Episkleritis und Skleritis sind entzündliche Erkrankungen der äußeren Augenhüllen. Während Episkleritis meist mild verläuft, ist Skleritis oft schmerzhaft und kann das Sehvermögen gefährden. Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend für die richtige Therapie.
Episkleritis Symptome äußern sich durch Rötung und leichtes Druckgefühl am Auge. Die Erkrankung ist meist selbstlimitierend und harmlos, wird jedoch oft mit konjunktivalen Reizungen verwechselt. Eine augenärztliche Abklärung stellt die richtige Diagnose sicher.
Skleritis Ursachen sind häufig mit systemischen Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis oder Vaskulitiden verbunden. Die Entzündung betrifft tiefere Gewebeschichten und kann unbehandelt zu bleibenden Schäden am Auge führen.
Skleritis Behandlung erfordert oft systemische Immunsuppressiva oder Kortikosteroide. Neben der medikamentösen Therapie ist eine engmaschige augenärztliche Kontrolle notwendig, um Komplikationen wie Perforationen oder Netzhautablösungen zu vermeiden.
Welche Bereiche des Auges betreffen Episklerit und Sklerit genau?
Unser Auge besteht aus verschiedenen Schichten. Ganz außen befindet sich eine feste Schicht, die wir als das „Weiße“ des Auges bezeichnen und die Sklera genannt wird. Direkt darüber liegt eine dünnere, stark durchblutete Schicht, die Episklera heißt. Episklerit ist die Entzündung dieser dünnen äußeren Schicht. Sklerit hingegen ist die Entzündung der tiefer gelegenen festen weißen Schicht, also der Sklera. Davon, in welcher Schicht die Entzündung stattfindet, hängen sowohl die Symptome als auch die Behandlung vollständig ab.
Warum erscheinen die Blutgefäße bei Episklerit und Sklerit unterschiedlich?
Die Episklera-Schicht liegt nahe an der Oberfläche und enthält viele kleine Blutgefäße. Bei einer Entzündung weiten sich diese Gefäße und verleihen dem Auge eine hellrote oder rosafarbene Färbung. Diese oberflächlichen Gefäße können sich manchmal zusammenziehen, wenn spezielle Augentropfen (Fenilefrin) verabreicht werden, wodurch die Rötung abnimmt. Sklerit hingegen betrifft die tiefer gelegene Sklera. Da hier tiefere Gefäße betroffen sind, ist die Rötung des Auges meist dunkler und violettstichig. Diese tiefen Gefäße ziehen sich bei Verwendung von Fenilefrin-Tropfen nicht zusammen.
Ist die einfache Episklerit und Sklerit der am häufigsten vorkommende Typ?
Ja, die häufigste Form der Episklerit ist die einfache (basit) Episklerit. In diesem Fall tritt eine Rötung und Gefäßfüllung im weißen Teil des Auges auf, ohne dass dabei eine auffällige Schwellung (Knötchen) vorhanden ist. Diese Rötung kann manchmal nur einen Teil des Auges (sektoriell) betreffen oder sich auf ein größeres Gebiet (diffus) ausbreiten. Sie beginnt in der Regel plötzlich und geht oft nur mit einem leichten Unbehagen einher.
Was ist der Unterschied zwischen nodulärer Episklerit und Sklerit?
Die noduläre Episklerit tritt seltener auf als der einfache Typ. Dabei bildet sich in dem entzündeten Bereich ein kleiner, erhabener Knoten (Nodulus). Dieser Knoten kann bei Berührung meist etwas empfindlich sein. Er kann etwas langsamer beginnen, länger andauern und etwas mehr Unbehagen verursachen als die einfache Episklerit. Außerdem besteht bei der nodulären Episklerit im Vergleich zum einfachen Typ eine etwas höhere Wahrscheinlichkeit, dass sie mit einer anderen Erkrankung im Körper in Zusammenhang steht.
