Keratokonus ist eine Augenerkrankung, die durch eine fortschreitende Ausdünnung der Hornhaut gekennzeichnet ist, wobei diese sich kegelförmig nach vorne wölbt. Sie äußert sich durch verschwommenes Sehen, Lichtstreuung und häufige Brillenänderungen. Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, um das Fortschreiten der Krankheit unter Kontrolle zu halten.
Zu den Symptomen von Keratokonus gehören eine erhöhte Lichtempfindlichkeit in der Nacht, Doppeltsehen, zunehmender Astigmatismus und Schwierigkeiten beim klaren Sehen. Die Krankheit beginnt meist in der Pubertät und schreitet mit dem Alter fort. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen sind von großer Bedeutung für die Früherkennung und Behandlung.
In der Anfangsphase der Keratokonusbehandlung werden Brillen und Kontaktlinsen verwendet. Um das Fortschreiten zu stoppen, kann die Methode der Hornhautvernetzung (Cross-Linking) angewendet werden. In fortgeschrittenen Fällen können spezielle harte Kontaktlinsen oder eine keratoplastische Chirurgie erforderlich sein.
Eine Keratokonusoperation wird insbesondere bei Patienten in Betracht gezogen, bei denen die Sehfunktion in einem fortgeschrittenen Stadium stark beeinträchtigt ist. Durch Hornhauttransplantation oder Ringimplantate kann das Sehvermögen verbessert werden. Die Nachsorge und der Erhalt der Hornhautgesundheit sind für den langfristigen Erfolg der Behandlung wichtig.
| Medizinischer Name | Keratokonus |
| Häufigkeit | Häufig bei jungen Erwachsenen; tritt bei 1 von 2.000 Personen auf |
| Risikofaktoren | Genetische Veranlagung, Gewohnheit des Augenreibens, allergische Augenerkrankungen |
| Symptome | Verschwommenes Sehen, Lichtstreuung, häufige Änderungen der Brillenstärke, Schwierigkeiten beim Sehen in der Nacht |
| Komplikationen | Hornhautnarbenbildung, starker Sehverlust, Linsenintoleranz |
| Diagnosemethoden | Topographie, Pachymetrie, Hornhautaberrometrie, Spaltlampenuntersuchung |
| Behandlungsoptionen | Brille, harte Kontaktlinsen, Hornhautringe, Hornhautvernetzung (Crosslinking), Hornhauttransplantation in fortgeschrittenen Stadien |
| Chirurgische Indikationen | Schwere Deformitäten, die nicht mit Sehhilfen korrigierbar sind, vernarbte Hornhaut |
| Präventionsmethoden | Vermeidung des Reibens der Augen, Kontrolle allergischer Erkrankungen |
Was ist Keratokonus?
Keratokonus ist eine fortschreitende Augenerkrankung, bei der die Hornhaut dünner wird und eine kegelförmige Wölbung nach vorne bildet. Diese strukturelle Veränderung verhindert eine korrekte Fokussierung des Lichts auf die Netzhaut, was zu verschwommenem und verzerrtem Sehen führt. Sie beginnt meist in der Pubertät und kann bis in die 30er Jahre fortschreiten. Zu den Symptomen gehören häufige Änderungen der Brillenstärke, schlechte Nachtsicht und Lichtstreuung. Zu den Behandlungsmöglichkeiten zählen Kontaktlinsen, Hornhautvernetzung (CXL) und in fortgeschrittenen Fällen Hornhauttransplantationen.
Was sind die Ursachen für die Entwicklung von Keratokonus und wer ist gefährdet?
Obwohl die genaue Ursache des Keratokonus unbekannt ist, wissen wir, dass sie nicht auf einen einzigen Faktor zurückzuführen ist. Meist entwickelt sich die Krankheit auf dem Boden einer genetischen Veranlagung, wobei Umweltfaktoren eine auslösende Rolle spielen. Wenn also in Ihrer Familie bereits Keratokonus vorkommt, ist das Risiko, selbst daran zu erkranken, erhöht.
