Trockene Augen entstehen, wenn der Tränenfilm unzureichend produziert oder instabil ist. Symptome sind Brennen, Fremdkörpergefühl, Rötung und Lichtempfindlichkeit. Die Erkrankung kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

Häufige Ursachen sind Bildschirmarbeit, klimatisierte Räume, hormonelle Veränderungen oder bestimmte Medikamente. Auch Autoimmunerkrankungen wie das Sjögren-Syndrom spielen eine Rolle.

Die Behandlung richtet sich nach Schwere und Ursache. Künstliche Tränen, Gele oder entzündungshemmende Augentropfen verbessern die Befeuchtung. Ergänzend helfen Änderungen der Lebensgewohnheiten.

Bei schweren Fällen können therapeutische Maßnahmen wie Punctum Plugs oder medikamentöse Immuntherapie notwendig werden. Eine regelmäßige augenärztliche Kontrolle stellt den langfristigen Behandlungserfolg sicher.

Mögliche Ursachen
– Verminderte Tränenproduktion
– Erhöhte Verdunstung der Tränen
– Dysfunktion der Meibom-Drüsen (Fehlfunktion der ölproduzierenden Drüsen im Augenlid)
– Alterungsprozesse
– Längere Bildschirmarbeit
– Kontaktlinsengebrauch
– Umweltfaktoren (Wind, trockene Luft, Klimaanlage)
– Autoimmunerkrankungen (z. B. rheumatoide Arthritis, Sjögren-Syndrom)
– Bestimmte Medikamente (Antihistaminika, Antidepressiva, Blutdrucksenker)
– Augenoperationen (z. B. LASIK)
Symptome– Gefühl trockener Augen
– Brennen oder Stechen
– Gerötete Augen
– Verschwommenes Sehen (vorübergehend)
– Fremdkörpergefühl
– Tränenfluss (reflektorisch bedingt durch Trockenheit)
– Lichtempfindlichkeit
Risikofaktoren– Alterungsprozesse
– Hormonelle Veränderungen bei Frauen (Menopause)
– Längere Computer- und Bildschirmnutzung
– Fehlende oder fehlerhafte Kontaktlinsenpflege
– Längerer Aufenthalt in windiger oder trockener Umgebung
– Rauchen
– Chronische Erkrankungen (z. B. Diabetes, Autoimmunerkrankungen)
Diagnostische Methoden– Augenuntersuchung
– Schirmer-Test (zur Messung der Tränenmenge)
– Tests zum Tränenfilm (z. B. BUT – Break-Up-Time)
– Meibographie (Darstellung der Meibom-Drüsen)
Behandlungsmethoden– Künstliche Tränen (Tropfen oder Gele)
– Medikamente gegen Trockenheit (z. B. Cyclosporin-Augentropfen, Lifitegrast)
– Lipidhaltige Augentropfen (bei Störungen der ölproduzierenden Drüsen)
– Warme Kompressen und Lidrandmassage
– Umweltanpassungen (Raum befeuchten, Schutz vor Klima und Wind)
– In fortgeschrittenen Fällen Punktum-Plugs (Tränenpünktchenverschluss) oder operative Maßnahmen
Prävention
– Regelmäßige Befeuchtung der Augen
– Häufiges Blinzeln und 20-20-20-Regel bei Bildschirmarbeit
– Schutzbrille bei windigem und trockenem Wetter
– Kontaktlinsen gemäß Hygienevorschriften verwenden
– Viel Wasser trinken und ausgewogene Ernährung (reiche an Omega-3-Fettsäuren und Vitamin A)
– Rauch und Schadstoffe meiden

Was versteht man unter „Trockene Augen“?