Wie häufig sind vordere Sklerit und Sklerit?
Der Großteil der Skleritfälle (etwa 90 %) betrifft den vorderen Teil des Auges. Dies wird als vordere Sklerit (anteriore Sklerit) bezeichnet. Es handelt sich um eine Entzündung der Sklera vor der Stelle, an der die Augenmuskeln am weißen Teil des Auges ansetzen. Auch die vordere Sklerit wird in verschiedene Typen unterteilt, deren Schweregrad sich entsprechend unterscheidet.
Wie verläuft die diffuse vordere Sklerit und Sklerit?
Die diffuse vordere Sklerit ist die häufigste und in der Regel mildeste Verlaufsform der vorderen Sklerit. Sie macht etwa die Hälfte der Skleritfälle aus. Bei dieser Form treten eine ausgedehnte Rötung und Schwellung im weißen Teil des Auges auf. Es kann zu Schmerzen kommen, die jedoch in der Regel leichter zu handhaben sind als bei anderen Skleritformen. Das Risiko einer Beeinträchtigung des Sehvermögens ist geringer und in der Regel spricht sie gut auf die Behandlung an.
Welche Risiken bestehen bei nodulärer vorderer Sklerit und Sklerit?
Die noduläre vordere Sklerit macht etwa 15–40 % der Skleritfälle aus. Bei dieser Form bilden sich in der Sklera ein oder mehrere feste, empfindliche, gerötete Knoten (Noduli), die sich nicht verschieben lassen. Die Schmerzen sind im Vergleich zum diffusen Typ meist stärker. Ein wesentliches Risiko bei dieser Form besteht darin, dass sie sich im Laufe der Zeit zu einer schwerwiegenderen, nekrotisierenden (gewebezerstörenden) Sklerit entwickeln kann. Zudem neigt sie zu häufigen Rückfällen.
Warum ist die nekrotisierende vordere Sklerit und Sklerit die schwerste Form?
Die nekrotisierende vordere Sklerit ist die schwerste und gefährlichste Form der Sklerit. Charakteristisch sind starke, unerträgliche, bohrende Schmerzen. Dabei kommt es in der Sklera zu ausgeprägten Gewebeschäden, Ausdünnung und Auflösung (Nekrose). Die darunterliegende dunkle Aderhaut (Choroidea) kann sichtbar werden. Es besteht sogar ein Risiko, dass der Augapfel durchbrochen wird. In der Regel liegt eine schwerwiegende Grunderkrankung, insbesondere eine Vaskulitis (Entzündung der Blutgefäße), zugrunde, und eine dringende, intensive Behandlung ist erforderlich.
Bei wem tritt die schmerzlose Sklerit und Sklerit auf, die als Scleromalacia Perforans bezeichnet wird?
Dies ist eine sehr seltene Sonderform der Sklerit. Ihr auffälligstes Merkmal ist, anders als bei anderen Skleritformen, das Fehlen starker Schmerzen oder nur ein sehr geringes Schmerzempfinden. Sie beginnt schleichend und schreitet langsam voran, was zu einer deutlichen Ausdünnung der Sklera führt. Das Weiße des Auges scheint regelrecht zu „schmelzen“ und die darunterliegenden Gewebe werden sichtbar. Sie tritt fast ausschließlich bei Frauen auf, die seit vielen Jahren an fortgeschrittener rheumatoider Arthritis leiden. Weil sie schmerzarm verläuft, kann die Diagnose verzögert gestellt werden, was jedoch ein ernstes Problem darstellt.
Warum ist die Diagnose der hinteren Sklerit und Sklerit schwierig?
Die hintere Sklerit (posteriore Sklerit) ist die Entzündung der Sklera im hinteren Bereich des Augapfels und tritt sehr selten auf. Die größte Schwierigkeit dabei besteht darin, dass der vordere Abschnitt des Auges völlig normal und weiß erscheinen kann. Daher ist die Diagnosestellung erschwert. Allerdings klagen Betroffene oft über Schmerzen, die bei Augenbewegungen zunehmen, sowie über Verschwommensehen oder Sehverlust. Für die Diagnose sind unbedingt spezielle bildgebende Verfahren, insbesondere eine Ultraschalluntersuchung des Auges, erforderlich.
