Tränende Augen entstehen, wenn die Tränenproduktion gestört oder der Abfluss blockiert ist. Häufige Ursachen sind Reizungen, Allergien, Infektionen oder eine Verengung des Tränenkanals. Je nach Auslöser kann die Behandlung konservativ oder chirurgisch erfolgen.

Allergien und Umwelteinflüsse wie Wind, Rauch oder trockene Luft führen oft zu einer Überproduktion von Tränenflüssigkeit. In solchen Fällen helfen antiallergische Tropfen oder eine gezielte Schutzmaßnahme gegen Reize.

Ein verengter oder verschlossener Tränenkanal kann chronisches Tränen verursachen. Hier kommen chirurgische Verfahren wie eine Tränenwegserweiterung oder eine Dakryozystorhinostomie zum Einsatz, um den natürlichen Abfluss wiederherzustellen.

Auch entzündliche Erkrankungen der Bindehaut oder des Lids können Tränenfluss verstärken. Eine genaue augenärztliche Untersuchung ist entscheidend, um die Ursache zu identifizieren und die passende Therapie einzuleiten.

DefinitionEin Zustand, bei dem Tränen aus den Augen fließen, weil die Tränendrüsen übermäßig produzieren oder die Tränen nicht richtig abgeleitet werden.
Ursachen– Augenreizung: Staub, Rauch, Chemikalien.

– Allergie: Pollen, Tierhaare.

– Trockene Augen: Übermäßige Tränenproduktion zum Schutz der Augenoberfläche.

– Infektionen: Konjunktivitis, Blepharitis.

– Verstopfung des Tränenkanals: Verengung oder Blockade der Tränenwege.

Symptome– Ständiges oder intermittierendes Tränen.

– Rötung und Schwellung.

– Unbehagen oder Stechen im Auge.

– Verschwommenes Sehen (durch starken Tränenfluss).

Diagnostische Methoden– Augenuntersuchung.

– Tests zur Überprüfung der Durchgängigkeit des Tränenkanals.

– Tests zur Beurteilung der Tränenproduktion (z. B. Schirmer-Test).

Behandlungsmethoden– Bei Allergien oder Reizungen: Antihistamin-Tropfen, Vermeiden von Reizstoffen.

– Bei Infektionen: Antibiotische oder antivirale Tropfen.

– Verstopfter Tränenkanal: Erweiterung des Kanals oder chirurgischer Eingriff.

– Bei Trockenen Augen: Künstliche Tränen.

Komplikationen– Sehprobleme.

– Augeninfektionen.

– Dauerhafte Verstopfung des Tränenkanals.

Präventionsmethoden– Meiden von Umgebungen, die Allergien auslösen können.

– Achten auf Augenhygiene.

– Rechtzeitige Behandlung von Augeninfektionen.

Risikofaktoren– Allergische Vorgeschichte.

– Höheres Alter (erhöhtes Risiko für Kanalverengung).

– Neigung zu Infektionen.

Wie entsteht Augentränen?

Die Tränenproduktion ist tatsächlich ein grundlegender Bestandteil für die Erhaltung der Augengesundheit. Unsere Tränen halten die Augenoberfläche feucht und schützen die Hornhaut (die transparente Außenschicht des Auges) vor Schäden. Dieser Tränenfilm, bestehend aus Wasser-, Lipid- (Fett-) und Muzinschichten, wird von einem Mechanismus ständig erneuert, den man mit „einer Scheibenwaschanlage an der Windschutzscheibe eines Autos“ vergleichen kann. Die Tränendrüse (Glandula lacrimalis) übernimmt dabei die Hauptrolle bei der Tränenproduktion. Die produzierte Flüssigkeit verteilt sich über die Vorderfläche des Auges und fließt dann über kleine Kanälchen (Punktum und Canaliculi) in Richtung Nase ab. Kommt es irgendwo zu einer Störung, sammelt sich die Träne im Auge und läuft über die Wangen.