Die wissenschaftliche Erforschung des Trockenen Auges stützt sich auf das wachsende Verständnis von Erkrankungen der Augenoberfläche und des Tränenfilms. Die ersten Hinweise lieferte 1892 Jan Mikulicz-Radecki mit der Beschreibung des „Mikulicz-Syndroms“, bei dem Parotis- und Tränendrüsen vergrößert waren. Da dieser Begriff unterschiedliche klinische Bilder umfasste, blieb die Diagnose oft unscharf. 1933 prägte der schwedische Augenarzt Henrik Sjögren den Begriff „Keratokonjunktivitis sicca“, mit dem er das Trockene Auge klar von anderen Trockenheitsursachen abgrenzte. Sjögrens Arbeiten gelten als Grundlagen für die Anerkennung des Trockenen Auges als eigene klinische Entität.

In den 1960er- und 1970er-Jahren wurde der Aufbau und die Funktion des Tränenfilms tiefgreifend untersucht. Dabei wurde klar, dass Tränendrüsen, Meibom-Drüsen und das Epithel der Augenoberfläche im Zusammenspiel den Tränenfilm stabil halten. Der Begriff der „Lakrimalen Funktionseinheit“ verdeutlicht dieses Zusammenspiel. Zudem entdeckte man, dass der mukinhaltige Glycocalyx eine wichtige Rolle beim Schutz des Hornhautepithels spielt.

Wesentliche Fortschritte in der Definition und Klassifikation der Erkrankung wurden 1995 vom National Eye Institute (NEI) erzielt, das das Trockene Auge anhand von Beschwerden und Schädigungen durch Störungen im Tränenfilm definierte und zwischen „wässrigem Mangel“ und „verdunstungsbedingtem“ Trockenen Auge unterschied. 2007 weitete der internationale TFOS Dry Eye Workshop (DEWS) diese Definition aus und stellte Instabilität, Hyperosmolarität und Entzündung als Kernbestandteile heraus. Der DEWS-II-Bericht von 2017 verfeinerte diese Beschreibung nochmals und bezog neurosensorische Abnormitäten sowie den Verlust der Homöostase des Tränenfilms mit in die Ätiologie ein.

Welche Ursachen hat das Trockene Auge?

Das Trockene Auge ist eine komplexe Erkrankung, bei der sich vielfältige Faktoren zusammenfinden und das Gleichgewicht von Tränenfilm und Augenoberfläche stören. Die Ursachen sind mehrdimensional und reichen von Lebensgewohnheiten, Umweltbedingungen bis hin zu systemischen Erkrankungen.

  • Meibom-Drüsen-Dysfunktion (MDD):
    Diese Drüsen bilden die Lipidschicht des Tränenfilms, um eine übermäßige Verdunstung zu verhindern. Funktioniert die Lipidproduktion unzureichend, ist der Tränenfilm labiler und die Verdunstung höher. Alter, hormonelle Faktoren und systemische Krankheiten erhöhen das MDD-Risiko.
  • Mangelnde Tränenproduktion:
    Wenn die Tränendrüsen zu wenig Tränenflüssigkeit produzieren, fehlt es an der wässrigen Komponente. Dies kann bei Autoimmunerkrankungen (z. B. Sjögren-Syndrom) oder altersbedingt auftreten. Darüber hinaus hemmen bestimmte Medikamente die Tränenbildung.
  • Entzündung:
    Chronische Entzündungen beeinträchtigen die Tränenproduktion und schädigen Epithelzellen. Sie können durch Umweltfaktoren oder systemische Autoimmunreaktionen ausgelöst werden.
  • Umweltfaktoren:
    Geringe Luftfeuchtigkeit, Wind, Rauch und lange Bildschirmarbeit steigern die Verdunstung der Tränen. Angesichts moderner Lebensgewohnheiten sind dies häufige Auslöser.
  • Hormonelle Veränderungen:
    Besonders nach der Menopause können hormonelle Umstellungen die Tränenproduktion oder Lipidbalance beeinträchtigen.
  • Systemische Erkrankungen und Medikamente:
    Rheumatoide Arthritis oder Diabetes erhöhen das Risiko für Trockene Augen. Antihistaminika und Antidepressiva können die Tränenproduktion verringern.
  • Neurologische und anatomische Ursachen:
    Nervenläsionen oder Fehlstellungen der Lider können die Verteilung des Tränenfilms stören und somit Trockenheit verursachen.

