, darunter Hornhaut, Linse und Netzhaut, ausführlich untersucht werden. Eine detaillierte Biomikroskopie, eine optische Kohärenztomografie (OCT) oder eine Hornhauttopografie sind bei der Lokalisierung der Veränderung sehr hilfreich. Das entscheidende Merkmal einer monokularen Diplopie besteht darin, dass das Doppeltsehen nach dem Schließen des anderen Auges weiterhin vorhanden ist. Ein einfacher Abdecktest ist deshalb bei der ersten Diagnostik besonders hilfreich.

Die grundlegende Ursache der binokularen Diplopie ist eine gestörte Zusammenarbeit der äußeren Augenmuskeln oder eine Beeinträchtigung der parallelen Ausrichtung beider Augen. Häufig liegt ein neurologisches oder muskuläres Ungleichgewicht vor. Zu den häufigsten Ursachen gehören:

  • Strabismus:

Eine Fehlstellung der Augen kann seit der Kindheit angeboren bestehen. Im späteren Leben können Verletzungen oder neurologische Erkrankungen zu einer Schwächung der Augenmuskeln, Nervenlähmungen oder einer Lockerung der stützenden Gewebe führen.

  • Hirnnervenlähmungen:

Lähmung des dritten Hirnnervs (Okulomotoriusparese): Es kann zu einer Absenkung des Augenlids, einer sogenannten Ptosis, und zu einer nach außen und unten gerichteten Stellung des Auges kommen. Der Patient sieht häufig doppelt.

  1. Trochlearisparese: Vertikale Doppelbilder werden besonders beim Treppensteigen oder Lesen bemerkt. Der Kopf wird häufig als Ausgleich schräg gehalten.
  2. Abduzensparese: Wenn sich das Auge nicht nach außen bewegen kann, entstehen horizontale Doppelbilder.
  • Myasthenia gravis:

Bei dieser Autoimmunerkrankung nimmt die Muskelkraft im Laufe des Tages ab. Morgens kann das Sehen besser sein, während sich eine Lidabsenkung und Doppelbilder gegen Abend verstärken. Dies lässt sich so vorstellen, als würden die Energiereserven des Körpers abnehmen und die Augenmuskeln zunehmend ermüden.

  • Struma oder Morbus Basedow (endokrine Orbitopathie):

Durch eine Überfunktion der Schilddrüse können die Gewebe und Muskeln rund um die Augen anschwellen. Die Augen können nach vorn gedrückt werden und eine dem Strabismus ähnliche Situation erzeugen. Sind die Sehachsen nicht mehr korrekt ausgerichtet, tritt Diplopie auf.

  • Orbitale Raumforderungen oder Verletzungen:

Tumoren, Infektionen oder Frakturen in der Augenhöhle können die freie Augenbewegung mechanisch einschränken oder den Augapfel in eine andere Richtung verdrängen und dadurch Doppeltsehen verursachen.

  • Neurologische Erkrankungen (Multiple Sklerose, Schlaganfall und andere):

Veränderungen in den für Augenbewegungen zuständigen Gehirnzentren oder Nervenverbindungen, beispielsweise Hirnstammläsionen oder ein Syndrom des medialen Längsbündels, können Diplopie verursachen.

Jede dieser Erkrankungen kann Doppelbilder unterschiedlicher Stärke und Richtung verursachen. Zur Klärung der Diagnose können eine neurologische Untersuchung, Gesichtsfeldtests und eine kranielle MRT erforderlich sein. Bei einer binokularen Diplopie verschwindet das Doppelbild, wenn ein Auge geschlossen wird. Dies ist ihr wichtigstes Unterscheidungsmerkmal.

