Ein Sehtest zur Bestimmung der Sehschärfe dient der objektiven Messung des Auflösungsvermögens des Auges. Mit speziellen Tafeln werden Buchstaben oder Symbole in abnehmender Größe gelesen. So können Sehfehler präzise erkannt und behandelt werden.

Sehschärfetest bei Kindern ist besonders wichtig, da unbehandelte Fehlsichtigkeiten die Sehentwicklung beeinträchtigen können. Früherkennung ermöglicht rechtzeitige Versorgung mit Brillen oder therapeutischen Maßnahmen.

Sehschärfetest Durchführung erfolgt standardisiert mit Sehtafeln in festgelegter Entfernung. Ergebnisse werden in Dezimalwerten oder als Visus angegeben. Abweichungen vom Normwert zeigen das Ausmaß einer Sehschwäche.

Sehschärfetest Bedeutung liegt in der Verlaufskontrolle bei bekannten Augenerkrankungen. Regelmäßige Wiederholungen helfen, die Wirksamkeit von Korrekturmaßnahmen und Therapien objektiv zu überprüfen und die Sehfunktion langfristig zu sichern.

Was genau ist ein Sehtest?

Dieser Test misst, wie gut wir aus einer bestimmten Entfernung feine Details erkennen können. Genauer gesagt übersetzt er die Klarheit und Schärfe unseres Sehens in Zahlen. Technisch betrachtet wird er in einer standardisierten Entfernung (in der Regel 6 Meter) durchgeführt und zeigt, wie gut wir Buchstaben oder Symbole erkennen können.

Der Test ermittelt, welches kleinste Detail wir erfassen können. Das bezeichnet man als „Minimum des Auflösungsvermögens“ (Minimum Resolvable Angle). Eine Sehschärfe, die als normal gilt und mit 6/6 angegeben wird, bedeutet, dass man Details mit einem sehr kleinen Winkel (etwa ein Sechzigstel eines Grades) erkennen kann. Diese Fähigkeit hängt damit zusammen, wie eng die lichtempfindlichen Zellen (Zapfen) hinten im Auge angeordnet sind.

Warum ist ein Sehtest so wichtig?

Der Sehtest ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer umfassenden Augenuntersuchung. Er zeigt uns, wie gut wir sowohl in der Ferne als auch in der Nähe sehen können und liefert wertvolle Informationen über unseren allgemeinen Augenzustand.

Aus klinischer Sicht spielt er eine Schlüsselrolle bei der Diagnose von Fehlsichtigkeiten wie Myopie, Hyperopie und Astigmatismus, die das Tragen einer Brille erforderlich machen. Außerdem kann er erste Anzeichen für ernsthafte Augenleiden wie Katarakt oder Makuladegeneration (AMD) liefern und manchmal auch auf andere Erkrankungen im Körper hindeuten, wenn diese zu Sehverlust führen.

Wie wird der Sehtest zur Therapiekontrolle eingesetzt?

Die Sehschärfe wird nicht nur zur Diagnose genutzt, sondern auch, um zu prüfen, ob eine Behandlung erfolgreich ist. Wenn beispielsweise Injektionen bei einer Makuladegeneration oder eine Kataraktoperation durchgeführt wurden, kann anhand regelmäßiger Sehtests ermittelt werden, wie stark sich das Sehen verbessert hat.

Auch in wissenschaftlichen Studien ist die Verbesserung der Sehschärfe ein wichtiger Gradmesser für den Erfolg einer Therapie. Eine bestimmte Steigerung (z. B. das Erkennen von 10–15 Buchstaben mehr in speziellen Tests) zeigt, dass die Behandlung effektiv ist.

Wie beeinflusst ein Sehtest unser tägliches Leben?

Die Sehschärfe ist nicht nur eine medizinische Messgröße. Sie ist entscheidend für unsere Fähigkeit zu lesen, Auto zu fahren, Gesichter zu erkennen und zu arbeiten – also für praktisch alle Tätigkeiten im Alltag. Wenn unsere Sehschärfe nachlässt, haben wir zunehmend Schwierigkeiten bei diesen Aufgaben, und unsere Lebensqualität leidet direkt darunter.