Wie häufig sind Trockene Augen?

Weltweit gilt das Trockene Auge als eine häufige Beschwerde, die jedoch regional, alters- und geschlechtsabhängig teils stark variiert. Schätzungen schwanken zwischen 5 % und 50 %, je nach Studienlage, verwendeter Definition und Erhebungsmethode. Laut TFOS DEWS II bestehen Schwierigkeiten bei der Ermittlung verlässlicher Prävalenzraten.

Alter und Geschlecht sind entscheidende Einflussfaktoren. Die Erkrankungsrate nimmt im fortgeschrittenen Alter deutlich zu, speziell nach dem 50. Lebensjahr. US-Daten zeigen, dass 8,4 % der unter 60-Jährigen betroffen sind, während es bei über 80-Jährigen bereits 19 % sind. Frauen trifft es häufiger als Männer, besonders durch hormonelle Schwankungen – etwa nach der Menopause.

Zwischen den Regionen bestehen teils große Unterschiede: In Brasilien liegt die Prävalenz bei 13 %, in Mexiko hingegen bei 41 %. Bei Büroangestellten oder Studenten kann sie über 70 % erreichen und unterstreicht damit den Einfluss von Lebensstil und Umweltfaktoren.

Wie entsteht das Trockene Auge?

Die Entstehung des Trockenen Auges hängt eng mit Instabilität des Tränenfilms und Entzündungen zusammen, die sich gegenseitig verstärken. Der Tränenfilm besteht aus drei Schichten – Lipid, wässrig und Muzin. Schon kleine Störungen einer Schicht können die Verdunstung steigern und zu einer Hyperosmolarität des Tränenfilms führen. Diese Hyperosmolarität löst an der Augenoberfläche entzündliche Prozesse aus, die Epithelzellen beschädigen und Becherzellen reduzieren; dadurch wird der Tränenfilm noch instabiler.

Entzündliche Vorgänge, hervorgerufen durch die Hyperosmolarität, gehen mit der Freisetzung von Zytokinen und Matrix-Metalloproteinasen (MMPs) einher. Die Folge ist die Apoptose von Epithel- und Becherzellen, was zu einer gestörten Muzinschicht führt. Diese Störung verhindert eine einwandfreie Haftung des Tränenfilms an der Augenoberfläche, weshalb er noch schneller reißt.

Eine Meibom-Drüsen-Dysfunktion (MDD) trägt erheblich zum verdunstenden Trockenen Auge bei, da durch verminderte Lipidabgabe die äußere Schicht des Tränenfilms destabilisiert wird. Schädigungen der Hornhautnerven beeinträchtigen zudem den Tränenreflex und die Blinzelfrequenz, was die Tränenfilmregeneration weiter hemmt.

Welche Symptome treten bei Trockenen Augen auf?

Die Symptome des Trockenen Auges belasten Betroffene im Alltag. Typisch sind ein Trockenheits-, Brenn- oder Stechgefühl sowie das Empfinden, ein Fremdkörper im Auge zu haben. Teils paradox auftreten kann ein starker Tränenfluss als Reflex auf die Trockenheit. Unscharfes oder schwankendes Sehen wird besonders beim Lesen, Arbeiten am Computer oder Autofahren bemerkbar und beeinträchtigt die Lebensqualität. Lichtempfindlichkeit (Photophobie) zählt ebenso zu den häufigen Beschwerden. Rötungen und ein Gefühl der Erschöpfung der Augen nehmen nach langen Sehaufgaben zu. In schweren Fällen drohen durch chronische Entzündungen dauerhafte Schäden an der Augenoberfläche.

Wie wird das Trockene Auge diagnostiziert?