Doch genetische Veranlagung ist nicht alles. Der wichtigste und kontrollierbare Umweltfaktor ist das starke Reiben der Augen. Chronischer Juckreiz, insbesondere bei Personen mit allergischer Veranlagung, und das damit verbundene ständige und kräftige Reiben der Augen können durch mechanischen Druck auf die bereits geschwächte Hornhaut die Erkrankung auslösen oder beschleunigen.
Zu den bekannten Risikofaktoren für die Entwicklung von Keratokonus gehören:
- Familiäre Vorgeschichte mit Keratokonus
- Starkes und dauerhaftes Augenreiben
- Allergische Augenerkrankungen (vernal und atopische Konjunktivitis)
- Down-Syndrom
- Ehlers-Danlos-Syndrom (Bindegewebserkrankung)
- Marfan-Syndrom
- Schlafapnoe
Was sind die häufigen Symptome des Keratokonus?
Keratokonus beginnt meist schleichend in der Pubertät oder in den frühen Zwanzigern. Die Symptome variieren von Person zu Person, es gibt jedoch häufige Beschwerden in der Frühphase der Krankheit.
Zu den häufig beobachteten frühen Symptomen gehören:
- Leicht verschwommenes oder vernebeltes Sehen
- Wellenförmiges, gekrümmtes oder gebrochenes Erscheinen von geraden Linien
- Erhöhte Lichtempfindlichkeit (Photophobie)
- Halos oder Streulichter um Lichtquellen, besonders nachts
- Häufige Änderungen der Brillen- oder Linsenstärke
- Stetige Zunahme von Myopie und Astigmatismus
- Keine vollständige Sehschärfe trotz Brille
Mit Fortschreiten der Erkrankung verschlimmern sich diese Symptome zunehmend. Kontaktlinsen können anfangen, nicht mehr richtig zu sitzen und unangenehm zu werden. In den fortgeschrittensten Stadien kann sich ein schmerzhafter Zustand entwickeln, den wir „Hydrops“ nennen – hierbei sammelt sich plötzlich Flüssigkeit in der Hornhaut, was zu einer starken Sehverschlechterung führt. Diese Situation kann unter Hinterlassung einer dauerhaften Trübung der Hornhaut abheilen.
Wie wird Keratokonus diagnostiziert?
Bei einem Patienten, der mit Verdacht auf Keratokonus zu uns kommt, führen wir eine umfassende Untersuchung und spezielle Tests durch, um die Diagnose zu bestätigen und das Stadium der Erkrankung zu bestimmen. Die frühzeitige Diagnose ist der wichtigste Schritt, um rechtzeitig mit Behandlungen zu beginnen, die den Verlauf der Erkrankung beeinflussen können.
Die wichtigsten Methoden, die wir für eine eindeutige Diagnose anwenden, sind:
- Spaltlampenuntersuchung
- Hornhauttopographie (Kornea-Kartierung)
- Hornhauttomographie
- Pachymetrie (Messung der Hornhautdicke)
Unter diesen Tests gelten die Hornhauttopographie und Tomographie als Goldstandard für die Keratokonusdiagnose. Diese Geräte erstellen eine dreidimensionale, detaillierte Karte der Vorder- und Rückseite Ihrer Hornhaut und messen deren Dicke an jedem Punkt auf Mikronebene. Auf diese Weise kann die Krankheit sogar in einem sehr frühen, noch symptomlosen „versteckten“ Stadium erkannt werden. Diese Karten liefern uns auch objektive Daten zur Beurteilung, ob die Erkrankung fortschreitet.
Welche Komplikationen können auftreten, wenn Keratokonus nicht behandelt wird?
Keratokonus ist eine Erkrankung, die unbehandelt zur Verschlechterung neigt. Ohne Behandlung kann sie mit der Zeit sowohl die Sehqualität als auch die Augengesundheit ernsthaft gefährden.