Die wichtigsten Faktoren, die Augentränen auslösen, lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Trockene-Auge-Syndrom (reflektorische Tränenproduktion)
  • Allergische Reaktionen (allergische Konjunktivitis etc.)
  • Verstopfung des Tränenkanals (Nasolacrimaler Kanalverschluss)
  • Fehlstellungen der Augenlider (Ektropium, Entropium)
  • Infektionen oder Entzündungen (virale, bakterielle Konjunktivitis)
  • Umweltfaktoren (Kälte, Wind, Rauch, Chemikalien)
  • Fremdkörper oder Hornhautschäden
  • Meibom-Drüsen-Dysfunktion
  • Sinusitis, bestimmte Medikamente und systemische Erkrankungen

Jeder dieser Punkte weist komplexe Ursachen-Wirkungs-Beziehungen auf. Diese Beziehungen hängen „wie Glieder einer Kette“ zusammen. Trocknen die Augen aus, beginnt der Körper mehr Tränen zu produzieren, aber wenn die Qualität dieser Tränen nicht ausreichend ist, bleibt die Linderung aus. Es ist wie Wasser zu einem angebrannten Gericht hinzuzufügen: Man gibt zwar Wasser hinzu, aber der Geschmack kommt nicht zurück.

Wie führt das Trockene-Auge-Syndrom zu Augentränen?

Der Begriff „trockene Augen“ sorgt bei vielen Patienten für ein Paradox, das unlogisch erscheint: Wenn das Auge trocken ist, warum tränt es dann? Dies kann man mit einer laufenden Nase vergleichen, wenn man trockene, durch Heizung erwärmte Luft atmet. Trocknet die Nase aus, produziert der Körper zusätzlichen Schleim, und die Nase beginnt zu laufen. Ähnlich funktioniert es beim Auge.

  • Reflektorische Tränen: Werden die Augen nicht ausreichend befeuchtet, senden die Nerven in der Hornhaut ein Signal aus. Das Gehirn reagiert darauf mit der Anweisung „mehr Tränen produzieren“. Diese vermehrte Tränenproduktion weist jedoch oft keine ausgeglichene Lipid-Muzin-Struktur auf. Daher verdunstet die Tränenflüssigkeit schnell oder reicht nicht aus, das Auge ausreichend zu benetzen, fließt aber dennoch über.
  • Mangelnde Qualität: Bei Patienten mit Trockenen Augen ist die Qualität des Tränenfilms beeinträchtigt. Ist die oberste Fettschicht (produziert von den Meibom-Drüsen) nicht optimal, reißt der Tränenfilm schnell auf. Dieses Ungleichgewicht führt zu einem Teufelskreis.

Studien zeigen, dass Patienten mit Trockenen Augen häufig eine verzögerte, aber schließlich übermäßige reflektorische Tränenbildung aufweisen. Deshalb klagen sie sowohl über Brennen und Stechen als auch über übermäßiges Tränen.

Welche Rolle spielt die allergische Konjunktivitis beim Augentränen?

Bei der allergischen Konjunktivitis entzündet sich die Bindehaut (Konjunktiva) an der Augenoberfläche durch den Kontakt mit Allergenen wie Pollen, Staub, Tierhaaren oder chemischen Substanzen. Man kann diesen Prozess mit der Metapher „ein Abwehrsystem, das versehentlich einen Freund angreift, weil es ihn für einen Feind hält“ erklären.

  • Freisetzung von Histamin und anderen Stoffen: Treffen die Mastzellen an der Augenoberfläche auf ein Allergen, setzen sie Histamin und ähnliche Stoffe frei. Diese erweitern die Blutgefäße und verursachen Rötung, Juckreiz und natürlich vermehrtes Tränen.
  • Rötung und Juckreiz: Durch den Entzündungsprozess nimmt die Reizung auf der Augenoberfläche zu, das Innere der Augenlider und die Bindehaut können anschwellen. Patienten berichten manchmal: „Es fühlt sich an, als ob ein dünner Schleier in meinem Auge ist“ oder „als ob Sand im Auge wäre“.
  • Wässriger Ausfluss: Bei einer allergischen Reaktion sind die Tränen meist flüssig und klar. Anders als bei einer bakteriellen Infektion, wo es zu gelb-grünem Sekret kommt, dominiert hier ein klares, wässriges Tränen.

Antihistaminische Augentropfen oder kalte Kompressen können den Patienten erheblich Linderung verschaffen. Wichtig ist es, den Kontakt mit dem Allergen so weit wie möglich zu reduzieren. Beispielsweise kann das Tragen einer Brille oder Sonnenbrille in der Pollensaison draußen einen gewissen Schutz bieten.