Was sind die häufigsten Ursachen für Episklerit und Sklerit?
Bei der großen Mehrzahl der Episkleritfälle, etwa zwei Dritteln, kann keine spezifische Ursache gefunden werden. Dies wird als „idiopathische“ Episklerit bezeichnet, also eine Entzündung der Episklera ohne eine zugrunde liegende Erkrankung im Körper. Sie verläuft meist harmlos und heilt von selbst wieder ab.
Können Episklerit und Sklerit durch Infektionen verursacht werden?
Ja, wenn auch selten, können einige Infektionen eine Episklerit auslösen. Gürtelrose (Herpes-zoster-Infektion mit Hautausschlag um das Auge oder im Gesicht), Herpes simplex, Syphilis, Tuberkulose, Lyme-Borreliose oder die Katzekratzkrankheit sind Beispiele für Infektionen, die gelegentlich zu einer Episklerit führen können. Diese Fälle sind jedoch deutlich seltener als die idiopathische (unbekannter Ursache) Episklerit.
Welche Rolle spielt eine zugrunde liegende Erkrankung bei Sklerit und Sklerit-Fällen?
Bei Sklerit ist die Situation ganz anders als bei Episklerit. In über der Hälfte aller Skleritfälle liegt eine schwerwiegende systemische Erkrankung (den gesamten Körper betreffend) zugrunde. Insbesondere rheumatische Erkrankungen, Bindegewebserkrankungen oder Vaskulitiden (Entzündungen der Blutgefäße) stehen in enger Verbindung mit Sklerit. Mitunter kann Sklerit sogar das erste Anzeichen einer solchen ernsthaften Grunderkrankung sein. Daher ist es bei einer Skleritdiagnose zwingend erforderlich, nach einer möglichen zugrunde liegenden Erkrankung zu suchen.
Wie hoch ist das Infektionsrisiko für Sklerit und Sklerit?
Infektionen können ebenfalls eine Sklerit verursachen, allerdings ist dies im Vergleich zu Sklerit infolge einer Autoimmunerkrankung seltener (5–10 % aller Skleritfälle). Bakterien, Viren (insbesondere das Zoster-Virus), Pilze oder Parasiten können Sklerit auslösen. Vor allem nach Augenoperationen ist das Infektionsrisiko bei auftretender Sklerit höher (bekannt als „chirurgiebedingte nekrotisierende Sklerit“ oder SINS). Es ist sehr wichtig, eine infektiöse Sklerit von anderen Formen zu unterscheiden, da ihre Behandlung völlig anders ist und keine immunsuppressiven Medikamente eingesetzt werden können.
Welche Verbindung besteht zwischen rheumatoider Arthritis und Episklerit bzw. Sklerit?
Rheumatoide Arthritis (RA) ist eine Autoimmunerkrankung der Gelenke, die sowohl mit Episklerit als auch mit Sklerit in Zusammenhang stehen kann. Für die Sklerit ist die Verbindung jedoch wesentlich stärker und bedeutsamer. Obwohl Episklerit bei RA-Patienten auftreten kann, ist die Sklerit eines der schwerwiegenderen Augenzeichen bei RA. Besonders nekrotisierende Sklerit und die schmerzlose Form der Scleromalacia perforans werden häufig bei fortgeschrittener RA beobachtet. Das Risiko, dass sich bei RA-Patienten eine Sklerit entwickelt, ist im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung höher.
Welche Bedeutung haben Vaskulitiden (Gefäßentzündungen) für Episklerit und Sklerit?