Eine Person mit Diplopie beschreibt ihre Beschwerden möglicherweise nicht nur als Doppeltsehen. Folgende Symptome können ebenfalls auftreten:

  • Kopfschmerzen und müde Augen: Wenn das Gehirn sich stark bemüht, zwei nicht übereinstimmende Bilder zusammenzuführen, können heftige Kopfschmerzen und ein Druckgefühl rund um die Augen entstehen.
  • Visuelle Verwirrung und Schwierigkeiten: Die Position von Gegenständen wird unklar und das Entfernungs- sowie Tiefenempfinden kann beeinträchtigt sein. Besonders beim Treppensteigen und Autofahren können dadurch gefährliche Situationen entstehen.
  • Verschieben der Zeilen beim Lesen: Buchstaben können übereinanderzuliegen scheinen. Das Lesen wird äußerst anstrengend und die Konzentration lässt nach.
  • Veränderte Kopfhaltung: Besonders Menschen mit vertikaler Diplopie neigen ihren Kopf unbewusst seitlich oder nach vorn, um die Doppelbilder auszugleichen.

Wenn Sie beispielsweise zwei Lampen, zwei Autoscheinwerfer oder zwei Gesichter sehen und dies Ihre Lebensqualität beeinträchtigt, sollten Sie einen Facharzt konsultieren.

Diplopie kann nur ein Symptom sein, aber auch als Warnsignal einer ernsteren Grunderkrankung auftreten. Beispiele hierfür sind:

  • Diabetes: Erkrankungen der kleinen Blutgefäße können vorübergehende Lähmungen des dritten, vierten oder sechsten Hirnnervs verursachen.
  • Bluthochdruck: Durch einen ähnlichen Mechanismus kann hoher Blutdruck die kleinen Gefäße schädigen, welche die Nerven versorgen, und dadurch die Augenbewegungsnerven beeinträchtigen.
  • Aneurysma oder Gehirntumor: Solche Veränderungen können den Hirnstamm oder die Bereiche komprimieren, durch welche die Hirnnerven verlaufen, und dadurch Diplopie verursachen.
  • Multiple Sklerose (MS): Bei MS, einer demyelinisierenden Erkrankung des zentralen Nervensystems, können bestimmte Störungen wie eine internukleäre Ophthalmoplegie Doppelbilder hervorrufen.
  • Schilddrüsenerkrankungen: Schilddrüsenstörungen wie Morbus Basedow können Augenmuskeln und Bindegewebe betreffen, Schwellungen verursachen und zu Doppeltsehen führen.

Wie ein im Fundament eines Gebäudes verborgenes Gerät kann Diplopie zunächst nur ein kleines Warnsignal geben. Wird dieses Signal ignoriert, können spätere Komplikationen übersehen werden. Treten neben der Diplopie weitere Symptome wie plötzlicher Sehverlust, Sprachstörungen oder Gleichgewichtsverlust auf, muss eine medizinische Einrichtung aufgesucht werden.

Zur Diagnose einer Diplopie werden zahlreiche Verfahren eingesetzt. Der erste und wichtigste Schritt besteht jedoch in einer ausführlichen Erhebung der Krankengeschichte. Der Augenarzt oder Neurologe fragt, wann die Doppelbilder begonnen haben, unter welchen Bedingungen sie zu- oder abnehmen und ob Kopfverletzungen oder systemische Erkrankungen bekannt sind.

  • Abdecktest: Damit lässt sich einfach feststellen, ob eine monokulare oder binokulare Diplopie vorliegt.
  • Untersuchung der Augenbewegungen: Die Beweglichkeit der Augen wird in sämtlichen Blickrichtungen beurteilt, um muskel- oder nervenbedingte Einschränkungen zu erkennen.
  • Cover-Uncover-Test und alternierender Abdecktest: Damit lassen sich eine verborgene Fehlstellung zwischen den Augen, die sogenannte Heterophorie, und eine manifeste Fehlstellung, die Heterotropie, feststellen.
  • Prismentests: Prismengläser werden verwendet, um das Ausmaß und die Richtung der Abweichung zu messen.
  • Biomikroskopie und Fundusuntersuchung: Der vordere Augenabschnitt mit Hornhaut, Iris und Linse sowie der hintere Augenabschnitt mit Netzhaut und Sehnerv werden ausführlich untersucht.
  • Radiologische Untersuchungen (MRT, CT): Bei Verdacht auf eine Erkrankung des Nervensystems oder der Augenhöhle wird eine Bildgebung des Gehirns angefordert.
  • Blutuntersuchungen: Es wird nach Hinweisen auf systemische Erkrankungen wie Diabetes oder Schilddrüsenstörungen gesucht.
  • Elektrophysiologische Untersuchungen: Verfahren wie die Elektromyografie können bei Erkrankungen wie Myasthenia gravis diagnostische Hinweise liefern.