Was passiert bei verstopften Tränenwegen?

Vergleicht man den Tränenweg mit dem Abwassersystem eines Gebäudes, so führt eine Verstopfung zu einem Überlaufen. Das gleiche Prinzip gilt hier: Die Tränen sammeln sich im Auge und laufen über die Wange.

  • Angeborene und erworbene Verstopfungen: Bei Babys kann der Tränenkanal von Geburt an unvollständig entwickelt oder durch eine Membran verschlossen sein. Meist öffnet sich dieser Kanal bis zum ersten Lebensjahr spontan. Bei Erwachsenen können Infektionen, altersbedingte Verengungen, anatomische Veränderungen der Nase oder Verletzungen zu Verstopfungen führen.
  • Klinische Anzeichen: Andauerndes Tränen, eine Schwellung am inneren Augenwinkel, häufig wiederkehrende Infektionen (z. B. Dakryozystitis) und mitunter schleimiger Ausfluss.
  • Diagnostische Methoden: Eine einfache Methode ist der „Fluoreszein-Färbetest“. Ein orange-grüner Farbstoff wird ins Auge getropft, der normalerweise über den Tränenkanal in die Nase abfließen sollte. Man beobachtet, ob der Farbstoff abfließt oder nicht. Bei Bedarf kommen radiologische Verfahren oder endoskopische Untersuchungen zum Einsatz.
  • Therapiemöglichkeiten: Massage, warme Kompressen, eine Erweiterung (Dilatation) des Kanals oder ein chirurgischer Eingriff (Dakryozystorhinostomie – DCR) können den Kanal öffnen.

Oft wundern sich Patienten: „Warum führt ein Problem zwischen Nase und Auge dazu, dass mein Auge tränt?“ Tatsächlich sind alle Systeme miteinander verbunden; der Tränenweg mündet in die Nase und schon die kleinste Blockade in diesem geschlossenen Kreislauf führt zum Abfließen der Tränen nach außen.

Wie verursachen Lidfehlstellungen verstärktes Augentränen?

Die Stellung der Augenlider sorgt – ähnlich wie ein Scheibenwischer – für die gleichmäßige Verteilung der Tränen und für deren Ableitung Richtung Tränenpünktchen. Dreht sich das Lid nach innen (Entropium) oder nach außen (Ektropium), kann dieser Mechanismus gestört sein.

  • Ektropium (Auswärtsdrehung): Das Unterlid entfernt sich vom Augapfel, wodurch die Tränen nicht in den Kanal fließen, sondern nach außen ablaufen. Bei älteren Menschen tritt dies häufig aufgrund einer Erschlaffung von Haut und Muskeln auf.
  • Entropium (Einwärtsdrehung): Wimpern reiben am Auge und reizen dadurch die Augenoberfläche. Diese Reizung führt reflexartig zu einer vermehrten Tränenproduktion. „Stellen Sie sich vor, ein Dorn sticht in Ihren Fuß; um sich zu schützen, reagieren Sie. Das Auge reagiert ebenfalls mit gesteigerter Tränenproduktion.“

Eine lidchirurgische Korrektur kann diese Fehlstellungen beheben und das Tränenproblem lösen. In fortgeschrittenen Fällen kann es sogar zu ernsthaften Hornhautschäden kommen, daher sollte man es nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Wie verstärken Infektionen und Entzündungen das Augentränen?

Bei Entzündungen wie Konjunktivitis, Keratitis oder Uveitis werden die Abwehrmechanismen des Auges aktiviert. Beispielsweise führt eine virale Konjunktivitis (insbesondere durch Adenoviren) zu Tränenfluss, Verklebungen, Rötung und erhöhter Lichtempfindlichkeit (Photophobie). Bei bakterieller Konjunktivitis tritt in der Regel ein eitriger (eiterhaltiger) Ausfluss auf.