Studien zeigen, dass eine Verminderung der Sehschärfe vor allem des besser sehenden Auges unsere allgemeine Lebensqualität (z. B. soziales Leben, psychische Gesundheit, Gefühl von Selbstständigkeit) deutlich verringern kann. Daher spiegeln die Testergebnisse nicht nur unseren Augenstatus wider, sondern wirken sich auch auf unser allgemeines Wohlbefinden aus. Zudem ist eine ausreichende Sehschärfe rechtlich vorgeschrieben, etwa für den Führerschein oder bestimmte Berufe.

Wie beginnt ein Standard-Sehtest?

Der Test erfolgt üblicherweise in einem standardisierten Abstand, meist 6 Meter (bzw. 20 Fuß). Reicht der Platz im Raum nicht aus, werden Spiegel verwendet, um diese Distanz herzustellen. Eine ausreichende Beleuchtung des Testrauens ist wichtig. Besondere Vorbereitungen sind nicht nötig, und die Untersuchung ist völlig schmerzfrei.

Zuerst wird Ihre Sehleistung ohne Brille oder Kontaktlinsen (ungkorrigiertes Sehen) erfasst. Hierfür werden Sie gebeten, Ihre Brille oder Linsen abzunehmen. Jedes Auge wird einzeln getestet, während das andere mit einer Abdeckung (Okkluder) oder Ihrer Handfläche zugehalten wird. Um zu verhindern, dass die Buchstaben auswendig gelernt werden, beginnt man manchmal mit dem Auge, das schlechter sieht.

Was passiert während des Sehtests?

Meist wird Ihnen eine Tafel mit Buchstaben (die gebräuchlichste ist die Snellen-Tafel) gezeigt. Man beginnt entweder von den großen Buchstaben oben oder von einer Zeile, die Sie leicht lesen können, und bittet Sie, die kleinste Zeile laut vorzulesen, die Sie erkennen können.

Für Menschen, die nicht lesen können oder Kinder, werden anstelle von Buchstaben Bilder, Zahlen oder das E-Symbol (Tumbling E) verwendet, bei dem man angeben soll, in welche Richtung das E geöffnet ist. Selbst wenn Sie sich bei einem Buchstaben nicht sicher sind, werden Sie ermutigt, zu raten.

Ihre Sehschärfe wird nach der kleinsten Zeile beurteilt, die Sie korrekt lesen können. Wenn Sie in dieser Zeile einige Buchstaben übersehen, wird das oft trotzdem als Richtwert genommen (z. B. 6/12). Bei teilweise gelesenen Zeilen können spezielle Notationen (z. B. 6/12-1) angewendet werden.

Was, wenn ich in der obersten Zeile nichts erkennen kann?

Wenn Sie selbst die größten Buchstaben oben auf der Tafel nicht sehen, kommt die Tafel näher an Sie heran, bis Sie sie lesen können. Diese Entfernung wird notiert (z. B. 3/60, wenn Sie erst aus 3 Metern lesen können).

Können Sie aus keiner Entfernung etwas erkennen, hält die testende Person Finger hoch und fragt, wie viele Sie sehen können (Fingerzählen, FC). Auch hier wird die größte Entfernung notiert, in der das Erkennen möglich ist. Gelingt das nicht, wird geprüft, ob Sie Handbewegungen (HM) wahrnehmen können. Ist auch das unmöglich, testet man, ob Sie eine Lichtquelle bemerken (Lichtwahrnehmung LW oder keine Lichtwahrnehmung KLW).

Wozu dient das Lochblenden-Verfahren (Pin Hole) beim Sehtest?

Nachdem das unkorrigierte Sehen gemessen wurde, überprüft man in der Regel auch das Sehen mit der vorhandenen Brille oder Linse. Das bezeichnet man als korrigierte Sehschärfe. Ist das Ergebnis selbst mit Brille schlechter als erwartet, wird oft mithilfe der sogenannten „Lochblende“ (Pin Hole) erneut geprüft.

Durch das kleine Loch der Blende werden zerstreute Lichtstrahlen blockiert, die die Sicht verschwommen machen. Wenn Sie damit besser sehen können, liegt die geringe Sehleistung höchstwahrscheinlich an einem unzureichend oder gar nicht korrigierten Brechungsfehler. Wenn auch mit dieser Methode keine Verbesserung auftritt, kann eine andere Augenerkrankung (Pathologie) vorliegen, weshalb dann eine genauere Untersuchung nötig ist. Zusätzlich wird auch die Nahsicht mithilfe einer speziellen Karte geprüft.

