Weitsichtigkeit ist ein Brechungsfehler, der dadurch gekennzeichnet ist, dass nahe gelegene Objekte aufgrund der strukturellen Eigenschaften des Auges nicht klar gesehen werden können. Da das Licht hinter der Netzhaut fokussiert wird, werden insbesondere kleine Schriften und detaillierte Arbeiten erschwert. Sie kann durch Brillen oder Laserbehandlung korrigiert werden.
Zu den Symptomen der Weitsichtigkeit gehören verschwommenes Sehen, Augenmüdigkeit, Kopfschmerzen und Schwierigkeiten beim Lesen. Bei Kindern besteht auch ein Risiko für die Entwicklung von Schielen. Regelmäßige Augenuntersuchungen sind für eine frühzeitige Diagnose und Behandlung erforderlich.
Leichte Formen der Weitsichtigkeit können über lange Zeit unbemerkt bleiben. Bei schulpflichtigen Kindern kann sie jedoch den schulischen Erfolg beeinträchtigen. Bei Erwachsenen verursacht sie Unannehmlichkeiten bei Tätigkeiten, die längere Konzentration erfordern.
Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören Brillen, Kontaktlinsen und Laserchirurgie. Die am besten geeignete Methode wird je nach Augenstruktur bestimmt. Besonders im fortgeschrittenen Alter, wenn der Bedarf an Lesebrillen zunimmt, ist eine regelmäßige Kontrolle wichtig.
| Medizinischer Begriff | Hyperopie |
| Häufigkeit | Häufig in der Kindheit, kann sich mit dem Alter bessern oder dauerhaft bleiben |
| Risikofaktoren | Genetische Veranlagung, kleine Augenstruktur (kurze Achslänge) |
| Symptome | Schwierigkeiten beim Nahsehen, Augenmüdigkeit, Kopfschmerzen, verschwommenes Sehen |
| Komplikationen | Schielen (besonders bei Kindern), Amblyopie (Sehschwäche) |
| Diagnosemethoden | Autorefraktometrie, Retinoskopie, Augenuntersuchung |
| Behandlungsoptionen | Brille, Kontaktlinsen, refraktive Chirurgie (LASIK, PRK) |
| Chirurgische Indikationen | Starke Hyperopie, Unverträglichkeit von Brillen oder Kontaktlinsen |
| Präventionsmethoden | Nicht vermeidbar; frühzeitige Diagnose und regelmäßige Augenuntersuchungen sind wichtig |
Was ist Weitsichtigkeit?
Weitsichtigkeit ist ein Brechungsfehler, bei dem nahe Objekte verschwommen und entfernte Objekte klarer gesehen werden. Sie entsteht, wenn das Bild aufgrund der Augenstruktur hinter der Netzhaut fokussiert wird. Bei Kindern kann eine leichte Hyperopie natürlich auftreten, aber in höheren Graden kann sie Kopfschmerzen, Augenmüdigkeit und Schwierigkeiten beim Lesen verursachen. Die Diagnose erfolgt durch eine Augenuntersuchung. Zur Behandlung werden Brillen, Kontaktlinsen oder refraktive chirurgische Verfahren eingesetzt.
Was verursacht Weitsichtigkeit und welche Strukturen des Auges begünstigen ihre Entstehung?
Der Hauptgrund für das Auftreten der Weitsichtigkeit liegt meist in bestimmten strukturellen Unterschieden unseres Auges. Am häufigsten ist das Auge in der Längsachse von vorne nach hinten etwas kürzer als normal. Wenn man sich das Auge wie einen Ball vorstellt, kann man sich diesen Ball etwas abgeflacht vorstellen. Aufgrund dieser Kürze wird das Licht nicht auf der Netzhaut, sondern hinter ihr fokussiert.
Ein weiterer häufiger Grund ist, dass die Brechkraft der äußeren transparenten Schicht des Auges, der Hornhaut, oder der Linse im Inneren des Auges nicht ausreicht. Das bedeutet, dass die Hornhaut oder Linse das Licht nicht stark genug brechen kann, um es auf die Netzhaut zu fokussieren. Dies liegt oft daran, dass die Hornhaut flacher ist als normal. Seltener kann auch eine Verminderung der Brechkraft der Linse oder eine veränderte Position der Linse im Auge zu Weitsichtigkeit führen. Kurz gesagt, Weitsichtigkeit entsteht durch ein Missverhältnis zwischen der optischen Brechkraft des Auges und seiner Länge.