  • Virale Konjunktivitis: Sehr ansteckend und breitet sich über Niesen oder Handkontakt rasch aus. Neben Tränenfluss kommt es oft zu starkem Brennen, Juckreiz und klarem Ausfluss.
  • Bakterielle Konjunktivitis: Dickflüssiger, gelblich-grüner Ausfluss ist charakteristisch. Auch hier kann es tränen, doch ist das Sekret weniger klar als bei allergischer oder viraler Konjunktivitis.
  • Behandlung und Nachsorge: Virale Konjunktivitis heilt meist mit unterstützenden Maßnahmen (kalte Kompressen, künstliche Tränen etc.) aus. Bei bakteriellen Infektionen werden antibiotische Augentropfen eingesetzt.

Bei einer Beteiligung der Hornhaut (Keratitis) können starke Schmerzen, verschwommenes Sehen und Lichtempfindlichkeit hinzukommen. Hier sollte zügig ein Augenarzt aufgesucht werden.

Wie lösen Umweltfaktoren Augentränen aus?

Stellen Sie sich vor, Sie gehen bei starkem Wind nach draußen. Der Wind beschleunigt die Verdunstung des Tränenfilms. Trocknet das Auge aus, wird reflektorisch mehr Tränenflüssigkeit gebildet. Chemische Dämpfe, Zigarettenrauch, Luftverschmutzung oder sehr grelles Licht reizen das Auge zusätzlich.

  • Wind und Kälte: Sie trocknen die Hornhaut aus und steigern so die reflektorische Tränenproduktion.
  • Luftverschmutzung und Staub: Reizen das Auge. Mitunter sind Pollen, mitunter feine Partikel (PM2.5) verantwortlich.
  • Geschlossene Räume: Klimaanlagen oder Heizungen reduzieren die Luftfeuchtigkeit, wodurch Tränen schneller verdunsten.

All diese Einflüsse sind „äußere Faktoren, die den Schutzschild des Auges schwächen“. Wer zudem viel Zeit vor digitalen Bildschirmen verbringt, blinzelt seltener, wodurch die Augenoberfläche mehr austrocknet – mit ähnlichen Konsequenzen.

Was geschieht bei Fremdkörpern und Hornhautschäden?

Gelangen Staub, Wimpern oder Sand ins Auge, produziert der Körper sofort vermehrt Tränen. Dies kann man als „Selbstreinigung des Auges“ verstehen. Reibt der Fremdkörper am Auge, kann dies zu einer Hornhautabschürfung (Erosion) führen. Betroffene beschreiben den Schmerz mitunter so stark, „als ob ein Messer im Auge“ oder „als ob eine Nadel sticht“.

  • Plötzlicher Beginn: Wenn das Auge plötzlich tränt und schmerzt, sollte immer ein Fremdkörper in der Hornhaut oder Konjunktiva in Betracht gezogen werden.
  • Sehverschlechterung: Bei einer Hornhautverletzung treten oft verschwommenes Sehen, Lichtempfindlichkeit, Schmerzen und Tränenfluss auf.
  • Behandlung: Befindet sich der Fremdkörper oberflächlich, kann der Augenarzt ihn mit einem Wattestäbchen oder speziellen Instrumenten entfernen. Durch das Färben der Hornhaut mit speziellen Farbstoffen kann eine Verletzung sichtbar gemacht und anschließend mit geeigneten Augentropfen behandelt werden.

Bei solchen Verletzungen ist das vermehrte Tränen ein „Notruf“ des Auges; je früher das Problem erkannt und behoben wird, desto geringer ist das Risiko bleibender Schäden.

Trägt eine Meibom-Drüsen-Dysfunktion zum Augentränen bei?

Die Meibom-Drüsen befinden sich an den Lidrändern und produzieren Lipide (Fette). Diese Fettschicht bildet die oberste Schicht des Tränenfilms und verlangsamt die Verdunstung der darunterliegenden wässrigen Phase. Funktionieren diese Drüsen aus irgendeinem Grund nicht richtig, verdunstet die Tränenflüssigkeit schneller, das Auge trocknet aus – und produziert noch mehr Tränen.

  • Blepharitis und Meibom-Drüsen-Dysfunktion: Entzündungen des Lidrandes und verstopfte Drüsenausgänge verschlechtern die Qualität der Fette. Die Patienten klagen sowohl über „Verkrustungen am Lidrand, schuppige Ablagerungen an den Wimpern“ als auch über „vermehrtes Tränen“.
  • Therapieansatz: Warme Kompressen, Lidrandhygiene (mit speziellen Shampoos oder Lösungen) und, falls nötig, medikamentöse Behandlung (antibiotische oder entzündungshemmende Tropfen, Salben). Dies erfordert oft Geduld und konsequente Anwendung über einen längeren Zeitraum.