So wie ein Ingenieur verschiedene Messungen benötigt, um das statische Gleichgewicht eines Gebäudes zu verstehen, braucht auch der Augenarzt Daten aus mehreren Bereichen, um die Ursache der Diplopie zu ermitteln.

Die Behandlung der Diplopie richtet sich vollständig nach der zugrunde liegenden Ursache. Häufig verwendete Ansätze sind:

Korrigierbare Fehlsichtigkeiten:

  • Astigmatismus, Myopie und Hyperopie können mit einer Brille oder Kontaktlinsen korrigiert werden. Bei manchen Patienten mit monokularer Diplopie genügt bereits eine geeignete Brille zur Linderung.
  • Torische oder speziell entwickelte Linsen können die durch Hornhauterkrankungen wie Keratokonus verursachten Verzerrungen reduzieren.

Prismenbrillen (prismatische Korrektur):

  • Bei binokularer Diplopie können Prismenbrillen hilfreich sein, wenn die Sehachsen nur geringfügig voneinander abweichen und der Winkel klein genug ist, um keine Operation zu erfordern.
  • Vorübergehende Lösungen wie Fresnel-Prismen werden besonders in der frühen Phase einer Nervenlähmung häufig eingesetzt, da sich die Lähmung innerhalb einiger Monate zurückbilden kann.

Okklusionsbehandlung:

  • Das vorübergehende Abdecken eines Auges ist die zuverlässigste Methode, um Doppelbilder zu verhindern. Dabei geht im Alltag jedoch das räumliche Sehen verloren.
  • Besteht bei einem Kind ein Risiko für Amblyopie, wird diese Methode nach einem besonderen ärztlichen Behandlungsplan angewendet.

Chirurgische Eingriffe:

  • Durch eine Strabismusoperation kann die Position der Augenmuskeln verändert und eine koordinierte Ausrichtung erreicht werden.
  • Operationen an der Augenhöhle sollen mechanische oder raumfordernde Probleme bei Tumoren, Verletzungen oder einer endokrinen Orbitopathie beseitigen.

Botulinumtoxin-Anwendungen:

  • Botulinumtoxin blockiert vorübergehend eine übermäßige Muskelaktivität. Bei einer Abduzensparese kann es beispielsweise in den äußeren geraden Augenmuskel injiziert werden, um die Einwärtsstellung des Auges auszugleichen.
  • Die Wirkung hält mehrere Monate an. Während dieses Zeitraums kann sich der Nerv teilweise erholen.

Behandlung zugrunde liegender systemischer Erkrankungen:

  • Erkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck müssen unter Kontrolle gebracht werden.
  • Medikamente gegen Myasthenia gravis, beispielsweise Pyridostigmin, und immunsuppressive Behandlungen können die Muskelschwäche verringern, welche die Diplopie verursacht.
  • Bei Schilddrüsenerkrankungen können Behandlungen zur Regulierung der Hormonwerte sowie Medikamente wie Kortikosteroide oder operative Verfahren zur Verringerung des orbitalen Drucks erwogen werden.

Rehabilitation und orthoptische Hilfsmittel:

  • Sehtherapie und orthoptische Übungen können besonders Patienten mit einer Konvergenzinsuffizienz helfen.
  • Computerprogramme und spezielle Übungskarten können zur Verbesserung der Koordination der Augenmuskeln eingesetzt werden.

Der Behandlungsprozess lässt sich mit einer Schreinerarbeit vergleichen. Zunächst muss festgestellt werden, welches Bauteil verbogen, welche Schraube locker oder welches Brett beschädigt ist. Danach wird die passende Korrektur vorgenommen. Manchmal ist nur eine Schraube locker und das Problem ist nach dem Festziehen behoben. In anderen Fällen muss die gesamte Konstruktion überarbeitet werden.