Was sind die allgemeinen Symptome der Weitsichtigkeit?
Weitsichtigkeit kann sich auf verschiedene Weise bemerkbar machen. Auch wenn jeder Mensch unterschiedliche Erfahrungen macht, treten einige häufige Symptome regelmäßig auf. Zu den am häufigsten beobachteten allgemeinen Symptomen der Weitsichtigkeit gehören:
- Verschwommenes Sehen von nahegelegenen Objekten (z. B. Bücher, Telefon)
- Gefühl von Müdigkeit und Schmerzen in den Augen, insbesondere nach Naharbeit
- Kopfschmerzen nach häufiger oder lang andauernder Nahfokussierung
- Bedürfnis, die Augen zusammenzukneifen oder zu reiben, um klarer zu sehen
- Schwierigkeiten oder Unlust beim Fokussieren auf nahe Tätigkeiten
- Zeilenverwechslungen oder schnelle Ermüdung beim Lesen
- Verschwommenes Sehen auch in der Ferne bei starker Weitsichtigkeit
Wenn Sie eines oder mehrere dieser Symptome erleben, kann eine Augenuntersuchung hilfreich sein.
Unterscheiden sich die Symptome der Weitsichtigkeit bei Kindern von denen bei Erwachsenen?
Ja, die Symptome der Weitsichtigkeit bei Kindern können im Vergleich zu Erwachsenen etwas anders sein und manchmal schwerer zu erkennen. Der Hauptgrund dafür ist, dass die Augenlinsen von Kindern sehr flexibel sind und somit über eine starke Fähigkeit zur Fokussierung (Akkommodation) verfügen. Durch diese starke Fokussierung können viele Kinder – insbesondere bei leichter oder mittlerer Hyperopie – den Zustand selbst ausgleichen und sowohl in der Nähe als auch in der Ferne scharf sehen.
Dieses ständige „Überarbeiten“ der Augen kann sich jedoch auf indirekte Weise bemerkbar machen. Selbst wenn Ihr Kind sagt, dass es gut sieht, kann es eine Abneigung gegen Aktivitäten in der Nähe wie Lesen oder Spielen haben, schnell das Interesse verlieren oder Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren. Wenn es häufig die Augen reibt, sie zusammenkneift oder insbesondere abends über Kopfschmerzen klagt, können dies versteckte Anzeichen von Weitsichtigkeit sein. In schwereren und unentdeckten Fällen können ernstere Probleme wie Schielen oder eine reduzierte Sehkraft eines Auges (Amblyopie) auftreten. Deshalb sind regelmäßige Augenuntersuchungen bei Kindern sehr wichtig.
Was sind die Symptome der Weitsichtigkeit bei Erwachsenen und wie verändern sie sich mit zunehmendem Alter?
Bei Erwachsenen beginnt die Weitsichtigkeit meist mit Schwierigkeiten beim klaren Sehen in der Nähe. Häufige Beschwerden sind verschwommene Buchstaben beim Lesen, Arbeiten am Computer oder beim Blick auf das Handy, Anstrengung beim Sehen, Müdigkeit und Schmerzen in den Augen sowie Kopfschmerzen, besonders später am Tag oder nach längerer Naharbeit.
Mit zunehmendem Alter – insbesondere ab dem 40. Lebensjahr – können diese Symptome ausgeprägter werden oder auch bei Personen auftreten, die zuvor keine Probleme hatten. Der Grund dafür ist, dass die natürliche Elastizität der Augenlinse mit dem Alter nachlässt und die Fähigkeit, auf nahe Objekte zu fokussieren (Akkommodation), abnimmt. Dieser Zustand wird als „Presbyopie“ bezeichnet und ist ein natürlicher Bestandteil des Alterungsprozesses. Eine zuvor unbemerkte oder kompensierte (latente) Weitsichtigkeit kann durch das Einsetzen der Presbyopie nicht mehr ausgeglichen werden und tritt nun zutage. In solchen Fällen verstärken sich die Nahsichtprobleme, man benötigt plötzlich eine Lesebrille, auch wenn zuvor keine notwendig war, und es kann sogar zu einer leichten Unschärfe in der Fernsicht kommen.
Verändern sich die Symptome je nach Schweregrad der Weitsichtigkeit?
Ja, der Schweregrad der Weitsichtigkeit, also die Dioptrienzahl, beeinflusst Art und Intensität der Symptome maßgeblich. Augenärzte messen die Weitsichtigkeit in einer Einheit namens „Dioptrie“ (D).