Man kann diesen Vorgang mit einem „Auto ohne ausreichendes Motoröl“ vergleichen. Funktioniert die Schmierung nicht richtig, hat das Auto verschiedene Probleme. Genauso führt eine gestörte Lipidabgabe der Meibom-Drüsen zu einem unausgewogenen Tränenfilm, was Tränenfluss und weitere Beschwerden auslösen kann.

Spielt Sinusitis eine Rolle beim Augentränen?

Entzündungen in den Nasennebenhöhlen können Druck und Verstopfungen im Nasenbereich verursachen. Engstellen oder Blockaden dort, wo der nasolacrimale Kanal in die Nase mündet, können den Tränenabfluss behindern. Insbesondere bei chronischer Sinusitis können Patienten auch aufgrund von Augentränen einen Arzt aufsuchen. Hierbei sollte die Nasenanatomie und die Situation der Nasennebenhöhlen berücksichtigt werden.

Probleme, die von den Nebenhöhlen ausgehen, sind wie „immer enger werdende Wege in einem unberührten Wald“; wenn die Wege verengt sind, gerät der Transport ins Stocken und die Tränen können nicht ordnungsgemäß in die Nase abfließen, sondern laufen nach außen. Daher ist gelegentlich eine Zusammenarbeit mit einem HNO-Arzt (Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde) nötig.

Welche Medikamente können Augentränen verursachen?

Manche Medikamente beeinflussen die Tränenproduktion direkt oder indirekt. So können etwa Chemotherapeutika, bestimmte Augentropfen (z. B. Pilocarpin) oder Antipsychotika eine reflektorische Tränenbildung hervorrufen. Auch Betablocker oder Diuretika (die zur Ausscheidung von Wasser beitragen) beeinträchtigen die Qualität des Tränenfilms und können den Kreislauf „Trockenheit, gefolgt von reflektorischem Tränen“ in Gang setzen.

Bei der Bewertung solcher Nebenwirkungen sollte man stets bedenken: „Jeder Organismus reagiert anders auf Medikamente.“ Tritt eine verstärkte Tränenbildung nach der Einnahme eines neuen Medikaments auf, sollte man sich an den behandelnden Arzt oder einen Augenarzt wenden.

Welche einfachen Maßnahmen können zu Hause ergriffen werden?

Manchmal lässt sich Augentränen mit einfachen Mitteln in den Griff bekommen. Ähnlich wie bei einem tropfenden Wasserhahn kann es reichen, nur die Dichtung zu wechseln.

  • Wärme- oder Kältekompressen:

Wärme: Bei Blepharitis, Verstopfung der Meibom-Drüsen oder trockenheitsbedingtem Tränen erleichtert Wärme das Lösen von verstopften Drüsenausgängen und steigert die Fettproduktion.

Kälte: Bei allergischer Konjunktivitis wirkt eine kalte Kompresse entzündungshemmend und lindert Rötung sowie Juckreiz.

  • Lidrandhygiene:

Regelmäßiges Reinigen des Lidrandes mit speziellen Gelen, Babyshampoo oder Produkten mit Teebaumöl hilft, Blepharitis zu kontrollieren.

  • Künstliche Tränen:

Sie werden besonders bei Trockenen Augen eingesetzt und sorgen dafür, dass die Hornhaut feucht bleibt. Konservierungsmittelfreie Produkte reizen die Augenoberfläche oft weniger.

  • Omega-3-Präparate und ausgewogene Ernährung:

Fisch, Leinsamen oder Walnüsse verbessern die Qualität der Lipidschicht im Tränenfilm.

  • Allergene meiden:

In der Pollensaison draußen eine Sonnenbrille tragen, Raumluftreiniger nutzen, Teppiche und Textilien regelmäßig reinigen – all das kann helfen.

  • Bildschirmpausen:

Die 20-20-20-Regel (alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf einen Punkt in etwa 6 Meter Entfernung schauen) erinnert daran, häufiger zu blinzeln.