Vaskulitiden sind ernste systemische Erkrankungen, bei denen sich Blutgefäße entzünden. Vaskulitiden wie Granulomatose mit Polyangiitis (GPA) oder Polyarteriitis nodosa (PAN) stehen in starker Verbindung mit Sklerit. Mitunter kann Sklerit sogar das erste Anzeichen für diese potenziell lebensbedrohlichen Erkrankungen sein. Die mit Vaskulitiden verbundene Sklerit ist häufig die nekrotisierende Form, also die schwerste Ausprägung, und erfordert eine sofortige Behandlung. Episklerit kann zwar auch gelegentlich mit Vaskulitiden verbunden sein, ist im Vergleich zur Sklerit jedoch seltener.
Welche anderen Erkrankungen können mit Episklerit und Sklerit in Verbindung stehen?
Neben rheumatoider Arthritis und Vaskulitiden gibt es viele weitere systemische Erkrankungen, die mit Episklerit oder Sklerit in Verbindung stehen können. Dazu gehören Systemischer Lupus Erythematodes (SLE), entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa), Ankylosierende Spondylitis, Psoriasis-Arthritis, Sjögren-Syndrom, Sarkoidose und Gicht. Unter den Infektionskrankheiten sind besonders Tuberkulose und Syphilis zu nennen, die vor allem mit Sklerit in Zusammenhang stehen. Diese Verbindungen sind bei Sklerit häufiger und deutlicher.
Wie lässt sich der Schmerz bei Episklerit und Sklerit unterscheiden?
Der Schmerz ist eines der wichtigsten Hinweise, um zwischen diesen beiden Zuständen zu unterscheiden. Bei Episklerit tritt meist gar kein Schmerz auf oder lediglich ein leichtes Unbehagen, Stechen, Ziehen oder eine Empfindlichkeit. Starke Schmerzen sind nicht zu erwarten. Bei Sklerit hingegen ist genau das Gegenteil der Fall. Hier bestehen in der Regel starke, tiefe, bohrende Schmerzen, die bis in das Innere des Auges reichen und sich sogar auf Kopf, Gesicht und Stirn ausbreiten können. Dieser Schmerz kann den Patienten nachts aus dem Schlaf reißen. Die einzige Ausnahme ist die schmerzlos verlaufende Form Scleromalacia perforans.
Worin besteht der Unterschied in der Rötung bei Episklerit und Sklerit?
Bei beiden kommt es zwar zu einer Rötung des Auges, doch ihr Aussehen ist unterschiedlich. Bei Episklerit ist die Rötung meist intensiver, leuchtend rot oder rosafarben. Die oberflächlichen Gefäße treten deutlich hervor. Bei Sklerit hingegen liegt die Entzündung tiefer, weshalb die Rötung in der Regel dunkler, blasser, violett- oder bläulich-rot ist. Die Farbe und der Ton der Rötung sind wichtige Anhaltspunkte, die der Arzt bei der differentialdiagnostischen Abklärung berücksichtigt.
Welche Bedeutung haben Sehstörungen bei Episklerit und Sklerit?
Die Auswirkung auf das Sehvermögen ist ein weiterer wichtiger Unterschied. Episklerit beeinträchtigt in der Regel nicht die Sehschärfe. Das heißt, während einer Episklerit-Episode sehen die Betroffenen meist weiterhin klar. Sklerit hingegen führt häufig zu einer Verschlechterung des Sehvermögens. Verschwommenes Sehen oder eine Abnahme der Sehschärfe sind gängige Anzeichen für Sklerit. Dies weist darauf hin, dass Sklerit tiefere und für das Sehen wichtige Strukturen (Hornhaut, Linse, Netzhaut, Sehnerv) beeinträchtigen kann, was den Ernst der Erkrankung unterstreicht.
Warum ist eine ärztliche Untersuchung bei Episklerit und Sklerit wichtig?