- Bei leichter Weitsichtigkeit (bis +2,00 Dioptrien) bemerken insbesondere junge Menschen und Kinder meist keine Beschwerden. Ihre natürliche Fokussierungsfähigkeit gleicht diesen leichten Fehler problemlos aus. Nach längerer Naharbeit wie Lesen oder Computerarbeit kann es jedoch zu leichter Ermüdung oder gelegentlich zu Kopfschmerzen kommen.
- Bei mittlerer Weitsichtigkeit (+2,25 bis +5,00 Dioptrien) werden die Symptome deutlicher. Es wird schwieriger, nahe Objekte klar zu sehen, Texte erscheinen verschwommen. Beschwerden wie Augenmüdigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten treten häufiger und unangenehmer auf. Bei Kindern kann unbehandelte Weitsichtigkeit in diesem Bereich die Aufmerksamkeit und das Lernen negativ beeinflussen.
- Bei starker Weitsichtigkeit (ab +5,25 Dioptrien) ist die Situation ernster. Betroffene sehen nicht nur in der Nähe, sondern auch in der Ferne verschwommen. Augenmüdigkeit und Kopfschmerzen sind meist intensiver und anhaltender. Bei Kindern besteht bei starker Hyperopie ein erhöhtes Risiko für Schielen und Amblyopie (Sehschwäche). Daher sind frühzeitige Diagnose und geeignete Behandlung von entscheidender Bedeutung.
Was ist latente Weitsichtigkeit und welche Symptome verursacht sie?
Latente Weitsichtigkeit ist – wie der Name schon andeutet – eine Form der Hyperopie, die durch die Fokussierungsanstrengung des Auges (Akkommodation) zeitweise „versteckt“ oder ausgeglichen wird. Besonders bei jungen Menschen und Kindern sind die Augenmuskeln so stark, dass sie vorhandene Weitsichtigkeit unbewusst kontinuierlich kompensieren. So kann man bei einer normalen Sehtestuntersuchung problemlos Buchstaben lesen und es scheint, als bestünde kein Problem.
Doch diese ständige und zusätzliche Anstrengung ist für die Augen sehr ermüdend. Daher können Personen mit latenter Hyperopie trotz guter Sehschärfe über den Tag hinweg oder besonders nach längerer Naharbeit (z. B. Lesen, Computerarbeit) über Beschwerden klagen. Zu den Symptomen gehören Augenmüdigkeit, dumpfer Schmerz in Augen und Kopf, Konzentrationsprobleme und gelegentlich kurzfristige Episoden verschwommenen Sehens. Bei Kindern kann sich dies in Unlust beim Lernen oder Lesen, Konzentrationsmangel oder Hyperaktivität äußern. Die zuverlässigste Methode zur Feststellung einer latenten Hyperopie ist eine detaillierte Augenuntersuchung mit speziellen Augentropfen, die die Fokussierungsmuskulatur vorübergehend entspannen.
Welche Symptome wie Augenmüdigkeit und Kopfschmerzen sind mit Weitsichtigkeit verbunden?
Bei Weitsichtigkeit sind Augenmüdigkeit – medizinisch als Asthenopie bezeichnet – und damit verbundene Kopfschmerzen häufige Beschwerden. Der Hauptgrund hierfür ist, dass das hyperope Auge ständig übermäßig viel Anstrengung aufbringen muss, um ein klares Bild zu erhalten, d. h. eine übermäßige Akkommodation leistet. Die kleinen Muskeln im Auge (Ziliarmuskeln) versuchen, durch Erhöhung der Brechkraft der Linse das Bild auf die Netzhaut zu projizieren. Dieser dauerhafte Kontraktionszustand führt mit der Zeit – wie bei anderen Muskeln auch – zur Ermüdung der Augenmuskulatur.
Augenmüdigkeit äußert sich meist in Form eines Schweregefühls in und um die Augen, Brennen, Stechen, Trockenheit oder im Gegenteil übermäßiger Tränenfluss. Besonders nach längerem Lesen, Computerarbeit oder Tätigkeiten mit feinen Details werden diese Empfindungen stärker. Kopfschmerzen treten typischerweise im Stirnbereich oder an den Schläfen auf; manchmal handelt es sich um pochende oder drückende Schmerzen, die sich über den gesamten Kopf ausbreiten können. Diese Schmerzen treten meist in den späteren Tagesstunden oder direkt nach anstrengender visueller Tätigkeit auf. Da solche Symptome die Lebensqualität beeinträchtigen können, ist es wichtig, die zugrunde liegende Ursache von einem Augenarzt abklären zu lassen.