Da Trockene Augen die Lebensqualität stark beeinträchtigen, braucht es eine präzise Diagnosestellung. Dazu gehören eine gründliche Anamnese, eine klinische Untersuchung sowie spezifische Tests.

Primär erhebt der Arzt die Beschwerden mithilfe standardisierter Fragebögen wie dem Ocular Surface Disease Index (OSDI). Dieser betrachtet die Intensität und Häufigkeit der Symptome sowie den Einfluss auf Alltagsaktivitäten und mögliche Umweltfaktoren in der letzten Woche. Ein OSDI-Wert über 15 deutet auf ein Trockenen Auge hin und erfordert weiterführende Diagnostik.

Danach folgt eine umfassende Augenuntersuchung. Dabei prüft man die Lider (z. B. Meibom-Drüsen-Funktion), die Stabilität des Tränenfilms sowie den Zustand der Oberfläche. Die Häufigkeit und Qualität des Lidschlags werden erfasst, denn seltener Lidschlag fördert die Verdunstung.

Objektive Tests zur genaueren Diagnose sind:

  • Tear Film Break-Up Time (TBUT): Weist unter 10 Sekunden auf eine instabile Tränenfilmschicht hin.
  • Schirmer-Test: Ein Papierstreifen misst die Tränenmenge; unter 10 mm Benetzung gilt als unzureichend.
  • Tränenosmolarität: Werte über 308 mOsm/L weisen auf Trockene Augen hin und haben hohe diagnostische Aussagekraft.
  • Anfärben der Augenoberfläche: Mit Fluoreszein oder Lissamingrün werden Epithelläsionen sichtbar.
  • Meibom-Drüsen-Bewertung: Erkennt Funktions- oder Strukturdefekte dieser Drüsen, die bei verdunstungsbedingtem Trockenen Auge wesentlich sind.

Wie werden Trockene Augen behandelt?

Bei Trockenen Augen bedarf es oft eines ganzheitlichen, individuellen Konzeptes. Ziel ist es entweder die Tränenproduktion zu verbessern oder die Verdunstung zu minimieren, um die Beschwerden auf der Augenoberfläche zu lindern. Die Therapie stützt sich auf die Schwere der Erkrankung und die auslösenden Faktoren:

  • Künstliche Tränen und Tropfen:
    Meist der erste Schritt bei der Behandlung. Diese Präparate benetzen die Augenoberfläche und lindern rasch die Symptome. Während leichtere Fälle niedrigviskose Tropfen verwenden, sind bei stärker ausgeprägter Trockenheit Gele oder salbenartige Präparate nötig. Konservierungsstofffreie Formulierungen beugen Reizungen bei häufiger Anwendung vor.
  • Punktum-Plug:
    Sind künstliche Tränen allein nicht ausreichend, können „Punctal Plugs“ (Abdeckung der Tränenpünktchen) eingesetzt werden. Diese Mini-Implantate verschließen die Abläufe, sodass die Tränen länger im Auge bleiben – besonders hilfreich bei autoimmunbedingter verminderter Tränenbildung. Das Verfahren ist minimal-invasiv, erfordert aber regelmäßige Nachkontrollen, um seltene Nebenwirkungen wie ein Fremdkörpergefühl auszuschließen.
  • Laser-Verfahren:
    Bei Hornhautirregularitäten, die Trockene Augen verstärken, kann eine phototherapeutische Keratektomie (PTK) sinnvoll sein. Dabei werden Unebenheiten geglättet, was den Tränenfilm stabilisieren kann. Dies ist jedoch keine Routinetherapie, sondern bei speziellen Indikationen ergänzend geeignet.
  • Botulinumtoxin-Injektionen:
    Botulinumtoxin A (BTX-A) kann in einigen Fällen helfen, indem es Muskelkrämpfe, die die Tränendynamik beeinträchtigen, reduziert. Vor allem bei gutartigem essentiellem Blepharospasmus oder Hemispasmus nützlich, kann BTX-A den Tränenmeniskus anheben und die Symptome mindern. Da die Wirkung nur einige Monate anhält, sind bei Bedarf wiederholte Injektionen nötig.
  • Ergänzende Therapien:
    Liegt eine Meibom-Drüsen-Dysfunktion (MDD) zugrunde, sind Lidrandhygiene, warme Kompressen und Lidmassagen essenziell. Sind ausgeprägte Entzündungen vorhanden, kommen Kortikosteroid-Augentropfen oder Immunsuppressiva wie Cyclosporin A zum Einsatz, welche die Entzündung an der Augenoberfläche reduzieren und die Tränenproduktion steigern.