Für eine genaue Diagnose ist eine detaillierte Augenuntersuchung durch einen Arzt unerlässlich. Nachdem Ihr Arzt Ihre Beschwerden angehört hat, wird er mithilfe eines speziellen Mikroskops, dem Biomikroskop (Spaltlampe), Ihr Auge untersuchen. Dabei wird er feststellen, in welcher Schicht sich die Entzündung befindet (oberflächlich oder tief), die Beschaffenheit und Farbe der Gefäße beurteilen, prüfen, ob ein Knoten vorhanden ist, ob andere Teile des Auges (Hornhaut, Augenflüssigkeit, Linse) betroffen sind, und den Augeninnendruck messen. Diese Befunde spielen eine entscheidende Rolle bei der Unterscheidung von Episklerit und Sklerit.
Wie hilft Fenilefrin-Tropfen bei der Diagnose von Episklerit und Sklerit?
Fenilefrin ist ein Wirkstoff, der Blutgefäße zusammenzieht. Ihr Arzt kann Ihnen während der Untersuchung solche Tropfen ins Auge geben. Wenn die Entzündung – wie bei der Episklerit – die oberflächlichen Gefäße betrifft, ziehen sich diese Gefäße zusammen und die Rötung im Auge verringert sich innerhalb von 10–15 Minuten deutlich, sodass das Auge weißer erscheint. Liegt die Entzündung jedoch in der tiefer gelegenen Sklera, werden diese tiefen Gefäße durch Fenilefrin nicht beeinflusst und die Rötung bleibt bestehen. Dieser einfache Test liefert einen wertvollen Hinweis zur Unterscheidung beider Zustände.
Wann ist eine Blutuntersuchung bei Episklerit und Sklerit erforderlich?
Wenn Sie zum ersten Mal eine einfache Episklerit-Episode haben, sind in der Regel keine zusätzlichen Tests wie Blutuntersuchungen erforderlich. Treten die Episklerit-Schübe jedoch häufig auf oder handelt es sich um den nodulären Typ, können bestimmte Bluttests angeordnet werden, um eine mögliche Grunderkrankung auszuschließen oder zu bestätigen. Bei Sklerit ist die Situation anders. Da über die Hälfte der Skleritfälle mit einer systemischen Erkrankung verknüpft ist, werden bei fast allen Patienten mit Sklerit-Diagnose umfangreiche Blutuntersuchungen durchgeführt, um eine zugrunde liegende Erkrankung (Rheuma, Vaskulitis etc.) zu erkennen oder auszuschließen.
Wann werden bildgebende Verfahren bei der Diagnose von Episklerit und Sklerit eingesetzt?
Bildgebende Verfahren werden für die Routine-Diagnose einer vorderen Sklerit oder Episklerit normalerweise nicht eingesetzt. Besteht jedoch der Verdacht auf eine hintere Sklerit oder ist die Diagnose unklar, sind bildgebende Verfahren sehr wichtig. Insbesondere die B-Bild-Ultraschalluntersuchung ist wertvoll, um die Dicke der hinteren Sklera, Flüssigkeitsansammlungen in deren Umgebung und mögliche Komplikationen (wie eine Netzhautablösung) zu beurteilen. Selten können auch MRT oder CT eingesetzt werden, um die Diagnose zu bestätigen oder andere Zustände auszuschließen.
Wie lässt sich Episklerit und Sklerit von einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) unterscheiden?
Eine Bindehautentzündung (auch „pink eye“ oder Konjunktivitis genannt) ist die häufigste Ursache für Augenrötung. Jedoch gibt es einige wichtige Unterschiede zu Episklerit und Sklerit. Bei einer Konjunktivitis kommt es in der Regel zu Sekretbildung oder einem wässrigen Ausfluss im Auge, während dies bei Episklerit und Sklerit nicht typisch ist. Die Schmerzen äußern sich bei einer Konjunktivitis meist in Form von Stechen, Brennen oder Juckreiz, während sie bei einer Sklerit viel stärker und tiefgreifender sind. Auch ist die Rötung bei Episklerit häufig auf einen bestimmten Bereich beschränkt, anders als bei der Konjunktivitis.