Wer ist gefährdet, eine Weitsichtigkeit zu entwickeln?
Weitsichtigkeit kann in jedem Alter und bei jeder Person auftreten, jedoch gibt es einige Faktoren, die das Risiko einer Hyperopie erhöhen können. Zu den wichtigsten Risikofaktoren gehören:
- Familiäre Vorbelastung mit Weitsichtigkeit (genetische Veranlagung)
- Bestimmte genetische Syndrome wie das Down-Syndrom
- Fortgeschrittenes Alter (Weitsichtigkeit kann sich mit Presbyopie verstärken)
- Rauchen der Mutter während der Schwangerschaft (erhöhtes Risiko für das Kind)
- Frühgeburt (zu frühe Geburt des Babys)
- Niedriges Geburtsgewicht
- Systemische Erkrankungen wie Diabetes
- Bestimmte frühere Augenoperationen oder Traumata
Das Vorliegen eines oder mehrerer dieser Faktoren bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass man Weitsichtig wird.
Wie wird Weitsichtigkeit diagnostiziert und welche Untersuchungsmethoden werden verwendet?
Die Diagnose einer Weitsichtigkeit wird durch eine sorgfältige und umfassende Augenuntersuchung durch einen Facharzt für Augenheilkunde gestellt. Ein einfacher Sehtest (Messung der Sehschärfe) reicht möglicherweise nicht aus, um insbesondere bei Kindern oder jungen Erwachsenen eine versteckte Weitsichtigkeit zu erkennen.
Bei einer ausführlichen Untersuchung werden zunächst Informationen über Ihre und Ihre familiäre Krankengeschichte gesammelt und Ihre Beschwerden erfragt. Anschließend werden verschiedene Tests durchgeführt. Ihre Sehschärfe wird für verschiedene Entfernungen gemessen. Danach erfolgt eine Refraktionsuntersuchung, um den Brechungsfehler genau zu bestimmen. Diese kann mithilfe eines automatischen Geräts (Autorefraktometer) objektiv gemessen oder mittels Retinoskopie mit einer speziellen Lichtquelle und verschiedenen Linsen manuell überprüft werden.
Bei Kindern, Jugendlichen oder Personen, deren Beschwerden nicht mit den gemessenen Werten übereinstimmen, werden sogenannte „zykloplegische“ Augentropfen verwendet, um die natürliche Akkommodation des Auges vorübergehend auszuschalten. Damit kann der tatsächliche Brechungsfehler – einschließlich versteckter Hyperopie – genau festgestellt werden. Zusätzlich wird mit einem sogenannten Spaltlampenmikroskop (Biomikroskop) der vordere und hintere Augenabschnitt detailliert untersucht, um die allgemeine Augengesundheit zu beurteilen.
Gibt es verschiedene Arten und Klassifikationen der Weitsichtigkeit?
Ja, um die Weitsichtigkeit besser zu verstehen und den Therapieansatz zu bestimmen, werden verschiedene Klassifikationen verwendet. Die bekannteste und am häufigsten genutzte Klassifikation richtet sich nach dem „Schweregrad“ der Hyperopie: Sie wird in niedrige, mittlere und hohe Hyperopie eingeteilt. Dies basiert auf dem Dioptriewert Ihrer Brillenstärke.
Ein weiterer wichtiger Unterschied betrifft die Rolle der Akkommodation bei diesem Zustand. In diesem Zusammenhang spricht man von „latenter“ Hyperopie – dem Teil, der durch die eigene Anstrengung des Auges kompensiert wird. Die „manifeste“ Hyperopie ist der Anteil, der trotz dieser Anstrengung bestehen bleibt. Diese kann weiter unterteilt werden in einen „fakultativen“ Teil, der durch zusätzliche Anstrengung überwunden werden kann, und einen „absoluten“ Teil, der nicht mehr kompensierbar ist. Der mit Hilfe von Augentropfen vollständig gemessene Wert wird als „totale Hyperopie“ bezeichnet.
Außerdem kann die Hyperopie auch nach ihrer Ursache als einfach (physiologisch), pathologisch oder funktionell klassifiziert werden. Die einfache Hyperopie ist die häufigste Form und beruht meist auf als normal geltenden strukturellen Besonderheiten des Auges. Pathologische Hyperopie hingegen entsteht durch Erkrankungen, Traumata oder eine abnormale Entwicklung des Auges. Diese Klassifikationen helfen dabei, den Zustand besser zu definieren und die am besten geeignete Behandlungsstrategie zu entwickeln.