Welche gängigen Sehtest-Verfahren gibt es?

Am bekanntesten und weit verbreitet ist die Snellen-Tafel. Sie wurde in den 1860er Jahren entwickelt und zeigt von oben nach unten abnehmende Buchstabenreihen. Sie ist sehr praktisch, hat jedoch einige technische Schwächen, z. B. eine unterschiedliche Buchstabenanzahl pro Zeile.

Exakter und in wissenschaftlichen Untersuchungen üblicher sind LogMAR-Tabellen (z. B. ETDRS), die eine standardisierte Messung liefern. Jede Zeile enthält dieselbe Anzahl an Buchstaben, und Größe sowie Abstände der Zeichen folgen einer geometrischen/logarithmischen Ordnung. So können bereits geringfügige Veränderungen im Sehen präzise gemessen werden.

Wie wird der Sehtest bei Kindern oder Personen, die nicht lesen können, durchgeführt?

Für Personen, die keine Standardbuchstaben erkennen können, gibt es besondere Tests. Die Tumbling-E-Tafel erfordert, die Richtung zu zeigen, in der das E geöffnet ist. Bei der Landolt-C-Tafel zeigt man an, an welcher Stelle der Ring eine Öffnung hat. Diese Methoden eignen sich für Analphabeten oder Personen, die ein anderes Alphabet benutzen.

Für kleine Kinder gibt es Bild-/Symboltafeln (z. B. Lea-Symbole mit Haus, Apfel, Quadrat, Kreis). Das Kind soll erkennen oder zuordnen, was es sieht. Die HOTV-Tafel verwendet nur diese vier Buchstaben und erleichtert somit Kindern, die Buchstaben vergleichen können, das Testen. Zur Überprüfung des Nahsehens nutzt man spezielle Lesekarten (Jaeger- oder Rosenbaum-Karten).

Ist ein digitaler Sehtest zuverlässig?

In letzter Zeit werden Smartphone-Apps oder Websites immer beliebter, die einen digitalen Sehtest ermöglichen. Diese können vor allem bei Fernuntersuchungen (Telemedizin) praktisch sein.

Einige Studien weisen darauf hin, dass die Ergebnisse ähnlichen Standardtests nahekommen. Doch ihre Zuverlässigkeit muss noch genauer erforscht werden. Speziell bei sehr schlechtem Sehen oder eingeschränktem Zugang zu geeigneter Technik können die Resultate verfälscht sein. Zudem beeinflussen Faktoren wie Bildschirmgröße und Auflösung das Resultat. Daher können sie derzeit den Standard-Sehtest nicht vollständig ersetzen.

Wie liest man die Ergebnisse eines Sehtests?

Die Resultate können auf unterschiedliche Weise angegeben werden. Am gängigsten ist der Snellen-Bereich (z. B. 6/12). Die obere Zahl (6) steht für die Testentfernung in Metern, die untere Zahl (12) für die Entfernung, aus der eine Person mit Normalvisus diese Zeile erkennt. Das heißt, 6/12 bedeutet: Was Sie aus 6 m lesen, kann ein „normalsichtiger“ Mensch bereits aus 12 m Entfernung lesen. Je größer der Nenner, desto schlechter das Sehvermögen. 6/6 gilt als „normal“. Werte wie 6/4,5 deuten auf eine überdurchschnittliche Sehleistung hin.

Manche verwenden die Dezimalschreibweise (z. B. entspricht 6/12 einem Wert von 0,5 und 6/6 einem Wert von 1,0). Je größer der Wert, desto besser die Sehschärfe. Der MAR (Minimum Resolvable Angle) gibt den Winkel an, in dem das kleinste erkennbare Detail liegt; je kleiner dieser Winkel, umso besser das Sehen.

Was bedeutet LogMAR im Sehtest?

Die LogMAR-Notation wird vor allem in wissenschaftlichen Studien und zur genauen Überwachung von Veränderungen des Sehens eingesetzt. Dabei wird der Logarithmus des MAR-Werts (Minimum Resolvable Angle) berechnet und so eine lineare Skala für das Sehvermögen geschaffen.

LogMAR 0,0 entspricht einem „normalen“ Sehen von 6/6. Positive Werte (z. B. 0,3 ≈ 6/12) deuten auf schlechteres Sehen hin, negative Werte (z. B. -0,3 ≈ 6/3) auf besseres Sehen als der Durchschnitt. Je höher der LogMAR-Wert, desto größer der Sehverlust. Meist wird jeder Buchstabe mit 0,02 und jede Zeile mit 0,1 Punkten gewertet, wodurch geringe Änderungen erkennbar bleiben.