Mit solchen Maßnahmen lassen sich leichte bis mittelschwere Fälle oft deutlich lindern. Ist die Symptomatik jedoch lang anhaltend oder sehr ausgeprägt, sollte ein Facharzt aufgesucht werden.

Wann sollte man unbedingt einen Spezialisten aufsuchen?

Meist ist Augentränen harmlos und lässt sich mit einfachen Methoden beheben. Folgende Anzeichen jedoch sind mögliche „Alarmsignale“:

  • Deutliche Sehverschlechterung oder plötzliches Doppeltsehen:

Ein plötzlicher Abfall der Sehleistung, Verschwommensehen oder Doppelbilder können auf ernste Probleme der Netzhaut oder Hornhaut hindeuten.

  • Starke Augenschmerzen oder Kopfschmerzen:

Könnte ein Zeichen für einen akuten Glaukomanfall oder eine Keratitis sein.

  • Ausgeprägte Rötung, Lichtscheu (Photophobie) und starkes Tränen:

Spricht für Uveitis, Keratitis oder schwere Infektionen.

  • Schwellung, Wärmegefühl und Druckschmerz um das Auge herum:

Kann auf eine Orbital-/Periorbitalzellulitis oder eine schwere Dakryozystitis hinweisen.

  • Chronisches, wiederkehrendes Tränen und Verklebungen:

Verengte oder blockierte Tränenwege oder Lidfehlstellungen, die operiert werden müssen, sind möglich.

  • Gelb-grüner Ausfluss und Verkrustungen neben Tränenfluss:

Deutet auf eine bakterielle Konjunktivitis oder Keratitis hin, die behandelt werden sollte.

Wer Probleme mit den Augen vernachlässigt, riskiert unter Umständen bleibende Sehstörungen. Daher sollte man bei einer Verschlimmerung der Symptome nicht darauf vertrauen, dass „jedes Tränen harmlos ist“, sondern rechtzeitig ärztlichen Rat einholen.

Wie wird Augentränen behandelt?

Die Therapie hängt in erster Linie davon ab, welche Ursache zugrunde liegt. Ähnlich wie „man bei Bauchschmerzen erst die Ursache finden muss, bevor man ein beliebiges Medikament verabreicht“, ist es beim Tränenfluss schwierig, ohne eine genaue Diagnose zu einem Ergebnis zu kommen. Deshalb sind eine Untersuchung und ggf. weitere Tests (Tränenwegdarstellung, Hornhautfärbung, Infektionstests etc.) nötig.

Medikamentöse Behandlung:

  • Antihistamin-Tropfen bei allergiebedingtem Tränen,
  • Antibiotika-Tropfen bei bakteriellen Infektionen,
  • Künstliche Tränen, entzündungshemmende Tropfen bei Trockenen Augen,
  • Warme Kompressen + topische Therapien bei Meibom-Drüsen-Dysfunktion,
  • Gegebenenfalls systemische Medikamente (z. B. bei schwerer Rosazea, Sjögren-Syndrom etc.).

Chirurgische Behandlung:

  • Bei Verstopfung des Tränenkanals können eine Ballondilatation oder ein chirurgischer Eingriff (DCR) durchgeführt werden.
  • Fehlstellungen der Augenlider (Ektropium, Entropium) lassen sich mittels Lidchirurgie korrigieren.
  • Bei Fremdkörpern oder Schäden an der Hornhaut kommen entsprechende chirurgische oder Laser-Verfahren zum Einsatz.

Manche Fälle erfordern eine Kombination verschiedener Therapien. Leidet ein Patient beispielsweise gleichzeitig an einer Meibom-Drüsen-Dysfunktion und einer allergischen Konjunktivitis, können sowohl Lidrandhygiene als auch Antihistamin-Tropfen zum Einsatz kommen.

Welche Änderungen des Lebensstils können helfen, Augentränen vorzubeugen?

Häufig möchten Patienten wissen: „Wie viel Wasser soll ich trinken, wie kann ich meine Augen ausruhen?“ Grundsätzlich wirken sich alle Maßnahmen, die der allgemeinen Gesundheit zugutekommen, auch positiv auf die Augengesundheit aus.