Diplopie ist nicht immer ein Notfall. Bei bestimmten Symptomen sollte jedoch unverzüglich medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden:

  • Plötzlich einsetzendes Doppeltsehen: Wenn Sie morgens plötzlich doppelt sehen oder die Beschwerden innerhalb sehr kurzer Zeit auftreten, kann eine dringend behandlungsbedürftige Ursache wie eine Gefäßerkrankung des Gehirns oder eine Nervenkompression vorliegen.
  • Starke Kopfschmerzen mit Sprachstörungen oder körperlicher Schwäche: Es sollte an ein neurologisches Ereignis wie einen Schlaganfall gedacht werden.
  • Starke Augenschmerzen und Rötung: Es können eine Infektion oder ein akuter Glaukomanfall vorliegen.
  • Doppeltsehen nach einem Trauma: Ein Schlag gegen den Kopf, eine Fraktur der Augenhöhle oder eine Gehirnerschütterung kann eine dringende Untersuchung erforderlich machen.

Bei plötzlich aufgetretenem oder durch ein Trauma verursachtem Doppeltsehen abzuwarten, ob es von selbst verschwindet, kann später zu schwer behandelbaren Schäden führen.

Doppeltsehen kann die Lebensqualität und alltägliche Funktionsfähigkeit erheblich beeinträchtigen. Selbst einfach erscheinende Tätigkeiten können zu einer großen Herausforderung werden:

  • Autofahren: Zwei Bilder entgegenkommender Scheinwerfer oder Ampeln zu sehen, kann das Unfallrisiko erhöhen.
  • Treppensteigen: Menschen mit vertikaler oder schräger Diplopie können wegen der beeinträchtigten Tiefenwahrnehmung erhebliche Schwierigkeiten haben.
  • Lesen und Computernutzung: Wenn die Zeilen ineinanderzulaufen scheinen, entstehen schnell müde Augen und Kopfschmerzen.
  • Soziale Interaktion: Das Gesicht des Gegenübers doppelt zu sehen oder Schwierigkeiten mit dem Blickkontakt zu haben, kann die soziale Kommunikation beeinträchtigen.
  • Psychische Auswirkungen: Menschen mit anhaltender Diplopie können anfälliger für Depressionen und Angststörungen werden und sich aus sozialen Situationen zurückziehen.

Viele Patienten entwickeln eigene Methoden, um mit der Diplopie umzugehen. Dazu gehören das Neigen des Kopfes, das teilweise Schließen eines Auges und das Vermeiden hellen Lichts. Diese Verhaltensweisen können jedoch Nackenschmerzen und dauerhafte Haltungsschäden verursachen.

In der Regel sollte zunächst ein Augenarzt konsultiert werden. Er führt die erste Untersuchung durch und beurteilt, ob die Ursache der Diplopie im Auge selbst, im Nervensystem oder in einer systemischen Erkrankung liegt. Besteht der Verdacht auf ein neurologisches Problem, wird ein Neurologe hinzugezogen und es erfolgen eine Bildgebung des Gehirns sowie neurologische Untersuchungen. Bei Bedarf arbeiten Fachärzte für Endokrinologie, Innere Medizin und andere Bereiche zusammen, um die zugrunde liegende Ursache zu identifizieren.

Diplopie kann einen wichtigen Hinweis auf die Augen- und Allgemeingesundheit geben. Ursache kann eine einfache astigmatische Fehlsichtigkeit sein, die innerhalb weniger Minuten korrigiert werden kann, aber auch eine ernsthafte Erkrankung wie ein Aneurysma im Gehirn. Doppeltsehen sollte deshalb nicht unterschätzt und fachärztlich untersucht werden.