Wie definiert man eine Sehstörung anhand des Sehtests?

Die Ergebnisse der Sehschärfe dienen auch zur gesetzlichen Definition und Einstufung einer Sehstörung. Beispielsweise stützen sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder verschiedene Länder für ihre gesetzlichen Regelungen (z. B. in den USA: „Legally Blind“) auf bestimmte Grenzwerte der Sehschärfe.

In der Regel wird das beste (korrigierte) Sehen des besser sehenden Auges als Referenz genommen. Laut WHO gilt beispielsweise eine Sehschärfe von unter 6/18 als „Sehbehinderung“ und von unter 6/120 als „Blindheit“ (LogMAR >0,5 bzw. >1,3). Diese Werte sind für Sozialrechte und Planung von Gesundheitsleistungen bedeutsam. Dennoch können auch Personen knapp über diesen Grenzwerten im Alltag erhebliche Schwierigkeiten haben.

Wie misst man die Sehschärfe bei Babys?

Bei Babys und sehr kleinen Kindern ist das Messen der Sehschärfe schwieriger. Man kann sie nicht direkt Buchstaben ablesen lassen, daher verwendet man indirekte Methoden. Man achtet darauf, ob das Baby einen Lichtreiz oder ein Spielzeug mit den Augen verfolgt und wie es reagiert, wenn ein Auge abgedeckt wird.

Objektiv arbeiten bestimmte Verfahren wie die „Preferential Looking“-Methode. Hier beobachtet man, ob ein Baby länger auf ein Muster (z. B. eine Streifenkarte) als auf eine einfarbige Fläche schaut. Aus dieser Bevorzugung kann man Rückschlüsse auf die Auflösung des Sehens ziehen. Das geschieht zum Beispiel mit sogenannten Teller Cards oder Cardiff Cards.

Welcher Sehtest kommt bei Vorschulkindern zum Einsatz?

Bei Kindern zwischen 3 und 5 Jahren können meist Formen erkannt werden. Die Lea-Symbole (Haus, Apfel, Quadrat, Kreis) oder der HOTV-Test (nur die Buchstaben H, O, T, V) eignen sich gut für diese Altersgruppe. Das Kind soll dabei sagen oder zeigen, was es sieht, bzw. auf einer Vergleichskarte markieren.

Bei solchen Tests spielt der „Crowding-Effekt“ eine große Rolle. Das heißt, dass Symbole oder Buchstaben nicht einzeln, sondern in Gruppen gezeigt werden. Dies hilft besonders, eine mögliche Amblyopie („Schwachsichtigkeit“) festzustellen, da ein amblyopes Auge vor allem bei dicht beieinanderliegenden Zeichen Probleme zeigt. Die Testentfernung ist meist kürzer als bei Erwachsenen (etwa 3 Meter).

Warum ist der Sehtest bei Kindern besonders wichtig?

Gerade bei Kindern ist eine frühe Prüfung der Sehschärfe unerlässlich, um rechtzeitig Amblyopie (Sehschwäche) zu erkennen, die häufig durch Schielen oder hohe Fehlsichtigkeit hervorgerufen wird. Stellt man Amblyopie (normalerweise vor dem 7. oder 8. Lebensjahr) fest und behandelt sie (z. B. durch Okklusion, also Abkleben des besseren Auges, oder eine Brille), kann das Sehvermögen weitestgehend wiederhergestellt werden.

Unbehandelte Sehprobleme können die schulische Leistung, die soziale Entwicklung und die allgemeine Lebensqualität des Kindes erheblich beeinträchtigen. Darum sind regelmäßige Sehtests und Screenings mit kindgerechten Methoden ausgesprochen wichtig.

Beeinflusst eine Fehlsichtigkeit das Ergebnis des Sehtests?

Ja, auf jeden Fall. Nicht korrigierte Brechungsfehler wie Kurzsichtigkeit (Myopie), Weitsichtigkeit (Hyperopie) oder Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) sind die häufigsten Gründe für eine verringerte Sehschärfe. Wenn das Licht nicht richtig gebündelt auf die Netzhaut fällt, entsteht verschwommenes Sehen.