Die wichtigsten möglichen Komplikationen sind:
- Fortschreitender und dauerhafter Sehverlust
- Hornhautnarbenbildung (zentrale Trübung)
- Akuter Hydrops (plötzliche Flüssigkeitseinlagerung in die Hornhaut)
- Notwendigkeit einer Hornhauttransplantation
Insbesondere eine bleibende Trübung (Narbe) im Zentrum der Hornhaut blockiert das Licht und beeinträchtigt dauerhaft das Sehen – ab diesem Stadium sind selbst Kontaktlinsen nicht mehr hilfreich. In einem solchen Fall bleibt oft nur noch die Hornhauttransplantation. Daher ist unser Ziel, das Fortschreiten der Krankheit zu stoppen, bevor dieses Stadium erreicht wird.
Welche speziellen Kontaktlinsenoptionen gibt es bei fortgeschrittenem Keratokonus?
Wenn die Krankheit fortschreitet und Brillen nicht mehr ausreichen, kommen speziell entwickelte Linsen zum Einsatz, die Patienten mit Keratokonus zu klarerem Sehen verhelfen. Diese Linsen kaschieren die unregelmäßige Form der Hornhaut und schaffen quasi eine neue, glatte Oberfläche.
Die wichtigsten Linsentypen, die wir bei fortgeschrittenem Keratokonus zur Verbesserung des Sehvermögens verwenden, sind:
- Formstabile gasdurchlässige (RGP) Linsen
- Sklerallinsen
- Hybride Linsen
Formstabile (RGP) Linsen sitzen fest auf der Hornhaut und bieten klares Sehen, während Sklerallinsen die Hornhaut gar nicht berühren, sondern auf dem weißen Teil des Auges aufliegen. Sie bieten außergewöhnlichen Komfort und auch bei sehr fortgeschrittener Erkrankung hervorragende Sehschärfe. Hybride Linsen kombinieren die Klarheit eines harten Zentrums mit dem Komfort eines weichen Randes. Die Auswahl und Anpassung dieser Linsen sollte durch einen in diesem Bereich erfahrenen Arzt erfolgen.
Was ist die korneale Quervernetzung (CXL) zur Verlangsamung des Keratokonus?
Die korneale Quervernetzung (CXL) ist eine bahnbrechende Methode in der Keratokonusbehandlung, die in den letzten Jahren entwickelt wurde und das Fortschreiten der Krankheit aufhält. Diese Therapie ist besonders für junge Patienten mit aktiv fortschreitendem Keratokonus eine hervorragende Nachricht. Ziel der Behandlung ist es, die geschwächte Struktur der Hornhaut zu stärken und so das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern.
Das Verfahren basiert auf dem Prinzip, Vitamin B2 (Riboflavin) in das Auge zu träufeln und anschließend kontrolliertes UVA-Licht anzuwenden. Diese Interaktion führt zur Bildung neuer, starker „Querverbindungen“ zwischen den Kollagenfasern der Hornhaut. Dadurch gewinnt die Hornhaut quasi einen biologischen Panzer, wird fester und widerstandsfähiger.
Die Hauptvorteile der CXL-Behandlung sind:
- Verlangsamung bzw. Stoppen des Krankheitsverlaufs
- Stärkung der Hornhaut
- Vermeidung oder Hinauszögern einer Hornhauttransplantation
- Hohe Erfolgsrate
CXL stellt einen Wendepunkt im Management des Keratokonus dar und ist eine äußerst sichere Behandlungsmethode, die den Krankheitsverlauf entscheidend beeinflusst.
Wie wird die Operation mit intrakornealen Ringen bei der Behandlung von Keratokonus durchgeführt?
Intrakorneale Ringssegmente (ICRS) sind ein chirurgisches Verfahren, das darauf abzielt, die konisch gewordene Form der Hornhaut mechanisch zu korrigieren und die Sehqualität zu verbessern. Bei dieser Behandlung werden kleine, halbmondförmige Ringe aus transparentem Kunststoff in Tunnel eingesetzt, die meist mit einem Femtosekundenlaser in der mittleren Schicht der Hornhaut erzeugt werden.