Welche Komplikationen können bei unbehandelter Weitsichtigkeit auftreten?
Weitsichtigkeit kann insbesondere bei hohen Dioptrienwerten oder wenn sie im Kindesalter unentdeckt und unbehandelt bleibt, zu unerwünschten Begleiterscheinungen und Sehproblemen führen. Daher ist eine frühzeitige Diagnose und gegebenenfalls Behandlung sehr wichtig. Mögliche Komplikationen unbehandelter Weitsichtigkeit sind:
- Sehschwäche (Amblyopie): Besonders bei Kindern kann bei ungleicher Dioptrienzahl oder beidseitiger hoher Hyperopie das Gehirn das besser sehende Auge bevorzugen, wodurch sich das andere Auge nicht ausreichend entwickelt. Dies kann zu dauerhaft eingeschränktem Sehen führen.
- Schielen (Strabismus): Kinder mit hoher Weitsichtigkeit versuchen stark zu fokussieren, um klar sehen zu können. Diese übermäßige Akkommodation kann zu einer Einwärtsschielung (akkommodative Esotropie) führen.
- Chronische Augenmüdigkeit und Kopfschmerzen: Der ständige Versuch, scharf zu sehen, führt zu Augenbelastung, Schmerzen und häufigen Kopfschmerzen, was die Lebensqualität beeinträchtigen und insbesondere die schulischen Leistungen von Kindern negativ beeinflussen kann.
- Lernschwierigkeiten: Unkorrigierte Weitsichtigkeit bei Kindern kann zu Problemen beim Lesen, Lernen und zu Aufmerksamkeitsstörungen führen.
- Risiko eines Engwinkelglaukoms: Die anatomischen Besonderheiten eines hyperopen Auges (kürzere Augapfellänge und engerer Kammerwinkel) können im Alter das Risiko für ein Engwinkelglaukom erhöhen – eine ernste Form von grünem Star.
Wie entwickelt sich Weitsichtigkeit im Laufe der Zeit und wie beeinflusst das Altern diesen Zustand?
Die Entwicklung der Weitsichtigkeit im Laufe der Zeit variiert von Person zu Person. Viele Babys sind bei der Geburt leicht weitsichtig. Dies ist eigentlich ein normaler Teil der Augenentwicklung. Wenn der Augapfel wächst und sich entwickelt, nimmt der Grad der Hyperopie in der Regel von selbst ab oder verschwindet vollständig. Dieser natürliche Prozess wird „Emmetropisierung“ genannt und dauert in der Regel bis zum Schulalter an.
Bei einigen Kindern kann die Weitsichtigkeit jedoch bestehen bleiben. Im jungen Erwachsenenalter kann eine leichte oder mittlere Weitsichtigkeit aufgrund der starken Fokussierungsfähigkeit (Akkommodation) des Auges unbemerkt bleiben; die Person gleicht dies durch die Nutzung der Augenmuskulatur aus. Dies ist als „latente Weitsichtigkeit“ bekannt.
Mit zunehmendem Alter, insbesondere nach dem 40. Lebensjahr, beginnt eine altersbedingte Nahsehschwäche, die als „Presbyopie“ bekannt ist. Die Augenlinse verliert an Elastizität, und es wird schwieriger, auf nahe Objekte zu fokussieren. In dieser Phase wird eine zuvor verborgene Weitsichtigkeit sichtbar. Die betroffene Person hat Schwierigkeiten, sowohl die bestehende Hyperopie als auch die Presbyopie auszugleichen. Infolgedessen nehmen die Nahsehprobleme zu, und selbst Personen, die zuvor keine Brille benötigten, brauchen nun eine Lesebrille. In manchen Fällen kann auch das Sehen in der Ferne leicht beeinträchtigt sein. Der Alterungsprozess kann also die Symptome einer bestehenden Weitsichtigkeit verstärken.
Was ist der Zusammenhang zwischen Weitsichtigkeit und Presbyopie, und wie beeinflussen sich diese beiden Zustände gegenseitig?
Weitsichtigkeit und Presbyopie verursachen beide Schwierigkeiten beim Sehen in der Nähe, haben aber unterschiedliche Ursprünge und treten zu unterschiedlichen Zeiten auf.