Daher misst man in den meisten Fällen das Sehen sowohl ohne Brille (unkorrigiert) als auch mit eventuell vorhandener Sehhilfe (korrigiert). Bleibt das Ergebnis selbst mit Sehhilfe schwach und verbessert sich auch nicht durch das Lochblenden-Verfahren, könnte eine andere Augenerkrankung vorliegen.

Welche Augenerkrankungen verschlechtern die Ergebnisse des Sehtests?

Neben Fehlsichtigkeiten kann eine Vielzahl von Augenkrankheiten die Sehschärfe herabsetzen. Dazu gehören:

  • Trübungen im optischen System: Grauer Star (Katarakt, Trübung der Augenlinse), Hornhauttrübungen oder -narben, Blutungen im Glaskörper oder andere Ursachen, die den Lichteinfall auf die Netzhaut blockieren.
  • Netzhauterkrankungen: Makuladegeneration (AMD), diabetische Retinopathie (bei Diabetes), Retinitis pigmentosa (auch bekannt als Nachtblindheit), die alle die Netzhaut schädigen können.
  • Erkrankungen des Sehnervs: Grüner Star (Glaukom) sowie Entzündungen oder Schädigungen des Sehnervs.
  • Amblyopie (Sehschwäche): Eine während der Kindheit auftretende Funktionsstörung, bei der ein Auge schlechter entwickelt ist als das andere.

Wie beeinflussen Umwelt- und Patientenfaktoren den Sehtest?

Auch andere Faktoren können das Ergebnis verfälschen. Die Beleuchtung im Untersuchungsraum muss stimmen; bei zu dunkler oder zu heller Umgebung kann sich das Resultat ändern. Schwarze Buchstaben auf weißem Untergrund bilden einen hohen Kontrast, spiegeln jedoch nicht jede Alltagssituation (z. B. Nebel, Dämmerung, blasse Farben) wider.

Außerdem spielen Alter (die Normwerte für Kinder und ältere Menschen unterscheiden sich), Konzentration und Kooperationsfähigkeit (besonders bei Kindern) sowie mögliche Ermüdung während des Tests eine Rolle. Sogar die aktuelle Pupillengröße kann durch ihre optischen Eigenschaften das Ergebnis beeinflussen.

Was sind die Grenzen des Sehtests?

Obwohl der Sehtest sehr wertvoll ist, spiegelt er nicht das gesamte Sehvermögen wider. Er wird unter hohen Kontrastbedingungen (schwarz-weiß) durchgeführt, während wir im Alltag oft schwächere Kontraste erleben (z. B. bei Nebel, Dämmerung, gedämpften Farben). Somit zeigt er nicht immer exakt unsere tatsächliche Alltags-Sichtleistung.

Darüber hinaus kann zum Beispiel bei Frühstadien von Glaukom oder diabetischer Retinopathie die Sehschärfe noch normal sein, obwohl bereits Schäden im Gesichtsfeld oder bei der Kontrastempfindlichkeit auftreten. Das heißt: Eine Sehschärfe von 6/6 bedeutet nicht zwangsläufig, dass das Auge vollkommen gesund ist.

Warum unterscheidet sich die Kontrastempfindlichkeit vom Sehtest?

Der Sehtest misst, wie kleine Details wir erkennen können, allerdings meist bei hohem Kontrast. Die Kontrastempfindlichkeit misst hingegen, wie schwach eine Struktur ausgeprägt sein darf, damit wir sie noch wahrnehmen können. Anders gesagt: Wie gering darf der Helligkeits- oder Farbunterschied zwischen Objekt und Hintergrund sein?

Diese beiden Aspekte des Sehens sind nicht identisch. So kann jemand eine normale Sehschärfe haben, aber bei geringem Kontrast schlecht sehen. Das macht sich etwa beim nächtlichen Autofahren, bei Nebel oder beim Erkennen von Gesichtern bemerkbar. Die Kontrastempfindlichkeit kann die alltagsrelevante Sehleistung sogar besser widerspiegeln als die reine Sehschärfe.

Warum ist es sinnvoll, neben dem Sehtest auch die Kontrastempfindlichkeit zu prüfen?

Die Kontrastempfindlichkeit ist in bestimmten Fällen (etwa bei Katarakt, Glaukom oder Makuladegeneration) eher beeinträchtigt als die Sehschärfe. Sie kann auch Beschwerden wie „Ich sehe, aber unscharf“ oder „Licht blendet stark“ besser erklären.