  • Lassen Sie Ihre Augen regelmäßig untersuchen: Besonders wenn systemische Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder eine Schilddrüsenerkrankung bestehen, ist mindestens eine jährliche augenärztliche Untersuchung sinnvoll.
  • Eine frühe Diagnose kann Leben retten: Tritt plötzliches Doppeltsehen gemeinsam mit starken Kopfschmerzen, Sprachstörungen oder körperlicher Schwäche auf, kann sofortige medizinische Hilfe bei der Behandlung lebensbedrohlicher Erkrankungen wie eines Schlaganfalls entscheidende Zeit sparen.
  • Halten Sie sich an den Behandlungsplan: Empfehlungen zu Prismenbrillen, Botulinumtoxin oder einem chirurgischen Eingriff sollten sorgfältig befolgt werden. Jede Behandlung hat eigene Erfolgsaussichten und mögliche Nebenwirkungen.
  • Entlasten und trainieren Sie Ihre Augen: Bei leicht ausgeprägter Diplopie können Augenübungen oder regelmäßige Pausen während der Arbeit und beim Lesen hilfreich sein.
  • Nehmen Sie Nachsorgetermine wahr: Diplopie kann sich mit der Zeit verschlechtern. Bei bestimmten Ursachen wie leichten Nervenlähmungen ist jedoch auch eine spontane Besserung möglich. Regelmäßige Kontrollen beim Arzt sind wichtig, damit die Behandlung bei Bedarf angepasst werden kann.

Die Augen gehören zu den wichtigsten Verbindungen des Körpers zur Außenwelt. Jede Störung an dieser Verbindung wirkt sich unmittelbar auf die Lebensqualität aus. Wenn Sie eine ungewöhnliche Veränderung wie Doppeltsehen bemerken, sollten Sie einen Facharzt aufsuchen. Durch einen bewussten Umgang, eine frühe Diagnose und die richtige Behandlung lassen sich die mit Diplopie verbundenen Schwierigkeiten erheblich verringern.

Wenn Sie unter Diplopie leiden, sollten Sie Ihre Augen ebenso wenig vernachlässigen wie einen geschwächten oder kariösen Zahn. Die Beschwerden sollten sorgfältig behandelt und die ärztlichen Empfehlungen genau befolgt werden. Dem Gehirn, das die von den Augen wie von Kameras gelieferten Bilder verarbeitet, ein möglichst hochwertiges visuelles Signal bereitzustellen, ist letztlich ein unverzichtbarer Bestandteil eines gesunden Lebens.

PLANEN WIR DEN ERSTEN SCHRITT GEMEINSAM

Wenn Sie Fragen haben, lassen Sie uns darüber sprechen.

Kontaktieren Sie uns über den für Sie passenden Kanal, um Ihre Untersuchung und Ihren Termin zu planen.

AUGENGESUNDHEIT IN VIDEOS

Hören Sie es von Ihrem Arzt.

Videos zu Augengesundheit, Untersuchungsabläufen und häufig gestellten Fragen.

Alle Videos
Augenlasern

Wie werden Augenlaserverfahren beurteilt?

Assoc. Prof. Dr. Berkay Akmaz
Göz yüzeyi

Göz kuruluğu hakkında doğru bilinen yanlışlar

Assoc. Prof. Dr. Berkay Akmaz
Görme kusurları

Miyopi ve uzağı görememe nasıl değerlendirilir?

Assoc. Prof. Dr. Berkay Akmaz
Göz sağlığı

Göz tembelliği neden değerlendirilmelidir?

Assoc. Prof. Dr. Berkay Akmaz
Retina

Gözde uçuşan cisimler ne zaman incelenir?

Assoc. Prof. Dr. Berkay Akmaz
Lens seçenekleri

Göz içi mercek uygunluğu nasıl belirlenir?

Assoc. Prof. Dr. Berkay Akmaz
Göz kapağı

Göz kapağı çevresindeki şikayetler nasıl ele alınır?

Assoc. Prof. Dr. Berkay Akmaz
Çocuk Göz Sağlığı

Çocuklarda Miyopi Artışı ve Çözüm Yöntemleri

Assoc. Prof. Dr. Berkay Akmaz
Augenlasern

Lazer Ameliyatından Sonra Gözlük Veya Kontak Lens Kullanmam Gerekir Mi?

Assoc. Prof. Dr. Berkay Akmaz

Partnerinstitutionen

Unsere Klinik hat Vereinbarungen mit den folgenden Einrichtungen und privaten Versicherungsunternehmen.