Weitsichtigkeit ist in der Regel eine strukturelle Eigenschaft des Auges – sie entsteht durch einen zu kurzen Augapfel oder eine unzureichende Brechkraft der Hornhaut. Sie ist meist angeboren oder entwickelt sich in der Kindheit.
Presbyopie hingegen ist eine natürliche Alterserscheinung und beginnt meist nach dem 40. Lebensjahr. Sie entsteht durch den Elastizitätsverlust der natürlichen Augenlinse im Laufe der Zeit. Diese Abnahme der Flexibilität erschwert es der Linse, ihre Form zu verändern und auf nahe Objekte zu fokussieren.
Was passiert, wenn beide Zustände zusammen auftreten? Eine Person mit Hyperopie bemerkt die Nahsehprobleme durch die Presbyopie in der Regel früher und intensiver. Da Weitsichtigkeit das Auge bereits zu zusätzlicher Fokussierungsarbeit zwingt, verstärkt die Presbyopie diese Schwierigkeit. Eine zuvor latente Hyperopie kann durch den Beginn der Presbyopie sichtbar werden und den Bedarf an Sehhilfen erhöhen.
Wie ist der Langzeitverlauf der Weitsichtigkeit und wie sollte sie behandelt werden?
Der langfristige Verlauf der Weitsichtigkeit hängt stark vom Schweregrad, dem Zeitpunkt der Diagnose und der Wirksamkeit des Managements ab. Wird Weitsichtigkeit im Kindesalter früh erkannt und korrekt korrigiert, sind die Aussichten in der Regel gut. Viele Kinder mit leichter Hyperopie überwinden den Zustand, wenn sich ihre Augen entwickeln. Wird eine mittlere oder starke Weitsichtigkeit nicht behandelt, kann es zu bleibenden Problemen wie Amblyopie oder Strabismus kommen. Deshalb sind regelmäßige Kontrollen und gegebenenfalls eine Brille bei Kindern sehr wichtig.
Im Erwachsenenalter verändert sich die Weitsichtigkeit in der Regel nicht wesentlich, doch mit zunehmendem Alter und dem Hinzukommen der Presbyopie nehmen die Nahsehprobleme zu, und der Bedarf an Brillen kann sich ändern. Korrekt korrigierte Hyperopie ermöglicht in der Regel komfortables Sehen. Das Management umfasst:
- Brillen: Die häufigste, sicherste und effektivste Methode zur Korrektur.
- Kontaktlinsen: Eine gute Alternative für Personen, die keine Brille tragen möchten.
- Refraktive Chirurgie (Laserbehandlungen): Verfahren wie LASIK, PRK oder intraokulare Linsenimplantationen bieten bei geeigneten Kandidaten eine dauerhafte Korrektur der Hyperopie.
Die Entscheidung, welche Methode am besten geeignet ist, sollte gemeinsam mit einem Augenarzt nach einer ausführlichen Untersuchung getroffen werden.
Kann man die Entwicklung der Weitsichtigkeit verhindern oder ihr Fortschreiten verlangsamen? Was kann man tun, um die allgemeine Augengesundheit zu erhalten?
Die Entwicklung der Weitsichtigkeit kann – insbesondere bei genetischer Veranlagung – leider nicht sicher verhindert werden. Die Form und Struktur unserer Augen wird größtenteils durch Vererbung bestimmt. Dennoch gibt es viele Maßnahmen, die man ergreifen kann, um die allgemeine Augengesundheit zu erhalten und die Auswirkungen von Hyperopie zu minimieren. Obwohl es schwer ist, Weitsichtigkeit sicher zu verhindern, können folgende Schritte hilfreich sein:
- Regelmäßige Augenuntersuchungen durchführen lassen
- Hochwertige Sonnenbrillen tragen, um die Augen vor schädlicher UV-Strahlung zu schützen
- Eine ausgewogene Ernährung mit augengesunden Vitaminen und Mineralstoffen einhalten (z. B. grünes Blattgemüse, Fisch, Karotten)
- Regelmäßige Pausen bei längerer Nutzung von Computer, Tablet oder Smartphone einlegen (z. B. 20-20-20-Regel)
- Für ausreichende und angemessene Beleuchtung beim Lesen und Arbeiten sorgen
- Tabak und Rauchen vermeiden
- Chronische Erkrankungen wie Diabetes regelmäßig unter ärztlicher Kontrolle halten
- Die Augen vor möglichen Unfällen und Verletzungen schützen