Worin bestehen die Unterschiede zwischen Uveitis und Episklerit bzw. Sklerit?
Uveitis ist eine Entzündung der Uvea-Schicht im Inneren des Auges (Iris, Ziliarkörper und Aderhaut). Sklerit hingegen ist eine Entzündung des äußeren weißen Teils des Auges. Bei einer Uveitis liegt die Entzündung im Augeninneren, und bei der Untersuchung lassen sich Zellen in der Vorderkammer und Ablagerungen an der Rückseite der Hornhaut feststellen. Bei einer Sklerit dagegen befindet sich die Entzündung in der Sklera selbst. Mitunter können Sklerit und Uveitis gemeinsam auftreten. Schmerzen und Lichtempfindlichkeit können bei beiden vorkommen, doch die Befunde in der Untersuchung unterscheiden sich.
Was sind die ersten Schritte in der Behandlung von Episklerit und Sklerit?
Da Episklerit in der Regel gutartig verläuft, beginnt die Behandlung einfach. Viele Fälle klingen von selbst ab, sodass gelegentlich allein eine Beobachtung ausreichen kann. Zur Linderung können kalte Kompressen oder vom Arzt empfohlene künstliche Tränen hilfreich sein. Wenn Sie diese Tropfen im Kühlschrank aufbewahren, wirkt das Einträufeln angenehm kühlend. Sind die Beschwerden mild, reichen diese unterstützenden Maßnahmen oft aus.
Welche Augentropfen werden bei Episklerit und Sklerit eingesetzt?
Wenn unterstützende Maßnahmen nicht ausreichen oder die Beschwerden störend sind, kann Ihr Arzt eine Therapie mit Augentropfen empfehlen. Als erste Option werden in der Regel Entzündungshemmer auf NSAID-Basis (nichtsteroidale Antirheumatika) eingesetzt (z. B. Augentropfen mit Diclofenac oder Ketorolac). Sollten diese nicht genügend helfen oder der Zustand schwerer sein, können kortisonhaltige (Kortikosteroid-)Tropfen verordnet werden. Kortison-Tropfen sind wirksamer, können jedoch Nebenwirkungen wie einen Anstieg des Augeninnendrucks verursachen. Daher sollten sie unbedingt unter ärztlicher Aufsicht angewendet und die Dosis schrittweise reduziert werden.
Werden für Episklerit und Sklerit auch orale Medikamente eingesetzt?
Bei der Behandlung von Episklerit werden orale Medikamente in der Regel nicht als erste Wahl eingesetzt. Wenn jedoch eine Augentropfen-Therapie bei hartnäckigen Fällen keinen ausreichenden Erfolg zeigt oder wenn insbesondere eine noduläre Episklerit vorliegt, kann Ihr Arzt orale NSAIDs (z. B. Ibuprofen, Naproxen) verschreiben. Orale Kortisonpräparate werden bei Episklerit nur sehr selten eingesetzt, meist nur dann, wenn eine andere systemische Grunderkrankung vorliegt.
Warum ist die Behandlung von Sklerit und Sklerit schwerwiegender?
Sklerit ist eine weitaus ernstere Erkrankung als Episklerit und kann potenziell das Sehvermögen bedrohen, daher ist ihre Behandlung ebenfalls schwerwiegender und muss unbedingt von einem Augenarzt geleitet werden. Sklerit kann in der Regel nicht allein mit Augentropfen behandelt werden, da die Entzündung tiefer liegt. Ziel der Therapie ist es, die Schmerzen zu kontrollieren, die Entzündung zu unterdrücken, Gewebeschäden vorzubeugen und eine eventuell zugrunde liegende Erkrankung zu behandeln. In der Regel erfordert die Behandlung stärkere Medikamente über einen längeren Zeitraum.