Welche Komplikationen können bei Trockenen Augen auftreten?

Auch wenn Trockene Augen zunächst harmlos erscheinen mögen, können sie unbehandelt schwerwiegende Folgen haben und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Die möglichen Komplikationen verdeutlichen die Dringlichkeit einer adäquaten Diagnostik und Behandlung:

  • Schäden an der Augenoberfläche:
    Dauertrockenheit kann Hornhautabschürfungen, epitheliale Defekte oder Hornhautgeschwüre hervorrufen. Da die Hornhaut für klare Sicht entscheidend ist, drohen ohne Therapie irreversible Sehbeeinträchtigungen.
  • Erhöhtes Infektionsrisiko:
    Der Tränenfilm wirkt als Schutz vor Keimen. Wenn zu wenig Tränen vorhanden sind, dringen Bakterien und Viren leichter ein – das Risiko für Bindehaut- oder Hornhautentzündungen (Konjunktivitis, Keratitis) steigt.
  • Chronische Entzündungen:
    Trockene Augen sind oft mit langwierigen Entzündungsprozessen verbunden. Chronische Reizzustände können zur Vernarbung der Konjunktiva und zum Verlust von Becherzellen führen, was den Tränenfilm weiter destabilisiert und die Trockenheit verstärkt.
  • Reduzierte Lebensqualität:
    Beschwerden wie Brennen, Lichtscheu oder unscharfes Sehen erschweren alltägliche Aktivitäten. Das Lesen, Autofahren oder die Computerarbeit werden anstrengend, was sich auch psychisch und sozial auswirken kann.
  • Hornhautnarben und Gefäßneubildungen:
    Bei schweren, langandauernden Fällen kann es zu Vernarbungen und pathologischen Gefäßneubildungen in der Hornhaut kommen, was deren Transparenz einschränkt und im Extremfall eine dauerhafte Sehverschlechterung bedingen kann.

Wann sollte man das Trockene Auge behandeln?

Der Zeitpunkt für eine Behandlung hängt von der Ausprägung, der Alltagsbeeinträchtigung und den Ursachen ab. Patienten mit milden bis mittelschweren Symptomen greifen zunächst zu künstlichen Tränen oder Benetzungstropfen. Diese können speziell bei Beschwerden durch lange Bildschirmzeiten, trockene Umgebung oder Kontaktlinsen rasch Linderung verschaffen, entweder bei akutem Bedarf oder vorbeugend.

Treten jedoch bei mäßigen bis starken Beschwerden ungenügende Besserungen mit Benetzungstropfen ein, so kann das Einsetzen von Punktum-Plugs erwogen werden. Diese Prozedur dient dazu, den Tränenfilm zu erhalten, was besonders sinnvoll ist bei autoimmun bedingter Minderproduktion von Tränenflüssigkeit. Punktum-Plugs sorgen langfristig für symptomatische Entlastung.

Schwerere und therapierefraktäre Verläufe machen gelegentlich komplexere Ansätze erforderlich, wie Laserbehandlungen oder Botulinumtoxin-Injektionen. Diese Methoden werden gewählt, wenn herkömmliche Maßnahmen fehlschlagen und wenn Unregelmäßigkeiten an der Augenoberfläche maßgeblich zu den Beschwerden beitragen. Beispielsweise kann eine lasergestützte Korrektur bei hornhautbedingten Störungen den Tränenfilm optimieren.