Diese Ringe umgeben die zentrale Hornhaut und erzeugen einen Zug-Effekt, der hilft, die steil gewordene Hornhaut abzuflachen und ihr eine normalere Form zu geben. Dadurch werden Myopie und unregelmäßiger Astigmatismus reduziert und die Sehqualität des Patienten verbessert. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass die Ringbehandlung das Fortschreiten der Erkrankung nicht stoppt. Daher wird sie in der Regel als ergänzende Therapie zur Verbesserung des Sehens bei Patienten angewendet, deren Erkrankung bereits gestoppt wurde oder bei denen dies durch eine CXL-Behandlung erreicht wurde.
Wann ist eine Hornhauttransplantation bei schweren Keratokonusfällen erforderlich?
Wenn man von einer Keratokonus-Operation spricht, ist die umfassendste Maßnahme die Hornhauttransplantation – ein Hoffnungsschimmer für Patienten im fortgeschrittensten Stadium, bei denen alle anderen Behandlungsmethoden nicht ausreichen. Dabei wird das geschädigte Hornhautgewebe des Patienten durch eine gesunde Spenderhornhaut ersetzt.
Eine Hornhauttransplantation wird in der Regel als letzte Option in folgenden Fällen in Betracht gezogen:
- Schwerer Sehverlust
- Unzureichendes Sehen mit Kontaktlinsen
- Unverträglichkeit gegenüber allen Kontaktlinsen
- Dauerhafte zentrale Hornhauttrübung (Narbe), die das Sehen beeinträchtigt
- Starke Ausdünnung oder Perforationsgefahr der Hornhaut
Welche Arten der Hornhauttransplantation werden bei Keratokonus durchgeführt?
Heute werden hauptsächlich zwei Arten von Hornhauttransplantationen bei Keratokonus durchgeführt:
Tiefe anteriore lamelläre Keratoplastik (DALK): Dies ist eine modernere Technik. Bei Keratokonus sind meist nur die vorderen und mittleren Schichten der Hornhaut betroffen, die innerste Schicht (Endothel) ist in der Regel gesund. Bei der DALK-Operation wird die gesunde innerste Schicht erhalten und nur die erkrankten vorderen Schichten ersetzt. Da körpereigenes Gewebe erhalten bleibt, ist das Risiko einer Abstoßung nach der Operation deutlich geringer. Daher ist dies unsere bevorzugte Methode bei geeigneten Fällen.
Penetrierende Keratoplastik (PKP – Vollschichttransplantation): Dies ist die traditionelle Methode, bei der alle Schichten der Hornhaut ersetzt werden. Sie wird in Fällen angewendet, in denen DALK nicht möglich ist, weil alle Hornhautschichten geschädigt sind.
Wie verläuft der Heilungsprozess nach einer Keratokonus-Operation?
Die Genesungsphase nach einer Keratokonus-Operation erfordert Geduld und Sorgfalt. Es kann Monate oder sogar bis zu einem Jahr dauern, bis eine vollständige Sehschärfe erreicht wird. In dieser Zeit ist es sehr wichtig, regelmäßig Augentropfen zu verwenden, Kontrolluntersuchungen wahrzunehmen und das Auge vor Stößen zu schützen, um Infektionen und Abstoßungsreaktionen zu verhindern.
Das schwerwiegendste Risiko in dieser Phase ist die sogenannte “Transplantatabstoßung”, bei der der Körper das neue Gewebe als fremd erkennt und angreift. Wenn sie frühzeitig erkannt wird, ist sie meist behandelbar.
Es ist sehr wichtig, die frühen Anzeichen einer Transplantatabstoßung zu erkennen. Sollten Sie eines dieser Symptome bemerken, wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt:
- Unerwartete Rötung des Auges
- Zunahme von Schmerzen oder Fremdkörpergefühl
- Plötzliche oder zunehmende Sehverschlechterung
- Starke Lichtempfindlichkeit
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