Welche oralen Medikamente werden bei der Behandlung von Sklerit und Sklerit eingesetzt?
Die Basis der Sklerit-Behandlung bilden in der Regel oral verabreichte Medikamente. Häufig werden in der ersten Phase hoch dosierte NSAIDs (z. B. Indometacin, Naproxen) eingesetzt. Wenn diese nicht ausreichen oder die Sklerit schwer verläuft (insbesondere beim nekrotisierenden Typ oder bei hinterer Sklerit), wird auf orale Kortisonpräparate (z. B. Prednison) umgestellt. Kortison wird meist in hoher Dosis begonnen und bei Ansprechen sehr langsam ausgeschlichen. Aufgrund der langfristigen Nebenwirkungen von Kortison ist eine sorgfältige ärztliche Überwachung unerlässlich.
Wann sind immunsuppressive Medikamente in der Behandlung von Episklerit und Sklerit erforderlich?
Immunsuppressive Medikamente spielen bei der Behandlung von Sklerit eine wichtige Rolle. Sie werden insbesondere dann benötigt, wenn Patienten nicht auf NSAIDs und Kortison ansprechen, die Kortisondosis nicht reduziert werden kann, häufige Rückfälle auftreten oder wenn eine schwerwiegende rheumatische Grunderkrankung (z. B. RA, Vaskulitis) vorliegt. Zum Einsatz kommen Medikamente wie Methotrexat, Azathioprin und Cyclophosphamid oder neuere biologische Wirkstoffe (z. B. TNF-Inhibitoren, Rituximab). Diese Therapien werden üblicherweise in Zusammenarbeit zwischen Augenarzt und Rheumatologen koordiniert.
Wie wird eine infektiöse Sklerit und Sklerit behandelt?
Stellt sich heraus, dass eine Infektion die Ursache für Sklerit ist, ändert sich die Behandlung grundlegend. In diesem Fall kann der Einsatz von Kortison oder Immunsuppressiva die Infektion sogar verschlimmern. Die Therapie muss sich dann gezielt gegen den auslösenden Mikroorganismus richten. Bei bakteriellen Infektionen werden Antibiotika, bei Pilzinfektionen Antimykotika und bei viralen Infektionen (z. B. Zoster) Virostatika eingesetzt. Diese Medikamente können als Tropfen, oral oder manchmal intravenös verabreicht werden, und die Behandlung dauert in der Regel länger an.
Ist bei Sklerit und Sklerit eine Operation notwendig?
Eine Operation ist bei der Behandlung von Sklerit nur selten erforderlich. Tritt jedoch bei der schwersten Form, der nekrotisierenden Sklerit, eine starke Ausdünnung oder ein Durchbruch (Perforation) der Sklera auf, kann eine dringende Operation notwendig sein, um die Integrität des Auges zu erhalten. In einem solchen Fall wird das ausgedünnte Gebiet mit einem Transplantat („Patch“) verstärkt. Dieser Eingriff ist unerlässlich, um das Sehvermögen zu schützen.
Worauf sollte man bei der Behandlung von Episklerit und Sklerit achten?
Sowohl Episklerit als auch Sklerit können wiederkehren. Die Behandlung von Sklerit ist in der Regel langwierig, und eine regelmäßige Einnahme der Medikamente sowie konsequente Kontrolluntersuchungen sind von großer Bedeutung. Besonders bei der Anwendung von Kortison und immunsuppressiven Medikamenten ist eine engmaschige Überwachung hinsichtlich möglicher Nebenwirkungen notwendig. Liegt eine systemische Grunderkrankung vor, spielt deren Behandlung eine entscheidende Rolle bei der Kontrolle der Sklerit. Mit früher Diagnose und angemessener Therapie lassen sich in beiden Fällen gute Ergebnisse erzielen, jedoch erfordert Sklerit eine sorgfältigere und konsequentere Nachsorge.