Wann ist eine Behandlung bei Trockenen Augen kontraindiziert?

Bei der Therapie des Trockenen Auges müssen der gesundheitliche Gesamtzustand und mögliche Gegenanzeigen beachtet werden. Gewisse Aspekte können die Anwendbarkeit der Maßnahmen einschränken. Eine sorgfältige Prüfung ist entscheidend, bevor eine Behandlung eingeleitet wird:

  • Konservierungsstoffunverträglichkeit:
    Künstliche Tränen sind ein Grundpfeiler der Therapie, doch bei Empfindlichkeit gegen Konservierungsstoffe können sie Irritationen oder allergische Reaktionen hervorrufen. Dann sind konservierungsfreie Präparate erforderlich.
  • Aktive Augeninfektionen:
    Verfahren zur Tränenkonservierung (z. B. Punktum-Plug) sind während akuter Infektionen kontraindiziert, da sie die Ausbreitung des Erregers begünstigen könnten. Erst wenn die Infektion abgeklungen ist, darf die Behandlung folgen.
  • Schweres Trockene-Augen-Syndrom:
    Bestimmte Lasertherapien, die die Hornhautoberfläche korrigieren, bergen bei ausgeprägter Trockenheit ein erhöhtes Komplikationsrisiko und erschweren die Wundheilung. Daher muss zunächst die Trockenheit behoben werden, bevor Laser zum Einsatz kommt.
  • Autoimmunerkrankungen:
    Patienten mit z. B. Sjögren-Syndrom können eine schlechtere Wundheilung aufweisen, was chirurgische oder invasive Maßnahmen erschwert. Hier werden häufig alternative, weniger eingreifende Methoden bevorzugt.
  • Neuromuskuläre Erkrankungen:
    Botulinumtoxin kann bei Augenproblemen helfen, jedoch Patienten mit Myasthenia gravis riskieren eine massive Muskelschwächung. In solchen Fällen ist eine BTX-Anwendung kontraindiziert.
  • Schwangerschaft und Stillzeit:
    Die Unbedenklichkeit von Botulinumtoxin ist in dieser Phase nicht hinlänglich erwiesen, weshalb man während Schwangerschaft und Stillzeit vorsichtshalber darauf verzichtet.

Wie verläuft der Heilungsprozess bei Trockenen Augen?

Der Genesungsprozess bei Trockenen Augen hängt von der individuellen Ausprägung, den Ursachen und den gewählten Behandlungsansätzen ab. Üblicherweise zielt die Therapie auf spezielle Defizite in Produktion und Verdunstung des Tränenfilms ab und soll eventuelle pathologische Befunde an der Augenoberfläche beheben.

Künstliche Tränen und Benetzungstropfen:
Viele Patienten beginnen ihre Behandlung mit künstlichen Tränen oder Gels, die den Augen Feuchtigkeit spenden und die Trockenheit lindern. Konservierungsfreie Lösungen sind dabei besonders wertvoll, um erneuten Reizungen bei häufiger Anwendung vorzubeugen.

Punktum-Plugs:
Bei schweren Fällen kommen Punktum-Plugs zum Einsatz, die den Tränenabfluss vermindern. In der Regel empfinden Betroffene schon wenige Tage nach diesem minimalinvasiven Eingriff eine Besserung. Regelmäßige Kontrollen erhöhen die Erfolgsquote.

Maßnahmen an der Augenoberfläche:
Laserbehandlungen oder Botulinumtoxin-Injektionen adressieren bestimmte Hornhaut- oder Lidanomalien. Bei unebenen Stellen der Hornhaut kann Laser eine gleichmäßigere Verteilung des Tränenfilms schaffen – sofern Anweisungen für Pflege und Nachkontrolle strikt befolgt werden.

Wie lässt sich das Trockene Auge verhindern?