Selbst bei vermeintlich normaler Sehschärfe können Patienten im Alltag Probleme haben. Die Messung der Kontrastempfindlichkeit liefert bei der Diagnose und Therapieüberwachung (z. B. Zeitpunkt einer Kataraktoperation) zusätzliche Informationen. Für eine optimale Augenuntersuchung sollte man daher beide Bereiche prüfen.

Warum wird ein Seh-Screening bzw. Sehtest durchgeführt?

Der Hauptgrund für ein Seh-Screening ist, Augenprobleme, die oft unbemerkt voranschreiten, frühzeitig zu erkennen. Bei Kindern wird nach Amblyopie (Sehschwäche) und deren Ursachen (z. B. Schielen, Fehlsichtigkeit) gesucht, damit eine Behandlung rechtzeitig einsetzen kann, wenn sie noch sehr effektiv ist (meist vor dem 7. oder 8. Lebensjahr). Dies verhindert dauerhafte Seheinbußen.

Bei Erwachsenen dient das Screening der frühzeitigen Erkennung altersbedingter oder systemisch bedingter Augenkrankheiten wie Glaukom, AMD oder diabetischer Retinopathie. Der Sehtest stellt einen wesentlichen Teil solcher Screenings dar; dennoch ersetzt ein Screening keine vollständige Augenuntersuchung, sondern identifiziert nur Risikopatienten, die genauer untersucht werden sollten.

Wann empfiehlt sich ein Sehtest-Screening für Kinder?

Laut internationalen Empfehlungen sieht ein Screening-Plan für Kinder in etwa folgendermaßen aus:

  • Neugeborene: Überprüfung des Rotlicht-Reflexes direkt nach der Geburt.
  • 6 Monate bis 1 Jahr: Überwachung von Fixation, Nachverfolgung und Rotlicht-Reflex bei der ärztlichen Vorsorge; bei Bedarf auch gerätebasierte Screenings.
  • 3–5 Jahre: Mindestens einmal altersgerechter Sehtest (Lea-, HOTV-Tafeln) oder gerätebasiertes Screening. Auch Schieluntersuchung.
  • Ab 5 Jahren (Schulalter): Einmal jährlich oder alle zwei Jahre, üblicherweise mit Buchstabentafeln.

Fällt das Kind bei diesem Screening durch oder ist die Untersuchung nicht möglich, sollte eine augenärztliche Untersuchung erfolgen.

Wie oft sollte man als Erwachsener mit Sehtest zum Augenarzt gehen?

Für Erwachsene ohne bekannte Augenkrankheiten oder Risikofaktoren (geringes Risiko) gelten in der Regel folgende Empfehlungen:

  • Mit 40 Jahren: Empfohlen wird eine erste umfassende Untersuchung, da in diesem Alter altersbedingte Veränderungen beginnen können.
  • Zwischen 40 und 54 Jahren: Alle 2–4 Jahre.
  • Zwischen 55 und 64 Jahren: Alle 1–3 Jahre.
  • Ab 65 Jahren: Alle 1–2 Jahre.

Diese Intervalle sind grobe Richtwerte. Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck, familiärem Risiko für Augenkrankheiten oder anderen Auffälligkeiten sollten sich häufiger untersuchen lassen.

Wer sollte direkt zur augenärztlichen Untersuchung gehen statt nur zum Screening?

In manchen Situationen ist ein Screening nicht ausreichend, und eine ausführliche augenärztliche Untersuchung ist ratsamer. Dazu gehören:

  • Menschen mit Sehbeschwerden (Verschwommensehen, Doppeltsehen, Augenschmerzen etc.).
  • Menschen mit systemischen Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck, die die Augen in Mitleidenschaft ziehen können.
  • Familienanamnese von Glaukom oder Makuladegeneration.
  • Frühgeborene Babys und Kleinkinder.
  • Menschen mit speziellen genetischen oder systemischen Erkrankungen (z. B. Down-Syndrom).
  • Personen, die bereits wegen einer Augenkrankheit in Behandlung sind.
  • Diese Gruppen sind risikobehaftet und sollten daher regelmäßig eine umfassende augenärztliche Untersuchung erhalten, statt sich nur auf ein Screening zu verlassen.
Aktualisierungsdatum: 30.08.2025

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