  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Was für Haut und Lippen gilt, fördert auch die Qualität des Tränenfilms.
  • Regelmäßiger Schlaf: Während des Schlafs erholt sich die Augenoberfläche, Schäden am Tränenfilm werden repariert.
  • Rauch- und Nikotinvermeidung: Zigarettenrauch schädigt die Augenoberfläche direkt und begünstigt trockene Augen.
  • Bewusster Umgang mit Augen-Make-up: Vor allem Produkte wie Mascara, Eyeliner oder Kajal sollten nicht an der Lidinnenseite aufgetragen werden, um ein Verstopfen der Meibom-Drüsen zu vermeiden. Auch das Abschminken vor dem Schlafengehen ist äußerst wichtig.
  • Bildschirmarbeit mit Pausen unterbrechen: Wer lange am Computer, Tablet oder Smartphone arbeitet, blinzelt seltener. Häufige Pausen sind unerlässlich, um die Augenoberfläche feucht zu halten.

All diese Schritte schützen das „natürliche Gleichgewicht“ des Auges. Man sollte nicht vergessen, dass die Tränenproduktion nicht nur lokal, sondern auch eng mit der allgemeinen Gesundheit des Körpers verbunden ist.

Welche rezeptfreien Produkte können bei Augentränen hilfreich sein?

In Apotheken sind einige Produkte ohne Rezept erhältlich, die bei leichten bis mittelschweren Formen von Augentränen Linderung bringen:

  • Künstliche Tränen: Sie existieren in unterschiedlichen Viskositäten und Formulierungen. Auch wenn sie rezeptfrei erhältlich sind, ist eine Rücksprache mit einem Fachmann vor regelmäßiger Anwendung sinnvoll.
  • Antihistaminische Augentropfen: Bieten bei allergiebedingtem Tränen kurzfristige Linderung. Bei längerer Anwendung sollte jedoch ärztlicher Rat eingeholt werden.
  • Schutzbrillen: Sie bewahren die Augen vor Staub und Wind und verringern die Verdunstung der Tränen.
  • Wärmende Masken oder Kompressensets: Besonders nützlich bei Meibom-Drüsen-Dysfunktion und Blepharitis.

Viele dieser Produkte „kontrollieren die Symptome“; liegt jedoch eine schwerwiegende Grunderkrankung vor, kann man das Problem allein damit nicht endgültig lösen.

Wie geht man mit Augentränen um?

Augentränen ist ein vielschichtiges Phänomen, das sehr unterschiedliche Ursachen haben kann. Mitunter handelt es sich nur um eine einfache Allergie; manchmal weist es aber auch auf eine ernsthafte Tränenwegverstopfung hin. Wichtig ist es, wie bei der Suche nach dem Grund für das „Überhitzen eines Autos“, die richtige Diagnose zu stellen. Ein Augenarzt kann durch eine gründliche Untersuchung und ggf. weitere Tests die Ursache klären und die passende Therapie einleiten.

Wird die Augengesundheit vernachlässigt, können schwer rückgängig zu machende Probleme auftreten. Bei leichtem und gelegentlichem Tränen helfen oft schon Maßnahmen zu Hause und rezeptfreie Produkte. Wird das Tränen jedoch stärker, beeinträchtigt das Sehen, geht mit Schmerzen einher oder tritt ständig wieder auf, dann ist es „höchste Zeit, einen Spezialisten aufzusuchen“.

Regelmäßige Augenuntersuchungen sind überdies nicht nur zum Thema Augentränen ratsam, sondern auch, um mögliche Erkrankungen wie Grünen Star (Glaukom), diabetesbedingte Netzhautschäden oder die Makuladegeneration rechtzeitig zu erkennen.

Man darf nicht vergessen, dass Augentränen manchmal nur ein harmloses und vorübergehendes Problem, manchmal aber auch ein „Hilferuf“ des Körpers ist. Werden die Ursachen durch einen Arzt richtig abgeklärt und entsprechende Schritte eingeleitet, lässt sich das Problem in der Regel in den Griff bekommen. Die Augen sind unsere wichtigsten Sinnesorgane für den visuellen Kontakt zur Welt – sie zu schützen und gut zu pflegen sollte daher oberste Priorität haben.

Aktualisierungsdatum: 30.08.2025

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