Um Trockene Augen vorzubeugen, sollte man vor allem umweltbedingte Reize minimieren. Mit einem Luftbefeuchter lässt sich trockene Raumluft befeuchten, was speziell in beheizten Räumen während der Winterzeit hilft. Direkte Zugluft durch Föhne, Ventilatoren oder Klimaanlagen ist zu vermeiden. An windigen oder verschmutzten Außenbereichen können umschließende Sonnenbrillen die Augenoberfläche schützen.

Digitaler Stress ist eine Hauptursache in unserer modernen Welt. Regelmäßige Pausen und ein strukturierter Umgang mit Bildschirmarbeit helfen, die Augenoberfläche feucht zu halten. Die 20-20-20-Regel – alle 20 Minuten für 20 Sekunden einen Punkt in etwa 6 Metern Entfernung anvisieren – ist eine wirkungsvolle Präventionsmaßnahme. Rauchen und Passivrauchen verschlechtern die Symptome zusätzlich und sollten gemieden werden.

Omega-3-Fettsäuren unterstützen die Tränenproduktion und können Entzündungen hemmen. Zu empfehlenden Nahrungsmitteln gehören Lachs, Walnüsse und Chiasamen. Vitamin-A-reiche Lebensmittel (Karotten, dunkelgrüne Blattgemüse) sind wichtig für eine stabile Augenoberfläche.

Künstliche Tränen leisten in leichteren Fällen erste Hilfe, doch bei anhaltendem Unwohlsein sollte man einen Augenarzt aufsuchen, um personalisierte Therapieoptionen zu prüfen.

Häufig gestellte Fragen

Besteht ein Zusammenhang zwischen Trockenen Augen und Ernährung?

Ja, die Ernährung kann den Zustand beeinflussen. Insbesondere Lebensmittel, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind, können die Tränenqualität verbessern und Beschwerden lindern. Fetter Seefisch wie Lachs, Thunfisch oder Sardinen eignet sich ideal.

Kann sich das Trockene Auge saisonal verschlimmern?

Durch kaltes, trockenes Winterklima nehmen die Beschwerden oft zu. Zugleich senkt Heizungsluft die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen, wodurch der Tränenfilm schneller verdunstet.

Welche Medikamente können ein Trockene-Auge-Syndrom hervorrufen?

Verschiedene Wirkstoffe, u. a. Antihistaminika, Antidepressiva, Kontrazeptiva und Blutdruckmittel, können die Tränenproduktion vermindern und so trockene Augen begünstigen.

Beeinflussen Trockene Augen das Tragen von Kontaktlinsen?

Ja. Trockene Augen können das Tragen von Kontaktlinsen unangenehm machen, da der mangelnde Tränenfilm die Linsen nicht ausreichend gleitfähig hält und es zu Reizungen kommt.

Treten Trockene Augen auch bei Kindern auf?

Grundsätzlich kann diese Erkrankung in jedem Alter vorkommen, wenngleich sie bei älteren Menschen häufiger ist. Jedoch können auch bei Kindern Umwelteinflüsse oder Bildschirmzeiten zu trockenen Augen führen.

Welche Folgen hat ein unbehandeltes Trockene Auge?

Ohne Therapie können Hornhautschäden, ein erhöhtes Infektionsrisiko bis hin zum Sehverlust auftreten, was sowohl die Augengesundheit als auch das allgemeine Wohlbefinden erheblich beeinträchtigt.

Wie erfolgt die Diagnose des Trockenen Auges?

Sie basiert auf einer ausführlichen augenärztlichen Untersuchung und speziellen Tests zur Messung der Tränenproduktion und Beurteilung des Tränenfilms, die anschließend eine geeignete Therapie ermöglichen.

Welche Alltagsmaßnahmen helfen bei der Vorbeugung?

Regelmäßige Bildschirmpausen, Raumluftbefeuchtung, Vermeidung von Rauch sowie die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren können trockenheitsbed

Aktualisierungsdatum: 30.08.2025

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